Nvidia investiert 1 Milliarde US-Dollar in Nokia, um die Zusammenarbeit zwischen KI und Netzwerken zu beschleunigen

Nvidia investiert 1 Milliarde US-Dollar in Nokia, um die Zusammenarbeit zwischen KI und Netzwerken zu beschleunigen
Ananthu C U
28. Okt. 2025, 17:47 PM
  • Nvidia investiert 1 Milliarde US-Dollar in Nokia für einen Anteil von 2,9 %, um KI-Netzwerke und die Zusammenarbeit in Rechenzentren zu fördern.
  • Die Nokia-Aktie steigt um 17%, da der Nvidia-Deal den Wechsel von Telekommunikationsausrüstung zur KI-Infrastruktur bestätigt.
  • Nvidia weitet globale KI-Offensive mit Nokia-Deal aus, während Europa ein eigenes KI-Ökosystem aufbauen will.

Die Nvidia Corp. plant eine Kapitalinvestition in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar in Nokia Oyj und setzt damit auf den strategischen Schwenk des finnischen Unternehmens von traditionellen mobilen Netzwerken hin zu künstlicher Intelligenz (KI) und Rechenzentrumstechnologien.

Dieser Schritt ist eine wichtige Bestätigung des wertvollsten Chipherstellers der Welt und unterstreicht, wie die KI-Infrastruktur die globale Technologielandschaft umgestaltet.

Nvidia beteiligt sich mit 2,9 % an Nokia

Im Rahmen der am Dienstag bekannt gegebenen Vereinbarung wird Nokia rund 166 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 6,01 US-Dollar pro Aktie an Nvidia ausgeben, wodurch der US-Chiphersteller einen Anteil von 2,9 % an dem Unternehmen erhält.

Die Nokia-Aktie stieg im Handel in Helsinki um bis zu 17% und damit um den größten Intraday-Sprung seit 2013, während die in den USA notierte Nokia-Aktie um 19% auf 7,53 $ kletterte.

Die Aktien von Nvidia stiegen um 1,1 %, während andere Netzwerkausrüster wie Arista Networks und Ciena jeweils um rund 0,4 % nachgaben.

Im Rahmen der Partnerschaft werden die Chips von Nvidia in die Radio Access Network (RAN)-Software von Nokia integriert, um die Leistung für 5G- und 6G-Konnektivität zu verbessern.

Gleichzeitig wird Nvidia prüfen, ob die Rechenzentrumstechnologien von Nokia in seine eigene KI-Infrastruktur integriert werden können.

Beide Unternehmen bezeichneten den Deal als einen Schritt zur Entwicklung fortschrittlicher KI-Netzwerklösungen, die in der Lage sind, die steigende weltweite Nachfrage nach Rechenkapazität zu befriedigen.

Nokias strategische Ausrichtung auf KI und Rechenzentren

Nokia, das vor allem für sein Vermächtnis im Bereich der Mobilfunknetze bekannt ist, hat sich stetig als wichtiger Akteur im Bereich der KI-gesteuerten Konnektivität und Dateninfrastruktur neu positioniert.

Der Vorstoß des Unternehmens in die Rechenzentrumstechnologie – angetrieben durch die steigende Nachfrage nach KI-Workloads – hat sich bereits ausgezahlt.

Nokia übertraf kürzlich die Gewinnschätzungen der Wall Street, unterstützt durch das Wachstum seiner neuen Geschäftsbereiche.

Anfang dieses Jahres erwarb Nokia die US-amerikanische Infinera Corp. für 2,3 Milliarden US-Dollar und erweiterte damit sein Portfolio um Netzwerkprodukte, die für KI-Rechenzentren optimiert sind.

Im April ernannte das Unternehmen Justin Hotard, den ehemaligen Leiter der Data Center and AI Group von Intel, zum Chief Executive Officer und unterstrich damit seine KI-Ambitionen.

Das Unternehmen kündigte im September außerdem eine Partnerschaft mit Super Micro Computer an, um integrierte Rechenzentrumslösungen für KI-Computing zu entwickeln.

Hotards Führung läutet eine neue Ära für Nokia ein, das sich nun als einzige westliche Alternative zu Chinas Huawei Technologies Co. positioniert und eine vollständige Suite von Kommunikationsinfrastrukturen anbietet, einschließlich 5G-Funkgeräten, Glasfasern und zentralen Netzwerksystemen.

Nvidia erweitert seine globale KI-Präsenz

Die Investition in Nokia trägt zu Nvidias breiterer globaler Expansion bei KI-bezogenen Unternehmen bei.

In den letzten Monaten hat das Unternehmen einen Kaufrausch gestartet: Es hat bis zu 100 Milliarden US-Dollar für OpenAI versprochen und Unternehmen wie Wayve und Oxa im Bereich autonomer Fahrzeuge, Revolut im Bereich Fintech und PolyAI im Bereich Conversational AI finanziert.

Nvidia hat außerdem Pläne angekündigt, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom AG ein Rechenzentrum im Wert von 1 Milliarde Euro in Deutschland zu bauen, um die europäische KI-Infrastruktur zu stärken.

Die Investition von Nokia kommt zu einem Zeitpunkt, an dem europäische politische Entscheidungsträger und Technologieführer versuchen, ein wettbewerbsfähiges KI-Ökosystem aufzubauen, das mit den Vereinigten Staaten und China Schritt halten kann.

Nvidia-CEO Jensen Huang hat Europa lautstark aufgefordert, die Infrastrukturentwicklung zu beschleunigen und Unternehmen zu unterstützen, die KI nutzen wollen, während sie gleichzeitig die Kontrolle über ihre Daten in der Region behalten.

Für Nvidia stellt der Nokia-Deal sowohl ein strategisches Standbein in der europäischen Netzwerkbranche als auch eine Gelegenheit dar, KI tiefer in die Kommunikationsinfrastruktur der nächsten Generation zu integrieren.

Für Nokia ist es eine starke Bestätigung seiner KI-Transformationsstrategie und ein Vertrauensschub von einem der einflussreichsten Akteure der Technologiebranche.