Aktien der Hang Seng Bank steigen um 30% nach HSBC-Angebot zur Privatisierung im Rahmen einer großen Übernahme in Hongkong

Aktien der Hang Seng Bank steigen um 30% nach HSBC-Angebot zur Privatisierung im Rahmen einer großen Übernahme in Hongkong
Vatsala Gaur
09. Okt. 2025, 09:18 AM
  • HSBC bietet 155 HK$ pro Aktie, um die volle Kontrolle über die Hang Seng Bank zu erwerben.
  • Der Deal bewertet Hang Seng mit über 290 Mrd. HK$ und bietet einen Aufschlag von 33 %.
  • Dieser Schritt unterstreicht das langfristige Vertrauen der HSBC in die finanzielle Rolle Hongkongs.

Der Aktienkurs der Hang Seng Bank stieg am Donnerstag um fast 30%, nachdem die Muttergesellschaft HSBC Holdings Plc Pläne angekündigt hatte, den Kreditgeber in einem Deal zu privatisieren, der ihn mit mehr als 290 Mrd. HK$ (über 37 Mrd. $) bewertet.

Europas größte Bank teilte mit, sie habe den Vorstand der Hang Seng Bank gebeten, den Aktionären einen Privatisierungsvorschlag im Rahmen eines Scheme of Arrangement gemäß der Hongkonger Unternehmensverordnung vorzulegen.

Dem Plan zufolge würden die Aktien von Hang Seng im Austausch gegen 155 HK$ pro Stück eingezogen – etwa 33 % über dem 30-Tage-Durchschnittskurs der Aktie von 116,5 HK$.

HSBC besitzt derzeit etwa 63 % der Hang Seng Bank, wodurch sich die Kosten für die Minderheitsaktionäre auf rund 106 Mrd. HK$ belaufen.

Die Aktien von HSBC in Hongkong fielen nach der Ankündigung um mehr als 5%.

Der Schritt unterstreicht das erneute Engagement von HSBC in Hongkong

"Unser Angebot ist eine aufregende Gelegenheit, sowohl Hang Seng als auch HSBC wachsen zu lassen", sagte Group Chief Executive Georges Elhedery in einer Erklärung.

"Wir werden die Marke, das Erbe und das Kundenangebot von Hang Seng bewahren und gleichzeitig investieren, um neue Stärken bei Produkten, Dienstleistungen und Technologien zu erschließen."

Elhedery fügte hinzu, dass die Transaktion das Vertrauen von HSBC in Hongkongs Status als führendes globales Finanzzentrum und als "Super-Bindeglied" zwischen den globalen Märkten und dem chinesischen Festland unterstreiche.

HSBC sagte, das Angebot erlaube Anpassungen, um alle Dividenden widerzuspiegeln, die nach dem Ankündigungsdatum erklärt wurden, mit Ausnahme der dritten Zwischendividende von Hang Seng für 2025.

"Eine der strategischen Prioritäten von HSBC ist es, in Hongkong zu wachsen", sagte der Kreditgeber in seiner Einreichung.

"Wir glauben, dass wir dafür am besten positioniert sind, indem wir die Bankpräsenz von HSBC Asia Pacific und der Hang Seng Bank in Hongkong stärken."

Die Bedeutung der Hang Seng Bank und die jüngsten Herausforderungen

Hang Seng wurde 1933 gegründet und ist eines der größten und anerkanntesten Finanzinstitute Hongkongs, das über seine mehr als 250 Filialen und digitalen Plattformen rund 4 Millionen Kunden bedient.

Die Bank ist in den Bereichen Vermögensverwaltung, Commercial und Global Banking tätig und verfügt über die Hang Seng Bank (China) Ltd, die Filialen in wichtigen Städten auf dem Festland unterhält, sowie über Niederlassungen in Macau und Singapur.

Ende 2024 wies Hang Seng eine Bilanzsumme von 1,8 Billionen HK$ und einen Nettogewinn von 18,4 Milliarden HK$ aus, was einer Eigenkapitalrendite von 11,3 % entspricht.

Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag bei robusten 17,7 %.

Der Kreditgeber sah sich jedoch angesichts des sich verschärfenden Immobilienabschwungs in Hongkong und auf dem chinesischen Festland mit steigenden notleidenden Krediten konfrontiert.

Im Juni 2025 erreichten die wertgeminderten Kredite 6,7 % der Bruttokredite – gegenüber 2,8 % Ende 2023 – was auf das Engagement in Gewerbeimmobilien zurückzuführen ist.

"Doppelnotierungen von Mutter- und Tochtergesellschaften sind von Natur aus problematisch in Bezug auf die Unternehmensführung und in diesem Sinne ist es ein positiver und längst überfälliger Schritt", sagte Michael Makdad, Senior Analyst bei Morningstar.

Trotz dieser Herausforderungen betonte HSBC, dass die geplante Übernahme darauf abzielt, das langfristige Wachstum und die technologische Integration zu stärken und gleichzeitig die lokale Identität von Hang Seng zu wahren.

Sollte die Transaktion genehmigt werden, wäre dies eine der größten Privatisierungen in der Finanzgeschichte Hongkongs und signalisiert den erneuten Glauben an die Widerstandsfähigkeit der Stadt als regionales Bankenzentrum.