Oracle-Aktien rutschen ab, da Analyst die Wirtschaftlichkeit von KI-Cloud-Deals in Frage stellt
- Der Aktienkurs von Oracle fiel innerhalb von 3 Tagen um 9,7 % und liegt damit um 14 % unter dem Höchststand vom 10. September und tritt damit in den Korrekturbereich ein.
- Redburn stuft Oracle auf Verkauf herab und sagt, dass der OpenAI-Cloud-Deal dünne Margen bietet und einen Aktienkurs von 175 $ anstrebt.
- Skepsis der Analysten unterstreicht das Risiko bei KI-Geschäften; Oracle steht auf dem Prüfstand bei der langfristigen Rentabilität.
Oracle Corp. steht nach einem starken Ausverkauf seiner Aktien in dieser Woche erneut unter der Lupe der Anleger, der durch die Befürchtung angeheizt wurde, dass die viel gepriesene Partnerschaft des Unternehmens mit OpenAI im Bereich der künstlichen Intelligenz nicht die erwarteten finanziellen Vorteile bringen könnte.
Der Rückgang kommt nur wenige Wochen, nachdem der Softwareriese eine optimistische Prognose für das Wachstum der Cloud-Einnahmen abgegeben hatte, was zunächst die Marktstimmung ankurbelte.
Aktie fällt in den Korrekturbereich
Die Oracle-Aktie wurde bei 296,98 $ gehandelt, was einem Rückgang von 3,72% gegenüber dem Vortag entspricht.
Die Oracle-Aktie ist nun in drei aufeinanderfolgenden Sitzungen gefallen und im Berichtszeitraum um 9,7% gefallen, was die Aktie in den Korrekturbereich gebracht hat.
Die Aktien sind nun um 14% gegenüber ihrem Allzeithoch vom 10. September gefallen.
Am Donnerstag rutschte die Aktie weiter ab, was die wachsende Besorgnis der Anleger darüber widerspiegelt, ob der breitere KI-getriebene Handel an Dynamik verliert.
Der Rückgang der Oracle-Aktie folgt auf einen starken Anstieg Anfang September, als der Optimismus in Bezug auf das Cloud-Geschäft des Unternehmens und seine Rolle bei der Unterstützung des Betriebs von OpenAI die Bewertungen auf Rekordhöhen trieb.
Analysten weisen jedoch darauf hin, dass ein Teil der Schwäche darauf zurückzuführen sein könnte, dass die Händler nach der jüngsten Rallye ihre Gewinne eingespart haben.
Dennoch wächst die Befürchtung, dass das Wachstumsnarrativ von Oracle fragiler sein könnte als bisher angenommen, insbesondere angesichts der Risiken überhöhter Bewertungen und der Komplexität seiner Partnerschaftsvereinbarungen innerhalb des KI-Ökosystems.
Redburn gibt Verkaufsrating ab
Die Vorsicht der Anleger verschärfte sich, nachdem der Analyst von Rothschild and Co. Redburn, Alex Haissl, ein seltenes Verkaufsrating für Oracle abgab und ein Kursziel von 175 $ festlegte.
Dieses Ziel impliziert einen potenziellen Rückgang von 43% gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch.
In einer Mitteilung an die Kunden argumentierte Haissl, dass der Markt "den Wert der vertraglich vereinbarten Cloud-Umsätze von Oracle erheblich überschätzt" und verwies auf die Struktur des 300-Milliarden-Dollar-Deals mit OpenAI.
Er sagte, dass die Rolle von Oracle bei der Unterstützung groß angelegter KI-Implementierungen eher der eines Finanziers als der eines traditionellen Cloud-Anbieters ähnelt, mit Margen, die deutlich geringer sind, als viele Investoren erwarten.
"Der Markt erkennt bereits, dass die Bereitstellung von Rechenleistung für OpenAI ein Geschäft mit geringeren Margen ist – geht aber immer noch davon aus, dass er dem Cloud-1.0-Playbook folgen wird, bei dem sich die Wirtschaftlichkeit im Laufe der Zeit durch eine höhere Asset-Auslastung und Software-Layering verbessert hat", schrieb Haissl.
"Dieser Rahmen gilt hier nicht. Die Wirtschaftlichkeit von Oracle ist weitgehend festgelegt und kontrahiert, wobei der Vorteil von OpenAI zufließt."
Haissl wies auch darauf hin, dass die Beteiligung von Oracle durch die operative Kontrolle von OpenAI über "Stargate", seine fortschrittliche Supercomputing-Infrastruktur, weiter eingeschränkt wird, was die Fähigkeit von Oracle einschränkt, zusätzlichen Wert aus der Partnerschaft zu ziehen.
Breiterer Marktkontext
Haissls Einschätzung steht in scharfem Kontrast zur breiteren Analystengemeinschaft, wo 33 von 44 Analysten, die Oracle beobachten, die Aktie laut LSEG-Daten als "Kauf" oder "starker Kauf" bewerten.
Seine pessimistische Haltung unterstreicht eine Verschiebung in der Art und Weise, wie Anleger KI-bezogene Geschäfte kritischer bewerten und sich auf die Rentabilität und nicht auf die Gesamtvertragswerte konzentrieren können.
Die Skepsis gegenüber Oracle spiegelt Episoden zu Beginn des Jahres wider, als KI-Urgesteine wie Nvidia aus Angst vor zunehmendem Wettbewerb und geopolitischer Unsicherheit unter Druck gerieten.
Die Nvidia-Aktie zum Beispiel sah sich mit einem starken Ausverkauf konfrontiert, da befürchtet wurde, dass das Aufkommen von DeepSeek die Nachfrage nach seinen High-End-Prozessoren dämpfen könnte.
Seitdem hat sich der Chiphersteller erholt, wobei seine Aktie im Jahr 2025 um mehr als 30% gestiegen ist.
Für Oracle verdeutlicht der jüngste Rückgang sowohl die Chancen als auch die Risiken, die mit dem KI-Boom verbunden sind.
Während die Cloud-Infrastruktur des Unternehmens nach wie vor ein zentraler Bestandteil der Expansion des Sektors ist, verlagert sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die wirtschaftlichen Grundlagen dieser groß angelegten Partnerschaften.
Ob Oracle in der Lage ist, seinen hochkarätigen OpenAI-Deal in nachhaltigen Wert umzusetzen, wird in den kommenden Monaten wahrscheinlich eine Schlüsselfrage für die Märkte bleiben.
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