Nike-Aktien steigen um 3% nach Gewinnsteigerung, aber Zölle und China belasten den Ausblick

Nike-Aktien steigen um 3% nach Gewinnsteigerung, aber Zölle und China belasten den Ausblick
Ananthu C U
01. Okt. 2025, 16:42 PM
  • Nike-Aktien steigen um 3,7%, nachdem die Gewinne im 1. Quartal übertroffen wurden und die Umsatzaussichten stärker als erwartet waren.
  • Zölle, die Schwäche Chinas und die Verlangsamung der Digitalisierung bleiben die wichtigsten Herausforderungen für den Turnaround von Nike.
  • Die Direct-to-Consumer-Einheit dürfte erst im Geschäftsjahr 2026 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren, da die Erholung hinterherhinkt.

Der Aktienkurs von Nike Inc. stieg am Mittwoch um mehr als 3%, nachdem der Sportbekleidungshersteller besser als erwartete Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres vorgelegt hatte und damit die Prognosen der Wall Street sowohl für den Umsatz als auch für den Nettogewinn übertraf.

Das Unternehmen signalisierte auch ein stärker als erwartetes Umsatzwachstum, warnte aber vor Herausforderungen durch Zölle, den Druck auf die Weihnachtsverkäufe und die Schwäche des China-Geschäfts.

Der Aktienkurs von Nike stieg am Mittwoch um 3,73% auf 72,32 $.

Ertragsüberraschung und Fortschritt bei den Lagerbeständen

Das Unternehmen erzielte einen überraschenden Anstieg des Quartalsumsatzes und räumte niedrige Gewinnerwartungen aus, was durch ein aggressives Bestandsmanagement unterstützt wurde.

Nike sagte, es habe die Lagerbestände um 2% reduziert, wobei die Einheiten um mehr als den Dollarwert zurückgingen, was den nachlassenden Inflationsdruck widerspiegelt.

"Sie haben sich weitgehend durch ältere Franchises geräumt", sagte Mari Shor, Senior Equities Analyst bei Columbia Threadneedle.

Auch in Nordamerika markierten die Ergebnisse einen Fortschritt, wo Nike nach rund einem Jahr wieder auf Umsatzwachstum zurückblickte.

Die Kategorien Laufen, Training und Basketball verzeichneten jeweils ein zweistelliges Wachstum, angetrieben von Markteinführungen wie Vomero, Pegasus und P-6000.

Jefferies-Analyst Randal Konik merkte an, dass Nike sich noch in den "frühen Löchern seines Turnarounds" befindet und die Dynamik beginnt, da das Unternehmen seinen Fokus auf Sportbekleidungsinnovationen schärft.

Chief Executive Officer Elliott Hill, der letztes Jahr die Leitung übernahm und versprach, Nike zu seinen Sportbekleidungswurzeln zurückzubringen, hat eine Abkehr von alternden Lifestyle-Produktlinien beaufsichtigt.

Die Strategie kommt bei den Einzelhändlern gut an. "Wir glauben, dass Einzelhändler – wie der kombinierte Foot Locker und Dick's Sporting Goods – positiv auf die neue Laufschuhkollektion von Nike reagieren", sagte Morningstar-Analyst David Swartz.

Zölle und China stellen Herausforderungen dar

Trotz positiver Gewinne räumte Nike erheblichen Gegenwind ein.

Das Unternehmen geht nun davon aus, dass die Zölle 1,5 Mrd. $ kosten werden, gegenüber den zuvor geschätzten 1 Mrd. $, was die Margen, die bereits durch die starken Rabatte zur Räumung der Lagerbestände belastet sind, weiter unter Druck setzt.

China bleibt ein weiterer Druckpunkt.

Der Markt, der etwa 15 % des Gesamtumsatzes von Nike ausmacht, kämpft mit einer schwachen wirtschaftlichen Erholung und einem verschärften Wettbewerb durch lokale Marken wie Anta und Li-Ning.

Auch das Großhandelsgeschäft von Nike in dem Land ist ins Stocken geraten, was die Gesamtleistung belastet.

Chief Financial Officer Matthew Friend warnte davor, dass die Investitionen des Unternehmens, den chinesischen Markt "sauber und gesund" zu halten, ihren Preis haben, insbesondere wenn sich die Verkaufsraten nicht kontinuierlich verbessern.

Digitale und Direct-to-Consumer-Probleme

Auch die digitale Performance von Nike blieb zurück, wobei die Online-Umsätze im Quartal um 12 % zurückgingen.

Während Hill sagte, dass das Unternehmen sein digitales Geschäft durch die Reduzierung von Werbeaktionen neu ausbalanciert, bleibt die Kundenbindung schwach.

Die Führungskräfte fügten hinzu, dass das Direct-to-Consumer-Geschäft von Nike voraussichtlich erst im Geschäftsjahr 2026 wieder auf Wachstumskurs gehen wird, da sich das Unternehmen weiterhin von den starken Rabatten auf klassische Modelle wie Air Force One und Air Jordans erholt.

Mit Blick auf die Zukunft steht Nike vor einer unsicheren Weihnachtszeit, in der Inflation und Zölle die Verbraucherstimmung belasten.

Analysten gehen davon aus, dass die Erholung länger dauern wird als zunächst erhofft. "Ich habe diesen Herbst als den wirklichen Durchbruch angesehen, aber es wird eindeutig nicht vor dem Kalender '26 passieren", sagte Swartz.

Dennoch bereitet sich das Unternehmen auf große globale Ereignisse vor, darunter die Fußballweltmeisterschaft im nächsten Jahr in Nordamerika, mit Plänen für intensives Marketing und kontinuierliche Produktinnovationen.

Auch wenn der Fortschritt nicht linear verläuft, schienen die Anleger durch die ersten Anzeichen einer Trendwende ermutigt zu werden, was die Nike-Aktie trotz anhaltender Risiken steigen ließ.