Trump verdoppelt indische Zölle auf 50 Prozent wegen russischer Energiekäufe

Trump verdoppelt indische Zölle auf 50 Prozent wegen russischer Energiekäufe
Ananthu C U
06. Aug. 2025, 16:53 PM
  • Trump verdoppelt die Zölle gegen Indien auf 50 Prozent wegen russischer Energieimporte.
  • Der MSCI India ETF fiel zusammen mit der indischen Rupie, während die Ölpreise nach der Ankündigung stiegen.
  • Dieser Schritt erhöht den Druck auf die Nationen, inmitten des Ukraine-Krieges russisches Öl zu kaufen.

US-Präsident Donald Trump hat einen zusätzlichen Zoll von 25 % auf indische Waren angekündigt und als Grund für den Schritt die fortgesetzten Käufe russischer Energie durch Neu-Delhi genannt.

Der neue Zoll, der innerhalb von 21 Tagen eingeführt wird, kommt zu einem bestehenden länderspezifischen Zoll von 25 % hinzu, der über Nacht in Kraft treten soll und die Gesamtabgabe auf indische Importe auf 50 % erhöht.

Die Entscheidung folgt auf erfolglose Gespräche zwischen Washington und Moskau über den Krieg in der Ukraine, die zu keinem Durchbruch geführt haben.

Trump beschuldigte Indien, durch den Import von russischem Öl "die Kriegsmaschinerie anzuheizen" und bekräftigte in einem Interview mit CNBC seine Unzufriedenheit.

Die Märkte reagierten scharf auf die Nachrichten. Der iShares MSCI India ETF fiel auf Sitzungstiefs, die Ölpreise stiegen und die indische Rupie schwächte sich gegenüber dem US-Dollar deutlich ab.

Handelskonflikt eskaliert

Die Zollerhöhung markiert eine deutliche Eskalation im Handelsstreit Washingtons mit Indien.

Trump hat Neu-Delhi lange Zeit dazu gedrängt, seinen Markt weiter für US-Waren zu öffnen, aber monatelange Verhandlungen haben zu keinem Handelsabkommen geführt.

Der Präsident kritisierte auch die Mitgliedschaft Indiens im BRICS-Block der Entwicklungsländer, zu dem auch Russland und China gehören.

Mit diesem Schritt gehört Indien zu den Ländern, die mit den höchsten US-Zöllen konfrontiert sind.

Trump hatte zuvor mögliche Strafen für Länder angedeutet, die militärische Ausrüstung und Energie aus Russland kaufen, obwohl die Details bisher unklar waren.

Die neue Abgabe ist Teil einer umfassenderen US-Strategie, wirtschaftlichen Druck auf Länder auszuüben, die inmitten des anhaltenden Konflikts in der Ukraine, der nun schon im vierten Jahr andauert, Energiebeziehungen zu Moskau unterhalten.

Trump hat Russland eine Frist bis zum 8. August gesetzt, um einem Waffenstillstand zuzustimmen, und warnte vor möglichen Sanktionen und Sekundärzöllen gegen andere russische Energieabnehmer, einschließlich China.

Diplomatische Signale, aber kein Durchbruch

Am Mittwoch traf sich der US-Gesandte Steve Witkoff in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Nach Angaben des außenpolitischen Beraters des Kremls, Juri Uschakow, beinhaltete das dreistündige Treffen einen Austausch von "Signalen" zur Ukraine-Frage, führte aber zu keinen konkreten Vereinbarungen.

Uschakow bezeichnete die Gespräche als "nützlich und konstruktiv" und sagte, Moskau werde Trumps Antwort abwarten, bevor es weitere Kommentare abgebe.

In der Erklärung des Weißen Hauses wurde betont, dass die Zollerhöhung im Einklang mit dem US-Recht steht und den Kauf von russischem Öl verhindern soll, das nach Ansicht der westlichen Verbündeten dazu beigetragen hat, Putins Wirtschaft zu stützen und den internationalen Druck zur Beendigung des Krieges zu schwächen.

Trump deutete auch an, dass andere Länder in Kürze mit ähnlichen Zollerhöhungen konfrontiert sein könnten, und merkte an, dass die Regierung "ziemlich viel davon tut" und signalisierte, dass Entscheidungen "in der nächsten relativ kurzen Zeit" getroffen werden könnten.

Wirtschaftliche und geopolitische Implikationen

Die starke Erhöhung der Zölle belastet die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Indien zusätzlich.

Indien ist ein wichtiger Handelspartner der USA, und die höheren Kosten für seine Exporte könnten sich auf die Lieferketten und Verbrauchermärkte auswirken.

Gleichzeitig unterstreicht dieser Schritt, dass Washington die Handelspolitik als Instrument nutzt, um geopolitische Ziele voranzutreiben – insbesondere um Russland wirtschaftlich zu isolieren.

Es bleibt zwar abzuwarten, wie Neu-Delhi darauf reagieren wird, aber die Entscheidung signalisiert, dass die USA bereit sind, aggressive wirtschaftliche Maßnahmen gegen Verbündete und Gegner einzusetzen, um ihre Ukraine-Strategie zu verfolgen.