Aktienkurs von Wayfair steigt um 11%, nachdem das Unternehmen das stärkste Quartal seit dem Pandemie-Boom verzeichnet

Aktienkurs von Wayfair steigt um 11%, nachdem das Unternehmen das stärkste Quartal seit dem Pandemie-Boom verzeichnet
Vatsala Gaur
04. Aug. 2025, 18:27 PM
  • Der Umsatz von Wayfair stieg im 2. Quartal um 5% auf 3,3 Mrd. $ und übertraf damit die Erwartungen.
  • Der bereinigte Gewinn pro Aktie von 87 Cent übertraf die Schätzungen von 33 Cent.
  • Die Marktplatzstrategie, High-End-Marken und B2B-Segmente trugen dazu bei, den Bestellwert zu steigern.

Wayfair meldete seine stärksten Quartalsergebnisse seit dem pandemiebedingten Einrichtungsboom und signalisierte damit eine mögliche Trendwende für den Online-Händler, auch wenn die breitere Möbelkategorie weiterhin mit Gegenwind zu kämpfen hat.

Die Entwicklung ließ die Aktien des Unternehmens um mehr als 11 % in die Höhe schnellen.

Im zweiten Quartal, das im Juni endete, erzielte das in Boston ansässige Unternehmen einen Nettoumsatz von 3,3 Mrd. $, was einem Anstieg von 5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht und die Prognosen der Wall Street von 3,1 Mrd. $ übertrifft, so FactSet.

In den USA, dem größten Markt von Wayfair, stieg der Umsatz um 5,3 %, was die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens angesichts der schwachen Nachfrage in der Branche weiter unterstreicht.

Die Aktien von Wayfair stiegen im Handel am Montagmorgen um 6,5% auf 69,51 $, was den Gewinn der Aktie seit Jahresbeginn auf 60% brachte.

Ergebnis und Margen deutlich verbessert

Der bereinigte Gewinn lag bei 87 Cent pro Aktie und damit deutlich über den Erwartungen der Analysten von 33 Cent.

Das Unternehmen meldete außerdem ein bereinigtes EBITDA von 205 Millionen US-Dollar – den höchsten Wert seit 2021 – was die verbesserte betriebliche Effizienz und die disziplinierte Kostenkontrolle widerspiegelt.

Auf GAAP-Basis, die Einmalkosten wie Restrukturierungskosten und die Schließung des deutschen Geschäfts berücksichtigt, lag der Gewinn bei 11 Cent pro Aktie.

Auch das übertraf die Prognosen der Analysten, die von einem Verlust von 33 Cent pro Aktie ausgingen.

"Seit Jahren sprechen wir darüber, dass das Modell für einen Flow-Through und eine signifikante Rentabilität gerüstet ist, wenn wir eine Umsatzerholung sehen, und wir haben das in diesem Quartal wirklich gesehen", sagte Kate Gulliver, Chief Financial Officer von Wayfair, in einem Telefonat mit Barron's.

US-Markt gleicht internationalen Rückgang aus

Der Rückzug des Unternehmens aus Deutschland wirkte sich auf das aktive Kundenwachstum aus, das im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 % auf 21 Millionen zurückging.

Die Führungskräfte merkten an, dass der Umsatz um 6 % statt um 5 % gestiegen wäre, wenn das Unternehmen in Deutschland geblieben wäre.

Dennoch ist Wayfair weiterhin zuversichtlich, dass eine stärkere Leistung in den USA und anderen wichtigen Regionen den Rückgang ausgleichen kann.

Gulliver hob das Wachstum des durchschnittlichen Bestellwerts hervor, der von 313 US-Dollar im Vorjahresquartal auf 328 US-Dollar gestiegen ist.

Der Anstieg ist auf höhere Ausgaben im Facheinzelhandel und im B2B-Segment von Wayfair zurückzuführen, die beide auf Kunden ausgerichtet sind, die teurere Einrichtungsgegenstände kaufen.

Künftiger Weg: Marktanteilsgewinne und Preisstabilität

Mit Blick auf die Zukunft sagte Gulliver, dass das Unternehmen für das dritte Quartal ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr erwartet, ein Ausblick, der die aktuellen Analystenprognosen übertrifft.

Es wird erwartet, dass die Bruttomargen weiterhin im Bereich von 30 bis 31 % liegen werden.

Trotz steigender Zölle auf Importe hat Wayfair keine nennenswerten Preiserhöhungen in seinem gesamten Produktkatalog verzeichnet.

Das Marktplatzmodell des Unternehmens, bei dem Drittanbieter Produkte auflisten und bepreisen, fördert den Wettbewerb und trägt dazu bei, die Preise stabil zu halten.

Der Algorithmus von Wayfair priorisiert weiterhin den Wert für die Kunden und berücksichtigt dabei Faktoren wie Liefergeschwindigkeit, Produktqualität und preisliche Wettbewerbsfähigkeit.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich langfristige Investitionen in Logistik, Kundenerlebnis und Produktpflege auszahlen könnten, da es dem Unternehmen gelingt, auch in einem herausfordernden Einzelhandelsumfeld zu wachsen.