Chinas SAMR sagt, Nvidia habe gegen das Antimonopolgesetz verstoßen; Aktien fallen
- Chinas Regulierungsbehörde sagt, Nvidia habe gegen die Wettbewerbsregeln im Zusammenhang mit dem Mellanox-Deal verstoßen.
- Der Schritt fällt mit den Handelsgesprächen zwischen den USA und China in Madrid zusammen.
- Der Aktienkurs von Nvidia fiel im vorbörslichen Handel um 2,5% und wurde erneut unter die Lupe genommen.
Der US-Chipriese Nvidia sieht sich in China einer neuen Runde kartellrechtlicher Prüfungen gegenüber, die seine Probleme in einem kritischen Markt verschärfen, da Washington und Peking über den Zugang zu Technologie streiten.
Am Montag teilte die Staatliche Verwaltung für Marktregulierung (SAMR) mit, dass vorläufige Untersuchungen gezeigt hätten, dass Nvidia gegen das chinesische Antimonopolgesetz verstoßen habe.
Die Regulierungsbehörde deutete an, dass das Unternehmen möglicherweise gegen Verpflichtungen verstoßen hat, die es im Jahr 2020 eingegangen war, als China die Übernahme des israelischen Chipdesigners Mellanox Technologies im Wert von 7 Milliarden US-Dollar genehmigte.
SAMR machte keine Angaben zu den mutmaßlichen Verstößen und skizzierte keine möglichen Strafen, bestätigte aber, dass sie ihre Untersuchung fortsetzen werde.
Die Ankündigung belastete die Stimmung der Anleger, da die Nvidia-Aktie im vorbörslichen Handel in New York um 2,5% fiel.
Verpflichtungen im Rahmen des Mellanox-Deals rücken in den Fokus
Die Übernahme von Mellanox durch Nvidia im Jahr 2020 wurde von den chinesischen Aufsichtsbehörden unter der Bedingung genehmigt, dass das US-Unternehmen die Lieferung seiner Chips auf den chinesischen Markt garantiert.
Diese Genehmigung erfolgte, bevor Washington weitreichende Beschränkungen für den Verkauf fortschrittlicher Halbleiter nach China verhängte.
Nach Ansicht von SAMR hat das Unternehmen möglicherweise Aspekte dieser Verpflichtungen nicht eingehalten.
Die Regulierungsbehörde leitete im Dezember eine formelle Untersuchung gegen Nvidia ein, und das Update vom Montag deutet darauf hin, dass die Untersuchung auf ein formelleres Stadium zusteuert.
Die Überprüfung spiegelt die wachsende Sensibilität in Peking wider, was die Abhängigkeit von US-Technologie angeht.
Während die Netzwerkprodukte von Mellanox viele globale Rechenzentren unterstützen, auch in China, haben die Exportverbote in Washington die Menge der hochmodernen KI-Hardware von Nvidia eingeschränkt, die chinesische Kunden erreichen kann.
Handelsgespräche durch Chip-Spannungen überschattet
Die Ankündigung fiel mit der jüngsten Runde der Handelsgespräche zwischen hochrangigen US-amerikanischen und chinesischen Beamten in Madrid zusammen, die am Sonntag begann.
Das Timing unterstreicht, dass die Technologie nach wie vor ein Brennpunkt in den breiteren wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Mächten ist.
Am Wochenende leitete Peking zwei separate Untersuchungen zu Halbleitern ein: eine Antidumpinguntersuchung gegen einige aus den USA importierte Chips und eine Überprüfung der amerikanischen Exportbeschränkungen, die nach Ansicht chinesischer Beamter die heimische Industrie diskriminieren.
Analysten sagten, dass der kartellrechtliche Schritt gegen Nvidia Teil einer umfassenderen Strategie sein könnte, um US-Maßnahmen entgegenzuwirken, die Chinas Zugang zu fortschrittlichen Prozessoren einschränken.
"Chips stehen nach wie vor im Mittelpunkt der geopolitischen Rivalität, und Peking signalisiert, dass es regulatorische Instrumente als Druckmittel einsetzen wird", sagte ein in Asien ansässiger Handelsanalyst.
Nvidias angespannte Position in China
Nvidia hatte in den letzten Jahren ein schwieriges Verhältnis zum chinesischen Markt und musste sich sowohl mit den US-Beschränkungen als auch mit den regulatorischen Anforderungen Pekings auseinandersetzen.
Anfang dieses Jahres blockierten die chinesischen Behörden die Auslieferung ihres H20-Chips, eines Produkts, das speziell für die Einhaltung der US-Exportkontrollen entwickelt wurde.
Im vergangenen Monat traf das Unternehmen eine Vereinbarung mit Washington, um einen Teil des Verkaufs von Halbleitern nach China wieder aufzunehmen, im Gegenzug für die Übergabe von 15 % der damit verbundenen Einnahmen an die US-Regierung.
Der Vorstandsvorsitzende Jensen Huang hat davor gewarnt, dass der größte KI-Markt der Welt an lokale Rivalen wie Huawei abgetreten werden könnte, wenn US-Chiphersteller aus China ausgeschlossen werden.
Er schätzt, dass der chinesische KI-Markt innerhalb von drei Jahren 50 Milliarden US-Dollar erreichen könnte.
Chinesische Regulierungsbehörden haben auch Unternehmen, darunter Tencent und ByteDance, unter Druck gesetzt, den Kauf des H20-Chips zu erklären, was Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit aufkommen lässt.
Nvidia selbst wurde letzten Monat von der chinesischen Cyberspace-Regulierungsbehörde vorgeladen, um Fragen zu beantworten, ob seine Produkte Backdoor-Risiken enthalten.
Ausblick für Nvidia
Die jüngste Untersuchung unterstreicht die prekäre Position von Nvidia, dem weltweit führenden Anbieter von KI-Chips, da er im Zentrum der technologischen Pattsituation zwischen den USA und China steht.
Das kometenhafte Wachstum des Unternehmens hat es zu einem Ziel sowohl für Washingtons Exportbeschränkungen als auch für den regulatorischen Druck Pekings gemacht.
Während 60 von 66 Brokern die Aktie immer noch mit "Kaufen" oder höher bewerten, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 210 $, sieht sich Nvidia in einem seiner wichtigsten Überseemärkte mit wachsender Unsicherheit konfrontiert.
Während die Handelsgespräche in Madrid fortgesetzt werden, wird das Ausmaß der Fähigkeit von Nvidia, nach China zu verkaufen, ein zentraler Test dafür bleiben, wie weit die beiden Regierungen bereit sind, ihre Rivalität im Technologiebereich voranzutreiben.
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