Jensen Huangs China-Schachzug: Nvidia setzt inmitten des geopolitischen Kreuzfeuers auf KI-Wachstum

Jensen Huangs China-Schachzug: Nvidia setzt inmitten des geopolitischen Kreuzfeuers auf KI-Wachstum
Devesh Kumar
10. Juli 2025, 17:36 PM
  • Jensen Huang besucht China und signalisiert damit das Engagement von Nvidia inmitten zunehmender geopolitischer Spannungen.
  • Dem neuen China-spezifischen Chip fehlt HBM/NVLink, behält aber die CUDA-Kompatibilität bei, um Entwickler anzuziehen.
  • Nvidia stoppt den Verkauf, bis die US-Regulierungsbehörden grünes Licht für exportkonforme Spezifikationen geben.

Nach einer bahnbrechenden Bewertung von 4 Billionen US-Dollar konzentriert sich Nvidia verstärkt auf den chinesischen Markt für künstliche Intelligenz, auch wenn die US-Exportbeschränkungen verschärft werden und lokale Konkurrenten an Boden gewinnen. CEO Jensen Huang wird voraussichtlich im September China besuchen, eine Reise, die mit der Einführung eines neuen KI-Chips zusammenhängt, der speziell für chinesische Kunden entwickelt wurde.

Der Besuch hat sowohl strategisches als auch symbolisches Gewicht und ist ein Signal an chinesische Partner und Beamte, dass Nvidia trotz der wachsenden politischen Spannungen und des regulatorischen Gegenwinds nicht zurückweicht.

Der geplante Besuch von Jensen Huang in China umfasst hochrangige Treffen mit hochrangigen Beamten wie Premierminister Li Qiang und Vizepremier He Lifeng, die Teil einer umfassenderen Bemühung sind, die langfristige Präsenz von Nvidia im Land zu bekräftigen.

Gleichzeitig hat sich Huang nicht mit Kritik an den US-Exportkontrollen zurückgehalten und argumentiert, dass sie mehr Schaden als Nutzen angerichtet haben, indem sie Chinas heimische KI-Industrie beschleunigt und gleichzeitig die Dominanz von Nvidia in der Region verringert haben.

Einst beherrschte das Unternehmen 95 Prozent des chinesischen Marktes für KI-Chips, heute hält es nur noch 50 Prozent, ein Rückgang, den Huang direkt auf politische Fehltritte in Washington zurückführt.

China-spezifischer KI-Chip

Bei dem kommenden Chip handelt es sich um eine überarbeitete Variante von Nvidias Blackwell RTX Pro 6000, die überarbeitet wurde, um strengere US-Exportbestimmungen zu erfüllen.

Wichtige Funktionen wie High-Bandwidth Memory (HBM) und NVLink wurden entfernt, was bedeutet, dass der Chip nicht die gleiche Spitzenleistung bietet wie die globalen Flaggschiff-Modelle von Nvidia.

Dennoch bleibt es mit Nvidias proprietärer CUDA-Software kompatibel, ein wichtiges Verkaufsargument für viele chinesische Entwickler, die trotz zunehmender lokaler Alternativen nur ungern auf unbekannte Plattformen umsteigen.

Nvidia setzt die Verkäufe bis September aus, da es auf klare Signale der US-Regulierungsbehörden wartet, dass der neue Chip nach der Markteinführung nicht mit plötzlichen Einschränkungen konfrontiert wird.

Das Unternehmen leidet immer noch unter einer Abschreibung von 5,5 Milliarden US-Dollar, nachdem sein früheres H20-Modell abrupt auf die schwarze Liste gesetzt wurde, und ist entschlossen, eine Wiederholung zu vermeiden.

Die endgültigen Spezifikationen des Chips werden noch in den laufenden Gesprächen mit Washington ausgearbeitet, ein Zeichen dafür, wie fließend und angespannt die Landschaft bleibt, wenn es um die Technologiepolitik zwischen den USA und China geht.

Der neue Chip wird wahrscheinlich einen niedrigeren Preis haben als das frühere H20-Modell, das für 10.000 bis 12.000 US-Dollar verkauft wurde.

Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die kommende Version im Bereich von 6.500 bis 8.000 US-Dollar liegt, ein Rückgang, der das einfachere Design und den Wegfall von High-End-Funktionen widerspiegelt.

Jensen Huang und sein Balanceakt

Obwohl die Chips von Nvidia in einigen technischen Bereichen hinter lokalen Konkurrenten wie dem Ascend 910B von Huawei zurückbleiben, testen große chinesische Technologieunternehmen wie Alibaba, ByteDance und Tencent die Hardware von Nvidia immer noch aktiv.

Der Grund? Der Übergang weg von Nvidias tief verwurzeltem Software-Ökosystem ist kostspielig und technisch eine Herausforderung.

Trotz der zunehmenden Befürchtung, dass sie sich zu sehr auf US-Technologie verlässt, insbesondere in einem unvorhersehbaren politischen Umfeld, zögern viele chinesische Unternehmen weiterhin, einen vollständigen Wechsel vorzunehmen.

China ist nach wie vor der viertgrößte Markt für Nvidia und brachte im vergangenen Geschäftsjahr 17,1 Milliarden US-Dollar ein, was etwa 13 % des Gesamtumsatzes des Unternehmens entspricht.

Aber es wird nicht einfacher, dort wettbewerbsfähig zu bleiben. Nvidia steht nun vor einem Balanceakt: Er muss genügend Lagerbestände anlegen, um die Lieferketten stabil zu halten, und sich gleichzeitig auf mögliche regulatorische Schocks vorbereiten.

Gleichzeitig kämpft das Unternehmen mit einer neuen Welle fähiger inländischer Wettbewerber, die die Lücke schnell schließen.