Nvidia-CEO Jensen Huang räumt Herausforderungen in China ein und verweist auf geopolitische Agenden

Nvidia-CEO Jensen Huang räumt Herausforderungen in China ein und verweist auf geopolitische Agenden
Diya Poddar
17. Sept. 2025, 15:42 PM
  • Nvidia-CEO Huang sagt, dass die Aussichten für China von der US-China-Politik abhängen, nicht von der Unternehmensstrategie oder der Nachfrage.
  • China blockiert Nvidia-Chips und fügt kartellrechtliche Untersuchung hinzu, da die US-Exportbestimmungen und die Politik die Verkäufe belasten.
  • Nvidia investiert 11 Mrd. £ in britischen KI-Vorstoß und warnt die Anleger davor, bei Prognosen auf China zu setzen.

Nvidia-Chef Jensen Huang sprach über die ungewisse Zukunft des Unternehmens in China, nachdem berichtet wurde, dass das Land den Kauf seiner Chips für künstliche Intelligenz blockiert hat.

Seine Äußerungen unterstreichen das Ausmaß, in dem die globale Politik und nicht die Marktnachfrage die Position des Chipherstellers in einem seiner größten Märkte prägt.

Huang betonte, dass Nvidia zwar einen bedeutenden Beitrag zur chinesischen Technologieindustrie geleistet habe, das Ergebnis nun aber weitgehend von den Regierungsverhandlungen zwischen Peking und Washington und nicht von der eigenen Strategie des Unternehmens abhänge.

Huang verbindet China-Chipblock mit US-China-Agenden

Am Mittwoch hatte Chinas Cyberspace Administration Unternehmen, darunter ByteDance und Alibaba, angewiesen, Nvidias RTX Pro 6000D, einen speziell für den chinesischen Markt entwickelten Chip, nicht zu kaufen, berichtete die Financial Times.

In London sagte Huang, Nvidia könne nur Märkte bedienen, in denen es willkommen sei, und wies darauf hin, dass die Entscheidung größere geopolitische Agenden zwischen China und den Vereinigten Staaten widerspiegele.

Er fügte hinzu, dass Nvidia Analysten angewiesen habe, China nicht in die Finanzprognosen einzubeziehen, da die Aussichten des Landes von den politischen Entscheidungen beider Regierungen abhängen würden.

Huang bezeichnete die Präsenz des Unternehmens in China in den letzten Jahren als "eine Art Achterbahnfahrt", da sich die Handelsregeln und Exportbeschränkungen wiederholt geändert haben.

Finanzieller und regulatorischer Gegenwind in China

Der jüngste Schritt erfolgt, nachdem die USA zuvor die Exporte von Nvidias KI-Halbleitern, einschließlich des weniger leistungsstarken H20-Serverchips, unter Berufung auf nationale Sicherheitsrisiken eingeschränkt hatten.

Im August gab das Weiße Haus bekannt, dass Präsident Donald Trump und Huang eine Vereinbarung getroffen haben, nach der Nvidia Exportlizenzen erhalten wird, wobei 15 % der chinesischen Verkäufe des H20 der US-Regierung zugewiesen werden.

China hat auch die behördliche Kontrolle von Nvidia verstärkt.

Anfang dieser Woche leitete die staatliche Verwaltung für Marktregulierung eine Anti-Monopol-Untersuchung der Übernahme von Mellanox durch Nvidia ein, einem israelischen Unternehmen, das sich auf Netzwerklösungen für Rechenzentren und Server spezialisiert hat.

Dies verschärft die Herausforderungen, vor denen das Unternehmen steht, das eine langjährige Präsenz im chinesischen Technologiesektor aufgebaut hat.

Nvidia verlagert Fokus auf britische und globale Märkte

Trotz der Unsicherheit in China treibt Nvidia die Investitionen in anderen Regionen voran.

Am Dienstag kündigte das Unternehmen eine Finanzierung von 11 Mrd. £ für die KI-Infrastruktur in Großbritannien an.

Die Ankündigung fiel mit Huangs Teilnahme am Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Großbritannien zusammen, bei dem mehrere andere amerikanische Technologieunternehmen, darunter Microsoft, Google und Salesforce, ebenfalls milliardenschwere KI-Investitionen im Land zusagten.

Huang betonte, dass Nvidia sowohl die US-amerikanische als auch die chinesische Regierung weiterhin unterstütze, und bekräftigte, dass das Unternehmen seit drei Jahrzehnten mit chinesischen Unternehmen zusammenarbeite.

Er sagte, dass der chinesische Markt angesichts seiner Größe und der Stärke seiner Technologiebranche weiterhin bedeutend sei, räumte aber ein, dass seine zukünftige Rolle im Umsatzmix von Nvidia eher von Regierungsentscheidungen als von kommerziellen Partnerschaften abhängen werde.

Geopolitischer Druck überschattet Nvidias Rolle in China

Huangs Kommentare zeigen, wie sich die Beziehung von Nvidia zu China über das Geschäft hinaus in den Bereich der internationalen Politik verlagert hat.

Während das Unternehmen stark investiert und eine Rolle bei der technologischen Entwicklung Chinas gespielt hat, hängt seine Fähigkeit, diese Position zu halten, nun von geopolitischen Verhandlungen ab.

Für die Anleger war die Botschaft klar: China kann nicht als verlässlicher Teil des Finanzausblicks von Nvidia behandelt werden, bis die USA und China umfassendere Streitigkeiten über KI und Halbleitertechnologie beigelegt haben.