Meta weigert sich, den KI-Pakt der EU zu unterzeichnen: Wie geht es weiter?

Meta weigert sich, den KI-Pakt der EU zu unterzeichnen: Wie geht es weiter?
Devesh Kumar
18. Juli 2025, 14:44 PM
  • Meta führt die regulatorische Unsicherheit für die Weigerung an, den freiwilligen KI-Pakt der EU zu unterzeichnen.
  • Datenschutzbedenken in Bezug auf KI-Trainingsdaten lösen in mehreren EU-Staaten Widerstand aus.
  • Das KI-Gesetz der EU, das für 2026 geplant ist, könnte mehr Technologieunternehmen dazu veranlassen, regionale Markteinführungen zu verschieben.

Meta hat sich offiziell geweigert, den freiwilligen KI-Pakt der Europäischen Union zu unterzeichnen, was auf die wachsenden Spannungen zwischen großen Technologieunternehmen und den EU-Regulierungsbehörden hinweist.

Die Ankündigung erfolgte am Freitag, als sich die EU auf die Umsetzung ihres umfassenden KI-Gesetzes vorbereitet.

Die Entscheidung von Meta scheint in der anhaltenden Besorgnis darüber zu wurzeln, wie das Unternehmen personenbezogene Daten zum Trainieren seiner KI-Systeme verwendet, ein Problem, das in Europa bereits auf Widerstand gestoßen ist.

Es spiegelt auch ein allgemeines Zögern in der gesamten Technologiebranche wider, sich auf neue EU-Vorschriften festzulegen, bevor diese rechtsverbindlich werden.

Warum weigert sich Meta, den KI-Code zu unterzeichnen?

Meta, die Muttergesellschaft von Facebook und Instagram, verwies auf die "Unvorhersehbarkeit des europäischen regulatorischen Umfelds" als Hauptgrund für ihre Entscheidung.

Der Schritt folgt auf eine kürzliche Pause bei der Einführung seines Lama-KI-Modells und seines KI-Assistenten in Europa, nachdem die irische Datenschutzkommission das Unternehmen angewiesen hatte, die Verwendung von Daten europäischer Nutzer zum Trainieren seiner Sprachmodelle einzustellen.

Diese Richtlinie kam kurz nachdem Meta seine Datenschutzrichtlinie aktualisiert hatte, um fast alle Nutzerdaten einzubeziehen, mit Ausnahme privater Nachrichten für das KI-Training, was eine Flut von Datenschutzbeschwerden in der gesamten EU auslöste.

Die in Österreich ansässige Datenschutzgruppe NOYB (None of Your Business) focht die aktualisierte Richtlinie von Meta an und argumentierte, sie stehe im Widerspruch zur EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Regulierungsbehörden in mehreren EU-Ländern schlugen Alarm und warnten, dass der Ansatz von Meta die Privatsphäre von Millionen von Nutzern gefährden könnte. Meta seinerseits beharrte darauf, dass es im Rahmen der Klausel über das "berechtigte Interesse" im Rahmen des europäischen Rechts gehandelt habe.

Aber nach einer Reihe von rechtlichen Hürden und wachsendem Druck legte das Unternehmen seine KI-Rollout-Pläne in Europa auf Eis, was die jüngste Entscheidung von Apple widerspiegelt, die KI-Funktionen in der Region aufgrund ähnlicher regulatorischer Bedenken zurückzufahren.

Der KI-Rechtsakt der EU

Der KI-Pakt der EU ist eine freiwillige Vereinbarung, die als Notlösung dienen soll, bis der bahnbrechende KI-Akt der EU im August 2026 offiziell in Kraft tritt.

Von Unternehmen, die sich verpflichten, wird erwartet, dass sie sich an die wichtigsten Anforderungen des Gesetzes anpassen, wie z. B. die Transparenz der Daten, die zum Trainieren ihrer KI-Systeme verwendet werden, lange bevor das Gesetz durchgesetzt wird.

Während EU-Beamte alle großen Technologieunternehmen ermutigt haben, sich anzuschließen, hat Meta beschlossen, die Sache vorerst auszusetzen und zu sagen, dass es sich auf die Vorbereitung auf die vollständige Einhaltung des KI-Gesetzes konzentriert und den Pakt möglicherweise später erneut aufgreift.

Wie geht es weiter?

Die Entscheidung von Meta, dem KI-Pakt der EU nicht beizutreten, bedeutet, dass europäische Nutzer länger auf den Zugang zu den neuesten KI-Modellen und Assistenten-Tools warten müssen.

Im Moment sind die fortschrittlichsten KI-Funktionen des Unternehmens in der Region vom Tisch. Die Pattsituation zwischen Meta und den EU-Regulierungsbehörden zeigt keine Anzeichen einer Entspannung. Auch Befürworter des Datenschutzes bleiben standhaft.

Die österreichische NOYB hat bereits mit rechtlichen Schritten gedroht, sollte Meta seine derzeitigen Datenpraktiken fortsetzen und damit den Druck auf das Unternehmen aufrechterhalten.

Für Meta steht viel auf dem Spiel, da seine Entscheidung nicht nur den Zugang zu einem wichtigen Markt zu verlieren, sondern auch seinem Ruf in Europa zu schaden droht.

Auf der anderen Seite offenbart die Situation die anhaltenden Kämpfe innerhalb der EU um die Schaffung eines einheitlichen digitalen Rechtsrahmens.

Inkonsistenzen zwischen den Mitgliedstaaten können zu Verwirrung führen, Innovationen verlangsamen und die Einhaltung der Vorschriften für globale Unternehmen erschweren.

Da das Datum der Umsetzung des KI-Gesetzes näher rückt, könnten auch andere Technologieunternehmen ihre europäischen Pläne auf Eis legen, was möglicherweise die Voraussetzungen für weitere Zusammenstöße und vielleicht sogar einige Gesetzesänderungen in letzter Minute schaffen könnte.