BYD wird mit einem Umsatzanstieg von 880 % zum am schnellsten wachsenden EV-Hersteller Großbritanniens

BYD wird mit einem Umsatzanstieg von 880 % zum am schnellsten wachsenden EV-Hersteller Großbritanniens
Diya Poddar
06. Okt. 2025, 15:56 PM
  • Im Jahr 2025 wurden in Großbritannien insgesamt über 35.000 Exemplare verkauft, was das Land zum größten Markt außerhalb Chinas macht.
  • Der BYD Dolphin beginnt bei etwas mehr als 26.000 Pfund und unterbietet damit das Model 3 von Tesla.
  • Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in Großbritannien stiegen im September nach der Wiedereinführung des staatlichen Zuschusses um 29,1 %.

Der chinesische Autohersteller BYD hat sich zur am schnellsten wachsenden Marke für Elektrofahrzeuge (EV) in Großbritannien entwickelt und meldete im vergangenen Monat einen Umsatzanstieg von 880 % im Vergleich zum Vorjahr.

Das Unternehmen verkaufte im September 11.271 Autos, womit sich die Gesamtzahl im Jahr 2025 auf mehr als 35.000 Einheiten erhöhte.

Dieser Meilenstein hat das Vereinigte Königreich zum größten Markt außerhalb Chinas gemacht.

BYD hält nun einen Marktanteil von 2,2 % im EV-Segment des Landes und markiert damit einen Wendepunkt für Chinas größten Autoexporteur, da er seine Position in der wettbewerbsintensiven europäischen Automobilindustrie vertieft.

Warum erobert BYD Marktanteile in Großbritannien?

Der Aufstieg von BYD in Großbritannien ist eng mit der Preisstrategie des Unternehmens und der wachsenden lokalen Präsenz verbunden.

Ursprünglich ein Hersteller von Mobiltelefonen, hat das Unternehmen seine Erfahrung in der Batterietechnologie genutzt, um im Vergleich zu westlichen Konkurrenten erschwinglichere Elektrofahrzeuge anzubieten.

Das kompakte Dolphin-Modell beginnt bei etwas mehr als 26.000 Pfund (34.913 US-Dollar) und liegt damit deutlich unter Teslas Model 3 mit rund 40.000 Pfund.

Modelle wie der Hybrid-SEAL U DM-i und der vollelektrische SEALION 7 stoßen bei britischen Autofahrern auf eine starke Nachfrage.

BYD hat auch in die lokale Infrastruktur investiert und im vergangenen Monat eine neue Batteriefabrik für Elektrobusse eröffnet.

Dieser Schritt unterstützt nicht nur die Expansion des Unternehmens, sondern steht auch im Einklang mit der breiteren britischen Offensive für umweltfreundlichen Transport.

Sprunghafter Anstieg der Verkäufe von Elektrofahrzeugen in Großbritannien nach neuem Anreizsystem

Der Erfolg des Unternehmens fällt mit einem breiteren Anstieg der britischen EV-Verkäufe zusammen.

Im September stieg die Zahl der Zulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen um 29,1 % auf 72.779 verkaufte Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) mitteilte.

Das Wachstum folgte auf die Entscheidung der Regierung im Juli, einen Zuschuss für Elektroautos wieder einzuführen, der darauf abzielt, Elektrofahrzeuge erschwinglicher zu machen.

Chinesische Marken wie BYD wurden jedoch von direkten Anreizen ausgeschlossen.

Trotzdem deutet die starke Leistung von BYD darauf hin, dass die Verbraucher von den niedrigeren Preisen und dem expandierenden Händlernetz angezogen werden, was der Marke auch ohne staatliche Subventionen zu mehr Erfolg verhilft.

BYD gewinnt in ganz Europa inmitten der Tesla-Verlangsamung an Boden

Die Fortschritte von BYD in Großbritannien spiegeln einen breiteren Trend in ganz Europa wider.

Im August stiegen die regionalen Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 200 % und übertrafen damit Tesla, dessen Auslieferungen nach Angaben des Europäischen Automobilherstellerverbands (ACEA) um über 36 % einbrachen.

Während sich das Wachstum von BYD im Inland verlangsamt hat – die Gesamtauslieferungen im Jahr 2025 gingen im Vergleich zum Vorjahr um fast 6 % zurück –, gewinnt das Unternehmen weiterhin internationale Marktanteile.

Europa ist zu einem strategischen Schwerpunkt geworden, da BYD über China hinaus diversifiziert, und die aggressive Expansion nach Großbritannien unterstreicht die wachsende Bedeutung des Kontinents in seiner globalen Strategie.

Trotz internationalem Wachstum bleiben Marktherausforderungen bestehen

Trotz seiner wachsenden Präsenz steht BYD vor Herausforderungen.

Das Unternehmen meldete kürzlich seinen ersten Rückgang der weltweiten Gesamtauslieferungen im Vergleich zum Vorjahr, was Bedenken über eine mögliche Nachfragesättigung in China aufkommen ließ.

Das stetige Wachstum des Unternehmens in Großbritannien und Europa könnte jedoch dazu beitragen, diese Verlangsamung im Inland auszugleichen.

Da sich der Wettbewerb mit etablierten Autoherstellern, die die Produktion von Elektrofahrzeugen beschleunigen, verschärft, könnten sich der Kostenvorteil und die integrierte Lieferkette von BYD als entscheidend erweisen, um die Dynamik aufrechtzuerhalten.