Handelsabkommen zwischen den USA und Japan beflügelt Aktien europäischer Autohersteller; Porsche, BMW gewinnen

Handelsabkommen zwischen den USA und Japan beflügelt Aktien europäischer Autohersteller; Porsche, BMW gewinnen
Deepali Singh
23. Juli 2025, 09:34 AM
  • Europäische Autoaktien stiegen in der Hoffnung auf ein EU-Handelsabkommen nach dem Pakt zwischen den USA und Japan.
  • Durch das Abkommen zwischen den USA und Japan wurden die US-Zölle auf japanische Fahrzeugimporte von 25 % auf 15 % gesenkt.
  • Als Teil des Abkommens forderte Trump Japan auf, "sein Land für in den USA hergestellte Autos zu öffnen", ein seit langem bestehendes Problem.

Die Aktien mehrerer großer europäischer Autohersteller stiegen im frühen Handel am Mittwoch und erhielten Rückenwind von einer steilen Rallye bei ihren asiatischen Rivalen.

Diese Welle des Optimismus wurde durch die Nachricht ausgelöst, dass Japan ein bedeutendes Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten abgeschlossen hat, eine Entwicklung, die nun die Hoffnung auf ein ähnliches, dringend benötigtes Abkommen zwischen Europa und Washington nährt.

Ein Dominoeffekt auf der ganzen Welt: Autoaktien erholen sich aufgrund von Zollerleichterungen

Die positive Dynamik für europäische Autoaktien folgte auf einen Anstieg der Aktien japanischer und südkoreanischer Autohersteller über Nacht.

Diese Rallye war eine direkte Reaktion auf die Nachricht, dass das neue Handelsabkommen zwischen den USA und Japan die US-Zölle auf japanische Fahrzeugimporte auf 15 % senken würde, eine deutliche Senkung von den zuvor vorgeschlagenen 25 %.

Als Reaktion darauf stiegen die Aktien von Porsche, BMW, Mercedes Benz und Volkswagen im frühen Frankfurter Handel zwischen 1,9 % und 3,7 %. Auf der Tradegate-Plattform verzeichneten die Aktien von Stellantis und Renault ebenfalls Gewinne und stiegen zwischen 1,3 % und 1,9 %.

Die Analysten von Citi wiesen auf ein besonders wichtiges Detail des US-Japan-Pakts hin: Die Zölle für ein großes autoexportierendes Land wurden gesenkt, ohne dass die Anzahl der Lieferungen begrenzt wurde.

Dies, so meinten sie, "könnte Auswirkungen auf die Verhandlungen mit der Europäischen Union und Südkorea haben", was darauf hindeutet, dass ein Präzedenzfall für ein günstigeres Ergebnis für andere autoexportierende Nationen geschaffen worden sein könnte.

Die Bruttoauswirkungen der Zölle auf japanische Autohersteller werden nun auf etwa 1,9 Billionen Yen geschätzt, wobei der Satz bei 15 % liegt, was eine deutliche Abwärtskorrektur gegenüber der vorherigen Schätzung von rund 3,5 Billionen Yen bei einem Zollsatz von 25 % darstellt, so eine Notiz des Analysten von Goldman Sachs Japan Co., Kota Yuzawa.

"Öffnet ihr Land": Eine bekannte US-Forderung taucht wieder auf

Das jüngste Handelsabkommen von Präsident Donald Trump enthielt auch eine bekannte, wenn auch etwas vergessene Forderung an Japan, "sein Land für aus den USA importierte Autos zu öffnen".

Dies könnte einem umstrittenen Thema, das in den 1980er und 1990er Jahren ein Hauptreibungspunkt zwischen den beiden Nationen war, neues Leben einhauchen.

Jahrzehntelang haben US-Autohersteller wie Ford Motor Co. und General Motors Co. versucht, auf dem japanischen Markt Fuß zu fassen, aber ihre Verkaufszahlen dort sind nach wie vor verschwindend gering.

Das Handelsungleichgewicht ist gravierend: Im Jahr 2024 exportierte Japan fast 1,4 Millionen Autos in die USA, importierte aber nur etwa 16.000 in den USA gebaute Autos.

Die seit langem bestehenden Argumente, die die Unbeliebtheit amerikanischer Autos in Japan erklären, sind bekannt: Sie wurden in der Vergangenheit als zu kraftstoffineffizient, zu groß für Japans enge Straßen und nicht für den heimischen Geschmack konzipiert.

Während die US-Autohersteller Modelle auf den Markt gebracht haben, um einige dieser Kritikpunkte auszuräumen, haben die lokalen Autokäufer durchweg eine starke Präferenz für in Deutschland hergestellte Importe gegenüber anderen gezeigt, ein Trend, der sich wahrscheinlich nicht so schnell ändern wird.

"Die bisherigen Bemühungen haben nur begrenzten Erfolg gebracht", kommentierte Tatsuo Yoshida, Senior Auto Analyst bei Bloomberg Intelligence.

Japans Zugeständnisse: Rationalisierung der Zertifizierung und Erschließung von Händlern

Im Rahmen des neuen Handelsabkommens, das am Mittwoch angekündigt wurde, hat sich Japan bereit erklärt, auf zusätzliche Sicherheitstests für aus den USA importierte Fahrzeuge zu verzichten, so Ryosei Akazawa, der oberste Handelsunterhändler des Landes.

"Das bedeutet, dass Japan die Zertifizierung von in den USA hergestellten Autos vereinfachen wird", sagte Akazawa am Mittwoch und fügte hinzu: "Die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit wird natürlich eine Voraussetzung sein."

Mit diesem Schritt soll eine der größten Hürden beseitigt werden, die es in der Vergangenheit teuer und schwierig gemacht hat, US-Autos in Japan zu verkaufen.

In den 1990er Jahren hatten bilaterale Spannungen dazu geführt, dass die Importe aus den USA erhöht wurden, was einige japanische Autohersteller sogar dazu veranlasste, Autos, die in ihren nordamerikanischen Werken hergestellt oder montiert wurden, zurück nach Japan zu importieren.

Diese Bemühungen trugen zwar dazu bei, einen Teil des Handelsungleichgewichts auszugleichen, gewannen aber nie nennenswerte Wirkung, da sich die unterschiedlichen Fahrzeugsicherheitsvorschriften zwischen den beiden Ländern als besonders kostspieliges Hindernis erwiesen.

Um den Import von US-Autos weiter zu unterstützen, plant die japanische Regierung Berichten zufolge, die umfangreichen Händlernetze ihrer lokalen Autohersteller für den Verkauf amerikanischer Fahrzeuge anzuzapfen, berichtete Kyodo unter Berufung auf eine nicht identifizierte Person.

In dem Bericht heißt es auch, dass die Behörden planen, die japanischen Autohersteller dazu zu drängen, Autos, die in ihren US-Werken hergestellt wurden, zurück nach Japan zu exportieren.