BYD auf der Münchner Automesse: EV-Hersteller stellt ehrgeizigen Expansionsplan für Europa vor

BYD auf der Münchner Automesse: EV-Hersteller stellt ehrgeizigen Expansionsplan für Europa vor
Utkarsh Roshan
08. Sept. 2025, 16:06 PM
  • BYD Co. verdoppelt seine Präsenz in Europa, da das Unternehmen in China einem harten Wettbewerb und einem erbitterten Preiskampf ausgesetzt ist.
  • Li sagte auf der Messe in München, dass der Dolphin Surf das erste Modell sein wird, das in Europa produziert wird.
  • Chinesische Autohersteller haben ihren europäischen Marktanteil zwischen Januar und Juli 2025 auf 4,8 % fast verdoppelt.

BYD Co. verdoppelt seine Präsenz in Europa, da das Unternehmen in China einem harten Wettbewerb und einem erbitterten Preiskampf ausgesetzt ist.

Der Elektrofahrzeugriese fügt neue Modelle hinzu, baut seine Präsenz im Einzelhandel aus und schmiedet Lieferantenpartnerschaften, um gegenüber etablierten europäischen Autoherstellern Boden gutzumachen.

Europa mit Models und Showrooms

Executive Vice President Stella Li sagte am Montag auf der Münchner Automesse, dass BYD bis Ende 2025 mehr als 1.000 Filialen in 32 Ländern in ganz Europa haben wird.

Der Autohersteller bietet jetzt 13 Modelle in der Region an, vor zwei Jahren waren es noch sechs.

Sein jüngstes Mitglied in Europa, der Seal 6 DM-i Touring Plug-in-Hybrid, verfügt über eine kombinierte Reichweite von 1.350 Kilometern (839 Meilen).

Im Inland haben BYD und Konkurrenten wie Xpeng und Leapmotor mit einem mörderischen Preiskampf zu kämpfen, der die Margen drastisch gedrückt hat.

Die Europäische Union hat Zölle auf aus China importierte Elektrofahrzeuge eingeführt, aber BYD und andere chinesische Hersteller bauen ihre Präsenz weiter aus.

BYD hat sein Angebot mit mehr Hybrid- und Verbrennungsmodellen diversifiziert, die nicht unter die höheren Zölle fallen, während es gleichzeitig Vertriebspartnerschaften aufbaut und sich verpflichtet, die Produktion vor Ort aufzubauen.

Li sagte, dass der Dolphin Surf das erste Modell sein wird, das in Europa produziert wird.

Die Produktion des vollelektrischen Kleinwagens soll noch in diesem Jahr in einem neuen Werk im südungarischen Szeged starten.

Durch die Produktion des Autos in Europa wird BYD den Zoll von 27 % vermeiden, der derzeit auf batterieelektrische Fahrzeuge erhoben wird, die aus China importiert werden, gegenüber den vorherigen 10 %.

Laut JATO Dynamics haben die chinesischen Autohersteller ihren europäischen Marktanteil zwischen Januar und Juli 2025 im Vergleich zum Vorjahr auf 4,8 % fast verdoppelt.

Die europäischen Verkäufe von BYD stiegen bis Juli um 290 % auf über 84.000 Fahrzeuge, obwohl das Unternehmen mit einer nachlassenden Nachfrage in China konfrontiert ist.

McKinsey geht davon aus, dass chinesische Marken schließlich einen Anteil gewinnen könnten, der mit dem japanischer (14 %) und koreanischer (9 %) Hersteller vergleichbar ist

Showdown in München

Die diesjährige IAA Mobility in München unterstreicht den eskalierenden Wettbewerb.

Die europäischen etablierten Unternehmen Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW und Renault stellen ihre eigenen Gegenstrategien vor, während die chinesischen Rivalen an Zugkraft gewinnen.

Branchenvertreter warnen, dass der europäische Markt genauso unversöhnlich werden könnte wie der chinesische, da Kostensenkungen und Effizienzkämpfe drohen.

Angesichts des angespannten Absatzes in China und der sich verlangsamenden Produktion ist das Unternehmen zunehmend auf eine Beschleunigung des Wachstums in Europa angewiesen.

In der Zwischenzeit bereiten Mercedes-Benz, BMW und Renault wettbewerbsfähige Antworten vor, um ihre Positionen auf dem europäischen Markt zu verteidigen.