Wall Street bereitet sich auf Nvidia-Gewinne vor, die den KI-Boom und die Risiken in China testen

Wall Street bereitet sich auf Nvidia-Gewinne vor, die den KI-Boom und die Risiken in China testen
Devesh Kumar
27. Aug. 2025, 15:44 PM
  • Nvidia meldet Gewinn für das 2. Quartal mit Umsatzprognose von 46,2 Mrd. $
  • Nachfrage nach KI-Chips und GB200/Blackwell Ultra-Lieferungen im Fokus.
  • Chinas Zölle und regulatorischer Druck bergen Wachstumsrisiken.

Nvidia, der zentrale Akteur im globalen KI-Hardware-Rennen, wird am Mittwoch nach Börsenschluss seine Quartalsergebnisse bekannt geben. Mit einem Wert von über 4 Billionen US-Dollar (Stand: Juli) gelten die Ergebnisse des Unternehmens als direkter Gradmesser für die Einführung und Dynamik von KI im gesamten Technologiesektor.

Investoren verfolgen genau, wie Nvidia mit regulatorischen Risiken in China umgeht, neue KI-Produktlinien skaliert und eine beispiellose Nachfrage nach seinen Rechenzentrumschips bedient, die die fortschrittlichsten KI-Systeme von heute antreiben.

Die KI-Nachfrage bleibt entscheidend für das Wachstum

Die Ergebnisse von Nvidia werden neue Erkenntnisse darüber liefern, ob der KI-Boom seine Dynamik beibehält oder Anzeichen einer Abkühlung zeigt.

Analysten und Investoren konzentrieren sich auf die Leistung des Unternehmens in seinen Kerngeschäften, wobei die Wall Street ein herausragendes Quartal erwartet.

Die Konsensprognosen gehen von einem bereinigten Gewinn von 1,01 $ pro Aktie bei einem Umsatz von 46,2 Mrd. $ aus, was einem Anstieg von 49% bzw. 53% gegenüber dem Vorjahr entspricht und weiterhin den größten Teil des Technologiesektors übertrifft.

Der größte Teil des Umsatzes von Nvidia stammt nach wie vor aus dem Rechenzentrumsgeschäft, das in diesem Quartal voraussichtlich 41,2 Milliarden US-Dollar erreichen wird, was einem deutlichen Anstieg gegenüber 26,2 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr entspricht, da Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta weiterhin Milliarden in die KI-Infrastruktur stecken.

Gaming, das zweitgrößte Segment von Nvidia, wird mit 3,8 Mrd. $ voraussichtlich ebenfalls solide Ergebnisse erzielen.

Die Anleger beobachten aufmerksam die Updates zu den Auslieferungen des GB200-Superchips, den Fortschritten bei der Skalierung des neuen Blackwell Ultra-Chips und den allgemeinen Trends bei KI-bezogenen Investitionen, die alle als Schlüsselindikatoren für eine anhaltende Unternehmensnachfrage angesehen werden.

Jüngste Prognosen deuten auf höhere Fertigungserträge für den GB200 hin, wobei die Lieferungen für das Gesamtjahr wahrscheinlich etwa 30.000 Racks erreichen werden, was die anhaltende Dynamik unterstreicht, da Hyperscaler ihre KI-Investitionen beschleunigen.

Optionshändler bereiten sich auf eine große Volatilität vor, da die Märkte nach den Ergebnissen einen möglichen Sprung in der Bewertung von Nvidia um 260 Mrd. $ einpreisen, was sowohl die Überzeugung als auch die Unsicherheit darüber widerspiegelt, ob der KI-Boom an Fahrt verliert oder sich auf seine nächste Phase vorbereitet.

China, Regulierung und strategischer Gegenwind

Geopolitischer und regulatorischer Druck, insbesondere in China, macht das ansonsten schnelle Wachstum von Nvidia noch komplexer.

Im April 2025 verbot die US-Regierung den Export bestimmter fortschrittlicher KI-Chips nach China, ein Schritt, der laut Nvidia im zweiten Quartal einen Umsatz von bis zu 8 Milliarden US-Dollar kosten könnte.

Obwohl das Verbot im Juli aufgehoben wurde, ersetzte die Trump-Regierung es durch einen Zoll von 15 Prozent auf Chipverkäufe nach China, was die Aussichten des Unternehmens in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt höchst ungewiss macht.

Um den Druck noch zu erhöhen, haben die chinesischen Aufsichtsbehörden inländische Unternehmen vor Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit den Nvidia-Chips gewarnt, Behauptungen, die das Unternehmen zurückgewiesen hat, die aber Hindernisse für das Wachstum darstellen könnten.

Als Reaktion darauf soll Nvidia an neuen China-spezifischen Chips arbeiten, die auf seiner Blackwell-Architektur basieren und noch von den US-amerikanischen und chinesischen Behörden genehmigt werden müssen.

In der Zwischenzeit dürften die 100-prozentigen Zölle der US-Regierung auf importierte Halbleiter keine direkten Auswirkungen haben, da Nvidia hauptsächlich außerhalb Chinas produziert und weiterhin von wichtigen Ausnahmeregelungen profitiert.