Ovo Energy prüft Verkauf der Kaluza-Beteiligung zur "Einhorn"-Bewertung: Bericht

Ovo Energy prüft Verkauf der Kaluza-Beteiligung zur "Einhorn"-Bewertung: Bericht
Ananthu C U
27. Sept. 2025, 13:31 PM
  • Ovo prüft den Verkauf von 80 % der Anteile an Kaluza und strebt eine Bewertung von über 1 Mrd. $ an.
  • Die Gespräche beinhalten eine mögliche Kapitalspritze von 300 Millionen Pfund mit Investoren wie Iberdrola.
  • Kaluza expandiert international und stärkt die technologische und finanzielle Position von Ovo.

Ovo Energy, der viertgrößte britische Gas- und Stromversorger für Privathaushalte, plant den Verkauf einer Beteiligung an seiner Softwaresparte Kaluza zu einer potenziellen "Einhorn"-Bewertung, wie Sky News berichtet hat.

Der Schritt ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Stärkung der Bilanz des Unternehmens, das knapp vier Millionen Privatkunden bedient.

Das Unternehmen hat die Investmentbank Arma Partners damit beauftragt, Optionen für den möglichen Verkauf von Kaluza zu prüfen, an dem es 80 % hält, während die restlichen 20 % vom australischen Energieunternehmen AGL gehalten werden.

Kaluza bezeichnet sich selbst als Energy-Intelligence-Plattform und kündigte kürzlich eine Lizenzpartnerschaft mit dem französischen Energiekonzern Engie an.

Branchenquellen deuten darauf hin, dass Ovo eine Bewertung für Kaluza von mehr als 1 Mrd. $ anstreben könnte, wobei einige Analysten Bewertungen von bis zu 2,5 Mrd. $ auf der Grundlage des jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) prognostizieren.

Kaluza hat international expandiert und kürzlich den australischen Energiesoftwarespezialisten Beige Technologies übernommen, um seine Präsenz auf dem asiatisch-pazifischen Markt zu stärken.

Das Unternehmen wird von der Vorstandsvorsitzenden Melissa Gander geleitet.

Finanzielle Stärkung und Investoreninteresse

Der geplante Anteilsverkauf erfolgt inmitten der umfassenderen Bemühungen von Ovo, seine Finanzlage zu verbessern.

Die Investmentbank Rothschild hat Gespräche mit potenziellen Investoren über eine Kapitalspritze in Höhe von 300 Millionen Pfund geführt.

Zu einem bestimmten Zeitpunkt betrafen diese Gespräche auch Iberdrola, den Eigentümer von Scottish Power, während Centrica, die Muttergesellschaft von British Gas, möglicherweise ebenfalls Interesse bekundet haben könnte.

Die in dem Bericht zitierten Quellen sagten, dass ein Deal mit einer dritten Partei noch vor Ende des Jahres abgeschlossen werden könnte.

Ovo hat, wie sein Konkurrent Octopus Energy, Schwierigkeiten, die neuen Eigenkapitalanforderungen der Branchenaufsichtsbehörde Ofgem zu erfüllen.

Das Unternehmen erklärte, dass es "proaktive Maßnahmen ergriffen hat, um sich an die neuen Kapitalregeln von Ofgem anzupassen, und konstruktiv daran gearbeitet hat, die Anforderungen zu erfüllen".

Parallel dazu hat das Unternehmen kürzlich Dame Jayne-Anne Gadhia, die ehemalige Chefin von Virgin Money, zur unabhängigen Vorsitzenden seiner Einzelhandelssparte ernannt, was einen anhaltenden Fokus auf Governance und Aufsicht signalisiert.

Die Marktposition von Ovo

Ovo wurde 2009 von dem Unternehmer Stephen Fitzpatrick gegründet, dem auch die Londoner Kensington Roof Gardens gehören, und positionierte sich als Herausforderermarke im britischen Energiesektor mit dem Ziel, einen besseren Service als etablierte Anbieter zu bieten.

Zu den Anteilseignern gehören die Private-Equity-Gesellschaft Mayfair Equity Partners, Morgan Stanley Investment Management und der japanische Mischkonzern Mitsubishi Corporation.

Der transformative Moment von Ovo kam im Jahr 2020, als das Unternehmen das Einzelhandelsgeschäft von SSE übernahm und sich sofort zu einem der führenden Energieunternehmen Großbritanniens entwickelte.

Das Wachstum war jedoch nicht ohne Herausforderungen.

Das Unternehmen wurde von Ofgem und einer Reihe von Kundenbeschwerden unter die Lupe genommen, insbesondere im Zusammenhang mit überhöhten Gebühren.

Das Unternehmen wird jetzt von CEO David Buttress geführt, der nach seinem Ausscheiden bei Just Eat kurzzeitig als Boris Johnsons Zar für die Lebenshaltungskosten fungierte.

Der geplante Verkauf der Anteile an Kaluza spiegelt einen breiteren Trend unter den britischen Energieversorgern wider, wobei Konkurrenten wie Octopus Energy ähnliche Transaktionen in ihren Softwaresparten prüfen.

Mit der internationalen Expansion, den Lizenzpartnerschaften und dem Investoreninteresse von Kaluza scheint Ovo bereit zu sein, seine Software-Assets zu nutzen, um die finanzielle Stabilität zu stärken und gleichzeitig seine Position auf dem wettbewerbsintensiven britischen Energiemarkt zu behaupten.