Aktien von T. Rowe steigen um 7% nach 1-Milliarde-Dollar-Deal mit Goldman Sachs

Aktien von T. Rowe steigen um 7% nach 1-Milliarde-Dollar-Deal mit Goldman Sachs
Ananthu C U
04. Sept. 2025, 16:08 PM
  • T. Rowe Price steigt um 7% nach 1-Milliarde-Dollar-Goldman-Deal zur Erweiterung des Zugangs zu Privatmarktinvestitionen.
  • Goldman kauft bis zu 3,5 % von T. Rowe und schließt sich mit Pensionsfonds mit Privatvermögen zusammen.
  • Die Partnerschaft stärkt die Aussichten von T. Rowe inmitten jahrelanger Abflüsse und rückläufiger Renditen bei aktiven Fonds.

Der Aktienkurs der T. Rowe Price Group stieg am Donnerstag, nachdem der in Baltimore ansässige Vermögensverwalter einen 1-Milliarde-Dollar-Deal mit Goldman Sachs angekündigt hatte, der darauf abzielt, den Zugang zu Privatmarktprodukten für Privatanleger zu erweitern.

Die Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt für das Unternehmen, das in den letzten Jahren mit Abflüssen und rückläufigen Renditen zu kämpfen hatte.

Goldman wird Stammaktien von T. Rowe Price im Wert von bis zu 1 Milliarde US-Dollar im Rahmen von Open-Market-Transaktionen kaufen und letztendlich bis zu 3,5 % des Unternehmens besitzen.

Neben der Investition werden die beiden Unternehmen zusammenarbeiten, um Co-Branding-Vermögens- und Pensionsfonds zu entwickeln, die Einzelpersonen, Finanzberatern und Plansponsoren einen besseren Zugang zu alternativen Vermögenswerten wie Private Equity und Private Credit ermöglichen sollen.

Strategische Partnerschaft zur Erweiterung des Zugangs zu Alternativen

Die Zusammenarbeit spiegelt den wachsenden Drang von Vermögensverwaltern wider, die Anlagemöglichkeiten für den Ruhestand zu erweitern.

Die Trump-Regierung hat kürzlich eine Durchführungsverordnung unterzeichnet, die es 401(k)-Plänen erlaubt, alternative Vermögenswerte, einschließlich Kryptowährungen und Privatmarktanlagen, einzubeziehen.

Dieser regulatorische Wandel hat Unternehmen wie T. Rowe Price und Goldman Sachs neue Möglichkeiten eröffnet, ihr Produktangebot zu diversifizieren und die Nachfrage der Anleger nach höherverzinslichen Strategien zu erschließen.

Die Partnerschaft wird Oak Hill Advisors, die vor vier Jahren von T. Rowe übernommene private Kreditfirma im Wert von 98 Milliarden US-Dollar, nutzen, um neue Altersvorsorge- und Vermögensverwaltungsprodukte zu stärken.

Zu den geplanten Auflegungen gehören Zielstrategien und Modellportfolios, die sowohl öffentliche als auch private Vermögenswerte integrieren sollen.

David Solomon, CEO von Goldman Sachs, betonte in einer Erklärung die strategische Ausrichtung und verwies auf "ein gemeinsames Vermächtnis des Erfolgs, Ergebnisse für Investoren zu erzielen".

Er merkte an, dass die lange Geschichte von Goldman sowohl auf den öffentlichen als auch auf den privaten Märkten in Kombination mit der Stärke von T. Rowe im aktiven Management es den Kunden ermöglichen wird, "zuversichtlich in die neuen Möglichkeiten der Altersvorsorge und des Vermögensaufbaus zu investieren".

Herausforderungen für den Preis von T. Rowe

Trotz der Rallye am Donnerstag stand T. Rowe Price in den letzten Jahren vor erheblichen Herausforderungen.

Das Unternehmen hatte Schwierigkeiten, sich an den Anstieg der börsengehandelten Fonds (ETFs) anzupassen und konzentrierte sich weiterhin stark auf das traditionelle aktive Management.

Dies hat zu anhaltenden Abflüssen geführt, wobei das Unternehmen 17 Quartale in Folge Nettoabhebungen verzeichnete.

Das letzte Quartal mit Nettozuflüssen war Anfang 2021, und die Aktie liegt immer noch fast 50% unter ihrem Allzeithoch im selben Jahr.

Zum 31. Juli verwaltete das Unternehmen ein Vermögen von 1,7 Billionen US-Dollar.

Dennoch räumte CEO Rob Sharps in der jüngsten Telefonkonferenz des Unternehmens ein, dass die Abflüsse in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 voraussichtlich anhalten werden, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau als zu Beginn des Jahres.

Nichtsdestotrotz hat sich T. Rowe ein starkes Standbein im Bereich der Altersvorsorge bewahrt, insbesondere als größter US-Manager von aktiven Zielprodukten.

Die Goldman-Partnerschaft baut auf dieser Stärke auf, indem sie einen erweiterten Zugang zu alternativen Anlagen innerhalb von Rentenportfolios bietet.

Branchenkontext und Zukunftsaussichten

Der Deal wirft auch ein Schlaglicht auf breitere Branchentrends. Aktive Manager stehen unter zunehmendem Druck, da die Gebühren für Investmentfonds und ETFs in den letzten drei Jahrzehnten stark gesunken sind.

Nach Angaben des Investment Company Institute sind die durchschnittlichen Kostenquoten für Aktien- und Rentenfonds seit Mitte der 1990er Jahre um mehr als die Hälfte gesunken.

Als Reaktion darauf suchen viele Unternehmen nach Partnerschaften und neuen Einnahmequellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Für Goldman bietet die Beteiligung an T. Rowe den Zugang zu einem Unternehmen mit einer großen Präsenz im Ruhestand und einem großen Kundenstamm.

Für T. Rowe eröffnet die Zusammenarbeit einen Weg, um Produkte anzubieten, die das Unternehmen alleine nur schwer hätte entwickeln können.

Sharps betonte in einem Interview mit Barron's, dass die Partnerschaft nicht als Auftakt zu einer Übernahme durch Goldman interpretiert werden sollte.

Stattdessen beschrieb er das Vorhaben als eine Möglichkeit, "einzigartige Lösungen" sowohl für Vermögensvermehrer als auch für Rentner zu entwickeln.

Die Aktien von T. Rowe Price stiegen am Donnerstag nach der Ankündigung im Handel um 7,02%, obwohl die Aktie seit Jahresbeginn um 7% gefallen ist, während der S&P 500 um fast 10% zugelegt hat.

Ob die Goldman-Allianz die längerfristigen Herausforderungen von T. Rowe umkehren kann, wird davon abhängen, wie erfolgreich die Unternehmen die Nachfrage der Anleger nach alternativen Anlagen in Altersvorsorgeportfolios befriedigen können.