Der neue Deal von TikTok nimmt Gestalt an: Ein genauerer Blick auf Käufer und die nächsten Schritte für die Plattform

Der neue Deal von TikTok nimmt Gestalt an: Ein genauerer Blick auf Käufer und die nächsten Schritte für die Plattform
Devesh Kumar
17. Sept. 2025, 05:33 AM
  • Die US-Aktivitäten von TikTok könnten in ein neues amerikanisches Unternehmen umgewandelt werden, um Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit auszuräumen.
  • Der US-Anteil von ByteDance lag bei unter 20 %, wobei über die Lizenzierung des TikTok-Algorithmus noch verhandelt wird.
  • Trump plant, den Deal mit Xi Jinping zu besprechen und damit möglicherweise die Zukunft von TikTok auf dem US-Markt zu entscheiden.

Die langjährige regulatorische Saga von TikTok in den USA hat diese Woche eine entscheidende Wendung genommen: Jetzt liegt ein vorläufiger Deal auf dem Tisch, der die Zukunft der App in einem der profitabelsten Märkte neu gestalten könnte.

Nach Angaben von Beamten, die über die Angelegenheit informiert wurden, würden die US-Aktivitäten von TikTok in ein neues Unternehmen ausgegliedert, das sich größtenteils im Besitz amerikanischer Investoren befindet, ein Schritt, der darauf abzielt, die von Washington geäußerten Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit auszuräumen.

Der Rahmen, der nach hochrangigen Gesprächen zwischen US-amerikanischen und chinesischen Beamten in Madrid bekannt gegeben wurde, bereitet den Weg für Präsident Donald Trump, den Vorschlag Ende dieser Woche direkt mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu besprechen, ein Gespräch, das darüber entscheiden könnte, ob das Abkommen zustande kommt.

Die Käufer hinter dem neuen TikTok America

Die Investorengruppe rund um TikTok ist ein schlagkräftiges Konsortium.

Oracle Corp., das Venture-Capital-Powerhouse Andreessen Horowitz und die Private-Equity-Gesellschaft Silver Lake Management haben sich alle bereit erklärt, sich an der neuen US-Einheit zu beteiligen.

Während die genaue Aufteilung der Eigentumsverhältnisse unklar bleibt, würde die Beteiligung von ByteDance auf unter 20 % begrenzt, im Einklang mit einem nationalen Sicherheitsgesetz von 2024, das ausländische Desinvestitionen vorschreibt.

Darüber hinaus würden die bestehenden amerikanischen Geldgeber von ByteDance am Ende etwa 30 % des Geschäfts erhalten, während externe Investoren, einschließlich Oracle und seine Partner, etwa 50 % kontrollieren würden.

Für Oracle festigt der Deal seine Rolle als Infrastruktur-Rückgrat von TikTok.

Der in Austin ansässige Software-Riese bietet bereits Cloud-Hosting für die Plattform im Rahmen des "Project Texas" an, einer Multimilliarden-Dollar-Vereinbarung, die sicherstellt, dass amerikanische Nutzerdaten in den USA bleiben.

Diese langjährige Vereinbarung, zusammen mit den starken Lobbybeziehungen von Oracle in Washington, positionierte es als natürliche Wahl, um den jüngsten Deal zu verankern.

Die Anleger begrüßten die Nachricht und drückten die Oracle-Aktie am Dienstag kurzzeitig in die Nähe eines Gewinns von sechs Prozent, bevor sie zurückging.

Da die Aktien in diesem Jahr bereits um mehr als 80 % gestiegen sind, erweist sich das Cloud-Angebot von Oracle als stärkster Wachstumstreiber, und der TikTok-Vertrag verstärkt diese Dynamik nur noch.

Dennoch haben Vertreter von Oracle, Andreessen Horowitz, Silver Lake und TikTok zum Kleingedruckten geschwiegen und bekräftigt, dass der Deal noch politisch überprüft wird.

Wie geht es weiter: Algorithmen, Geopolitik und Zulassungshürden

Die größte ungelöste Frage ist die Empfehlungsmaschine von TikTok, der hoch geschätzte Algorithmus, der den süchtig machenden Feed antreibt.

US-Beamte haben auf eine strikte Desinvestition im Rahmen des vom damaligen Präsidenten Joe Biden im vergangenen Jahr unterzeichneten Gesetzes gedrängt, das ByteDance daran hindert, jegliche operative Kontrolle, auch über die Software, zu behalten.

Chinesische Beamte bestehen jedoch darauf, dass ByteDance den Algorithmus an den US-Ableger von TikTok lizenzieren würde, ein Kompromiss, der Washington möglicherweise nicht vollständig zufriedenstellt.

Der Algorithmus-Streit unterstreicht, wie viel auf dem Spiel steht: Ohne ihn droht TikTok seinen wertvollsten Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Instagram Reels und YouTube Shorts zu verlieren.

Die politische Dynamik ist noch größer. Das Abkommen ist zu einem Druckmittel in den breiteren Beziehungen zwischen den USA und China geworden, insbesondere im Handelsbereich.

Frühere Versuche, die Eigentumsverhältnisse von TikTok zu klären, waren gescheitert, als Peking nach neuen US-Zöllen im April die Genehmigung verweigerte.

Dieses Mal hat Trump seine persönliche Glaubwürdigkeit auf eine Einigung gesetzt, indem er am Dienstag gegenüber Reportern sagte, er habe "einen Deal über TikTok" und plane, Details am Freitag direkt mit Xi zu bestätigen.

Wenn beide Regierungschefs ihren Segen geben, könnte TikTok endlich die Jahre der Unsicherheit hinter sich lassen und mit neuen amerikanischen Eigentümern auf dem US-Markt weitertätig sein.

Ein Scheitern könnte jedoch die Drohungen mit einem landesweiten Verbot neu entfachen und das diplomatische Tauwetter verderben, das beide Länder sorgfältig verfolgt haben.