Ihr werbefreier Facebook-Feed kostet in Großbritannien bald 2,99 £ pro Monat

Ihr werbefreier Facebook-Feed kostet in Großbritannien bald 2,99 £ pro Monat
Deepali Singh
26. Sept. 2025, 12:50 PM
  • Meta wird kostenpflichtige, werbefreie Versionen von Facebook und Instagram in Großbritannien auf den Markt bringen.
  • Der Service kostet 2,99 £ pro Monat im Internet oder 3,99 £ für mobile Apps.
  • Die britische Datenschutzbehörde, das Information Commissioner's Office, begrüßte den Schritt.

In einem bahnbrechenden Schritt, der einen scharfen neuen Schlussstrich im globalen Kampf um den digitalen Datenschutz zieht, wird Meta Platforms Inc. kostenpflichtige, werbefreie Versionen von Facebook und Instagram im Vereinigten Königreich auf den Markt bringen.

Die Entscheidung ist ein wichtiger strategischer Sieg für den Social-Media-Riesen, der nach Jahren des erbitterten und kostspieligen Krieges mit den Regulierungsbehörden in der Europäischen Union einen willigen Partner in einem Großbritannien nach dem Brexit gefunden hat.

Die Einführung, die in den kommenden Wochen beginnen soll, stellt einen grundlegenden Wandel im Geschäftsmodell des Unternehmens dar, da es sich in einer Welt bewegt, in der der Preis des Datenschutzes immer deutlicher wird.

Der Preis für einen werbefreien Feed

Zum ersten Mal werden Nutzer in Großbritannien über 18 Jahren vor eine klare Wahl gestellt: Sie können Facebook und Instagram weiterhin kostenlos mit personalisierten Anzeigen nutzen oder für ein saubereres, werbefreies Erlebnis bezahlen.

Die Kosten betragen 2,99 £ pro Monat für den Zugriff im Internet oder 3,99 £ für die iOS- und Android-Apps. Meta wies darauf hin, dass der höhere Preis für den mobilen Zugang eine direkte Folge der Abonnementgebühren ist, die Apple und Google in ihren jeweiligen App-Stores erheben.

Ein Deal in London, ein Duell mit Brüssel

Dieses neue Modell wurde von der britischen Datenschutzbehörde, dem Information Commissioner's Office (ICO), herzlich und entscheidend begrüßt, die den Schritt als Schritt in die richtige Richtung begrüßte.

"Dies bringt Meta davon ab, Nutzer mit Anzeigen als Teil der Standardbedingungen für die Nutzung seiner Facebook- und Instagram-Dienste anzusprechen, was unserer Meinung nach nicht mit dem britischen Recht vereinbar ist", sagte ein Sprecher des ICO am Freitag.

Diese herzliche Vereinbarung steht in krassem Gegensatz zu dem erbitterten und anhaltenden Krieg des Unternehmens mit den Regulierungsbehörden in der Europäischen Union.

Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr eine teurere Version des Abonnementmodells in der EU auf den Markt gebracht, nur um im April mit einer lähmenden Geldstrafe von 200 Millionen Euro belegt zu werden, nachdem die Regulierungsbehörden argumentiert hatten, dass es immer noch gegen die Kartellvorschriften der Union verstoße und den Nutzern keine "echte freie Wahl" biete.

Selbst nachdem Meta das System optimiert hatte, forderte die Europäische Kommission im Juli weitere Änderungen, ein klares Zeichen dafür, dass der Kampf auf dem Kontinent noch lange nicht vorbei ist.

Kalkulierte Zurechtweisung: Metas Lob für einen neuen Weg

Die erfolgreiche Einführung in Großbritannien ist ein klarer Sieg für Meta, und das Unternehmen ließ es sich nicht nehmen, sie als Bestätigung des regulatorischen Weges Großbritanniens nach dem Brexit darzustellen – und als scharfe Zurechtweisung an Brüssel.

"Dieser Ansatz und dieses Ergebnis heben das Vereinigte Königreich von der EU ab, wo wir ähnliche Gespräche mit den Regulierungsbehörden geführt haben", sagte das Unternehmen in einer Erklärung.

Der Schritt unterstreicht die divergierenden Regulierungspfade des Vereinigten Königreichs und der EU seit dem Brexit, wobei das Vereinigte Königreich einen pragmatischeren, unternehmensfreundlicheren Ansatz zu verfolgen scheint.

Für Meta, das im vergangenen Jahr 97 % seiner Einnahmen aus Werbung erzielte, ist die Sicherung dieses Brückenkopfs in einem wichtigen europäischen Markt ein entscheidender Sieg in einem Krieg, der immer noch auf der anderen Seite des Ärmelkanals tobt.