Apple verliert Sammelklage in Großbritannien im Wert von 2 Milliarden US-Dollar wegen "unfairer" App Store-Provision von 30 %

Apple verliert Sammelklage in Großbritannien im Wert von 2 Milliarden US-Dollar wegen "unfairer" App Store-Provision von 30 %
Devesh Kumar
23. Okt. 2025, 18:49 PM
  • CAT stellt fest, dass Apple über die Regeln des App Stores eine missbräuchliche Dominanz ausgenutzt hat und 30 % davon profitieren.
  • Das Urteil gilt für 20 Millionen iOS-Nutzer; der Schaden könnte 1,5 Milliarden Pfund erreichen.
  • Apple geht in Berufung und argumentiert mit der Sicherheit und dem Ökosystem von Gebührenfonds.

Apple hat eine wegweisende Sammelklage in Großbritannien verloren, in der seine langjährige App Store-Provision von 30 % angefochten wurde, wobei das Competition Appeal Tribunal (CAT) die Gebühr für "unfair" erklärte und entschied, dass die betroffenen Verbraucher Anspruch auf Schadenersatz haben.

In dem Fall, der im Namen von rund 20 Millionen iPhone- und iPad-Nutzern angestrengt wurde, könnte Apple zur Zahlung von bis zu 1,5 Milliarden Pfund (2,01 Milliarden US-Dollar) verurteilt werden.

Apple kündigte an, Berufung einzulegen, und bereitete damit die Bühne für eine weitere Runde in einem Streit, der die Tech-Welt erschüttert hat.

Was das britische Tribunal feststellte

Das Schiedsgericht kam zu dem Schluss, dass Apple seine beherrschende Stellung auf dem britischen App-Markt missbraucht hatte, indem es den Entwicklern überhöhte und ausschließende Bedingungen auferlegte, vor allem die Anforderung, dass In-App-Käufe über Apples eigenes Abrechnungssystem geleitet werden und dass Apps nur über den App Store vertrieben werden dürfen.

Die Kläger argumentierten, dass diese Regeln es Apple ermöglichten, einen Aufschlag von etwa 30 % zu erhalten, der an die Verbraucher weitergegeben wurde. Der CAT stimmte zu, dass das Verhalten eine unlautere Preisgestaltung und wettbewerbswidriges Verhalten darstelle.

Die Klage, die von der Vertreterin der Sammelklage, Dr. Rachael Kent, angeführt und von Prozessfinanzierern und Spezialkanzleien vorgebracht wurde, ist sowohl wegen ihres Umfangs als auch als einer der ersten großen Tests für die neueren britischen Sammelklagen gegen einen Technologieriesen ungewöhnlich.

Der Prozess wurde Anfang des Jahres intensiv unter die Lupe genommen, als Apples Führungskräfte, einschließlich Finanzzeugen, aufgerufen wurden, um zu verteidigen, wie das Unternehmen Kosten aufteilt und App-Store-Gebühren rechtfertigt.

Apple entgegnete, dass seine Provision Sicherheit, Kuration und ein Entwickler-Ökosystem finanziert, das den Nutzern zugute kommt; Das Unternehmen sagte, das Urteil charakterisiere die Rolle des App Stores falsch.

Wie es weitergeht: Berufungen, Schadenersatz und weitere Wellen

In der Praxis hat das CAT die Haftung bestätigt, aber die genaue Höhe des Schadens einer späteren Anhörung überlassen: Die Richter werden nächsten Monat zurückkehren, um zu entscheiden, wie viel jeder betroffene Nutzer erhalten soll und wie die Entschädigung berechnet wird.

Diese Nachverfolgung wird komplexe ökonometrische Arbeiten erfordern, um abzuschätzen, wie viel der Entwicklergebühr über welchen Zeitraum an die Verbraucher weitergegeben wurde, ein Prozess, der sich über Monate erstrecken und je nach Methodik möglicherweise die Gesamtsumme reduzieren könnte.

Apple kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen, was auf weitere Rechtsstreitigkeiten hindeutet.

Wenn die Berufung scheitert und der Schadenersatz bestätigt wird, könnte das Urteil zu einer Blaupause für andere Sammelklagen und Regulierungsmaßnahmen in Europa und darüber hinaus werden und möglicherweise die Art und Weise verändern, wie App-Plattformen Dienstleistungen bepreisen und wie Entwickler den Vertrieb verhandeln.

Regulierungsbehörden und konkurrierende Plattformen werden genau hinschauen: Der Fall unterstreicht den schwelenden globalen Druck auf die Gatekeeper mobiler Ökosysteme, den Wettbewerb zu öffnen und eingefahrene Gebührenmodelle zu überdenken.

Im Moment haben Verbraucher und Entwickler einen prozessualen Sieg und die Aussicht auf eine Entschädigung errungen, aber das endgültige Ergebnis wird von detaillierten Schadensberechnungen und dem von Apple gewählten Berufungsweg abhängen.

In jedem Fall dürfte die Entscheidung die Debatte darüber vertiefen, wo die Grenze zwischen Platform Stewardship (Sicherheit und Kuration) und monopolistischem Gatekeeping zu ziehen ist.