EU strebt strengere Regeln für die Gasherkunft an, um die Abhängigkeit von Russland zu verringern

EU strebt strengere Regeln für die Gasherkunft an, um die Abhängigkeit von Russland zu verringern
Sayantan Sarkar
29. Aug. 2025, 17:38 PM
  • EU schlägt neue Vorschriften vor, nach denen Unternehmen die Herkunft von importiertem Gas überprüfen müssen.
  • Diese Initiative zielt darauf ab, die russischen Energieimporte bis Januar 2028 auslaufen zu lassen.
  • Neue Verträge für russisches Gas sind ab Januar 2026 verboten, bestehende Verträge enden bis Januar 2028.

Die Europäische Union prüft derzeit die Umsetzung strengerer Vorschriften für Unternehmen in Bezug auf die Überprüfung der Herkunft ihres importierten Gases.

Diese Initiative ist ein Kernbestandteil der umfassenderen Strategie der EU, ihre Abhängigkeit von russischen Energieimporten schrittweise zu beenden.

Ein vertrauliches Dokument skizziert diese vorgeschlagenen Maßnahmen und deutet laut einem Bericht von Reuters auf eine signifikante Veränderung in der Energiebeschaffungspolitik der EU hin.

Dieser Schritt unterstreicht das Engagement der EU für die Diversifizierung ihrer Energiequellen und die Stärkung ihrer Energiesicherheit angesichts geopolitischer Überlegungen.

Diese strengeren Anforderungen zielen darauf ab, für mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht innerhalb der Gasversorgungskette zu sorgen, was möglicherweise zu einem robusteren und ethisch einwandfreieren Energiemarkt in der EU führen kann.

Als Reaktion auf den Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 will Brüssel seine langjährigen Energiebeziehungen zu Russland beenden.

Letzte Bestimmungen

Um dies zu erreichen, hat die Europäische Kommission im vergangenen Monat ein Gesetz vorgeschlagen, um die Einfuhren von russischem Öl und Gas aus der EU bis zum 1. Januar 2028 schrittweise zu unterbinden.

Es ist bekanntermaßen schwierig, die Herkunft von Gas nachzuweisen, insbesondere wenn es während des Transports gemischt wurde.

Der jüngste Verhandlungsvorschlag enthält Bestimmungen nach Ländern, die von Importeuren verlangen, den nationalen Behörden zusätzliche Unterlagen vorzulegen, um zu überprüfen, ob ihr Kraftstoff nicht russischen Ursprungs ist, heißt es in dem Bericht.

Diplomaten aus den EU-Ländern sollen den Vorschlag am Dienstag bei einem Treffen in Brüssel erörtern.

Das Dokument, das auf den 28. August datiert ist, wurde in dem Reuters-Bericht zitiert:

Diese Klausel gilt nicht für Gasimporte aus Ländern, die russische Gasimporte in ähnlicher Weise verboten oder sanktioniert haben.

Schrittweiser Ausstieg

Die Europäische Union plant, die russischen Gasimporte schrittweise zu unterbinden.

Neue Verträge sind ab Januar 2026 verboten, während bestehende kurzfristige Verträge bis zum 17. Juni 2026 auslaufen.

Die langfristigen Verträge sollen bis Januar 2028 auslaufen. Dieses umfassende Verbot zielt darauf ab, die Abhängigkeit der EU von russischem Gas zu verringern und ihre Energieunabhängigkeit zu stärken.

Dänemark, das derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat, hat das Verhandlungsdokument entworfen, lehnte es aber ab, es zu kommentieren.

In dem Dokument heißt es auch, dass Importeure von LNG-Ladungen aus Russland, die Gas unterschiedlicher Herkunft enthalten können, Unterlagen vorlegen müssen, in denen der Anteil des russischen Gases in diesen gemischten Lieferungen aufgeführt ist.

Die Regierungen arbeiten derzeit daran, eine einheitliche Haltung zu dem vorgeschlagenen Verbot russischer Gasimporte zu etablieren.

Diese wichtige Vereinbarung soll bis Mitte Oktober abgeschlossen werden. Nach diesem internen Regierungskonsens wird die vereinbarte Position dann Gegenstand von Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament sein.

Das ultimative Ziel dieser Gespräche ist die gemeinsame Verabschiedung und formelle Verabschiedung der endgültigen Gesetzgebung zum russischen Gasverbot.

Im vergangenen Jahr lieferte Russland etwa 19 % des europäischen Gases über die TurkStream-Pipeline und LNG-Lieferungen. Diese Zahl wird voraussichtlich auf 13 % im Jahr 2025 sinken, was einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Niveau von rund 45 % vor 2022 entspricht.