Warum die Schweizer Goldindustrie den Vorschlag des Swatch-CEOs zur US-Exportsteuer abgelehnt hat

Warum die Schweizer Goldindustrie den Vorschlag des Swatch-CEOs zur US-Exportsteuer abgelehnt hat
Sayantan Sarkar
14. Aug. 2025, 12:43 PM
  • Swatch-CEO schlägt als Vergeltung für die US-Zölle eine Goldexportsteuer von 39% in die USA vor.
  • Die Schweizer Goldindustrie lehnt die Steuer ab und begründet dies mit wirtschaftlichen Bedenken.
  • Das Schweizer Wirtschaftsministerium unterstützt die Hervorhebung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und der Schweiz und den Abbau von US-Zöllen.

Die einflussreiche Schweizer Goldindustrie hat am Donnerstag erhebliche Vorbehalte gegen einen umstrittenen Vorschlag des Chefs des renommierten Schweizer Uhrenherstellers Swatch geäussert.

Die Vorlage spricht sich für die Erhebung einer Abgabe auf Schweizer Goldexporte in die USA aus.

Diese Massnahme ist als Vergeltungsmassnahme als Reaktion auf die jüngste Einführung von Zöllen auf verschiedene Schweizer Waren durch die US-Regierung gedacht, wie Reuters berichtet.

Die Skepsis der Goldindustrie rührt von der Besorgnis über mögliche negative Auswirkungen auf ihre Wettbewerbsfähigkeit und die Schweizer Wirtschaft im Allgemeinen her, was auf einen möglichen Handelsstreit zwischen den beiden Ländern hinweist.

Zölle lösen Besorgnis aus

Letzte Woche kündigte US-Präsident Donald Trump die Verhängung eines Zolls von 39% auf eine Reihe von importierten Schweizer Waren an, was die Weltwirtschaft erschütterte.

Dieser Entscheid hat besonders bedeutende Auswirkungen auf die Schweiz, eine Alpenrepublik, die weltweit als wichtiger Raffinerie- und Transitknotenpunkt für Gold bekannt ist.

Die unerwarteten Zölle drohen langjährige Handelsbeziehungen zu stören und könnten weitreichende Folgen für das komplexe Netz des internationalen Handels mit Edelmetallen haben.

Zuvor hatte die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde auf mögliche Zölle auf die am häufigsten gehandelten Goldbarren in Amerika hingewiesen.

Präsident Trump kündigte jedoch am Montag an, dass Gold von diesen Zöllen ausgenommen werden soll.

Laut Swatch-CEO Nick Hayek, der mit der Schweizer Zeitung Blick sprach, würde sich Trumps Ankündigung von Zöllen auf Gold negativ auf den US-Präsidenten auswirken.

"Jetzt ist es an der Zeit, in die Offensive zu gehen. Die Schweiz sollte eine Exportsteuer von 39 Prozent auf Goldbarren für die Vereinigten Staaten anordnen", sagte Hayek der Zeitung.

Langfristige Interessen

Der Schweizerische Verband der Edelmetallfabrikanten und -händler (ASFCMP) erklärte, dass die Vorschläge zur Verbesserung der bilateralen Handelsbilanz zwar begrüsst würden, die langfristigen Interessen der Schweiz jedoch sorgfältig abgewogen werden müssten.

«Eine Exportsteuer auf Schweizer Gold, die für die USA bestimmt ist, würde nicht nur der Schweiz wirtschaftlich schaden, sondern auch dem Ruf eines Landes schaden, das den Freihandel konsequent gefördert und verteidigt hat», wird ASFCMP-Präsident Christoph Wild in dem Bericht zitiert.

Das Schweizer Wirtschaftsministerium begrüsste grundsätzlich die Unterstützung von Wirtschaftsvertretern und betonte seine Rolle bei der Hervorhebung der starken wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und der Schweiz.

Trump verteidigte seinen Zoll von 39% mit dem Hinweis auf den erheblichen Handelsüberschuss der Schweiz mit den Vereinigten Staaten, der zum Teil auf die Goldexporte zurückzuführen ist.

Laut Hayek würde eine Goldabgabe das Handelsdefizit der USA mit der Schweiz verringern, auch wenn sie Trump nicht beeinflussen würde.

Dem Blick sagte er:

Zwischen der Schweiz und amerikanischen Behörden laufen Gespräche mit dem Ziel, die US-Zölle zu senken.