Lucy Powell zur stellvertretenden Vorsitzenden der britischen Labour Party gewählt

Lucy Powell zur stellvertretenden Vorsitzenden der britischen Labour Party gewählt
Deepali Singh
25. Okt. 2025, 12:05 PM
  • Lucy Powell ist zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden der Labour Party gewählt worden.
  • Sie besiegte die derzeitige Kabinettsministerin Bridget Phillipson im Rennen.
  • Powell war erst vor wenigen Monaten von Starmer als Minister entlassen worden.

Lucy Powell, eine ehemalige Ministerin, die erst vor wenigen Monaten von Premierminister Keir Starmer entlassen wurde, hat die Kabinettsministerin Bridget Phillipson im Rennen um das Amt der neuen stellvertretenden Vorsitzenden der Labour Party besiegt.

Ihr Sieg wird weithin als klares Signal der Parteimitglieder für einen Richtungswechsel angesichts der wachsenden Unzufriedenheit mit der derzeitigen Regierung interpretiert.

Powell, der lange Zeit als Herausforderer des Status quo der Partei angesehen wurde, wurde von vielen als der Kandidat des "Wandels" im Rennen angesehen. Ihr Sieg rückt nun eine prominente und oft kritische Stimme in den Mittelpunkt der Labour-Führung.

Das Versprechen einer "mutigen, fortschrittlichen" Politik

Powell, der als Teil der "weichen Linken" der Partei gilt, wurde durch seine Kindheit in Manchester unter der Regierung von Margaret Thatcher geprägt.

Bei der Vorstellung ihrer Kandidatur für den Parteivorsitz versprach sie, den Premierminister zu drängen, eine "mutige Politik zu verfolgen, die in progressiven Labour-Werten verwurzelt ist".

Während ihres Wahlkampfs kritisierte sie offen die "unerzwungenen Fehler" der Regierung bei Themen wie Sozialhilfe und der Treibstoffzahlung im Winter.

Sie warnte auch, dass sich viele Labour-Mitglieder von der derzeitigen Führung "abgekoppelt" fühlten, ein Gefühl, das ihr Sieg nun zu bestätigen scheint.

Eine Geschichte von Prinzipien und Meinungsverschiedenheiten

Powell, die 2012 zum ersten Mal zum Mitglied des Parlaments gewählt wurde, hat in der Vergangenheit prinzipientreue Positionen eingenommen, die sie zeitweise in Konflikt mit der Parteiführung gebracht haben.

Sie hat deutlich gemacht, dass sie der Meinung ist, dass die "Wohlfahrtsrebellen", die von der Parlamentsfraktion suspendiert wurden, wieder in die Herde aufgenommen werden sollten.

Sie hat auch eine lautstarke Kritikerin der jüngsten Leitlinien der Gleichstellungs- und Menschenrechtskommission zu Transgender-Themen geübt und argumentiert, dass die Labour-Partei zu Unrecht von den "Kulturkriegen" beeinflusst worden sei, die von ihren politischen Gegnern geführt würden.

"Ich habe immer für die Rechte der Frauen gekämpft", sagte sie letzte Woche gegenüber The Independent, sieht aber "absolut keinen Widerspruch darin, für diese Dinge zu kämpfen und gleichzeitig ganz klar zu sagen, dass ich die Trans-Community unterstütze".

Eine neue Dynamik an der Spitze der Party

Diese klaren Streitpunkte mit der aktuellen Regierung bedeuten, dass Powell, zumindest anfangs, eine Herausforderung für Premierminister Starmer sein dürfte.

Sie hat zwar darauf bestanden, dass sie keine "Spaltung oder Meinungsverschiedenheit" sucht, aber sie hat auch "ein wichtiges Gespräch darüber gefordert, wie wir besser werden können, weil wir es sein müssen".

Ihre letzte Warnung während des Wahlkampfs bekommt nun eine neue, kraftvolle Resonanz: "Es steht zu viel auf dem Spiel."

Ihre Wahl hat eine neue und dynamische Machtstruktur an der Spitze der Labour Party geschaffen, die mit Sicherheit ihre zukünftige Richtung bestimmen wird.