Rystad Energy geht davon aus, dass sich die Onshore-Windkraft in Südostasien bis 2030 vervierfachen wird

  • Die Onshore-Windkapazität Südostasiens wird sich voraussichtlich von 6,5 GW im Jahr 2024 auf 26 GW bis 2030 vervierfachen.
  • Das Wachstum wird durch politische Initiativen wie Auktionen und attraktive Einspeisetarife vorangetrieben.
  • Langfristig sind eine konsistente Politik, eine verbesserte Netzintegration und die Entwicklung der lokalen Lieferkette von entscheidender Bedeutung.

Der südostasiatische Onshore-Windkraftsektor, der lange Zeit durch regulatorische Hindernisse und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen behindert wurde, steht an der Schwelle zu einem großen Wandel, wobei sich die Kapazität laut einer neuen Analyse von Rystad Energy von 6,5 Gigawatt (GW) im Jahr 2024 auf 26 GW bis 2030 vervierfachen soll.

"Dieses Wiederaufleben wird durch eine Kombination aus kurzfristigen politischen Initiativen wie Auktionen, Projektvergaben und attraktiven Einspeisetarifen (FITs) sowie der steigenden Akzeptanz von Windturbinen auf dem chinesischen Festland angeheizt", so das in Norwegen ansässige Energieinformationsunternehmen.

Obwohl die 1,1 GW, die zwischen 2021 und 2024 in Südostasien hinzugekommen sind, deutlich übertroffen werden, zeichnen sich neue Trends ab.

Märkte

Vietnam bleibt trotz politischer Unterschiede der dominierende Markt, dicht gefolgt von den Philippinen und Thailand.

Laos wagt sich zum ersten Mal in die Onshore-Windenergie vor, um seine Energiequellen zu diversifizieren und die Exportkapazitäten zu steigern.

Diese Initiative folgt auf die Inbetriebnahme des größten Windprojekts Südostasiens im August, das ausschließlich für die Stromversorgung Vietnams gebaut wurde.

"Die Regierungspolitik verstärkt die Dynamik weiter, da in diesem Jahr mehrere neue Vorschriften eingeführt wurden, um die Entwicklung zu unterstützen", sagte Raksit Pattanapitoon, leitender Analyst für erneuerbare Energien und Energie, APAC, Rystad Energy, in der Analyse.

Die Nutzung von Onshore-Windprojekten zur Stromversorgung von Rechenzentren stellt eine überzeugende Chance dar, da ihr Erzeugungsprofil oft gut für einen kontinuierlichen 24/7-Betrieb geeignet ist, wodurch deren Gesamtwert gesteigert wird, fügte Pattanapitoon hinzu.

Neue Lektionen

Südostasien hat die Chance, erhebliche Fortschritte zu erzielen, indem es die Lehren aus früheren geldpolitischen Zyklen anwendet, insbesondere angesichts des jüngsten Wachstums.

Windkraftprojekte erfordern im Gegensatz zu Solarprojekten eine komplexere Logistik, Infrastruktur und technisches Wissen, so die Analyse.

Diese Komplexität erfordert Zeit für die Entwicklung des Ökosystems und eine konsistente Projektpipeline, um ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten.

Solarenergie hingegen profitiert von einer einfacheren und modulareren Lieferkette.

Länder wie Laos, Kambodscha und möglicherweise Indonesien haben die Möglichkeit, von den Erfahrungen Vietnams, Thailands und der Philippinen zu lernen, so Rystad Energy.

Die ersten Projekte wurden in diesen Märkten schnell eingeführt, mit rund 4 GW in Vietnam, 1,5 GW in Thailand und 400 MW auf den Philippinen.

Auf diese schnelle Expansion folgte jedoch aufgrund einer inkonsistenten Politik eine erhebliche Projektdürre, die dazu führte, dass in Vietnam seit 2021, in Thailand seit 2019 und auf den Philippinen seit 2015 keine Neubauten mehr gebaut wurden.

Zuversicht und Ausblick

Das Vertrauen der Investoren sei auch durch die jüngsten Zahlungsstreitigkeiten in Vietnam untergraben worden, insbesondere zwischen dem staatlichen Energieversorger Vietnam Electricity (EVN) und Windprojektentwicklern, so die Agentur.

Herausforderungen ergeben sich häufig aus Vorschlägen, die Einspeisetarife (FIT) für bestehende Projekte rückwirkend zu senken, indem neue Akzeptanzkriterien auferlegt werden.

Der langfristige Erfolg des südostasiatischen Onshore-Windsektors wird trotz seines Potenzials für schnelles Wachstum von einer konsistenten Politik, einer verbesserten Netzintegration und der Entwicklung lokaler Lieferketten abhängen, so die Analyse.

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