Wie könnte die KI-Wette von Foxconn in Höhe von 1,37 Mrd. $ das Gleichgewicht zwischen den USA, China und Taiwan verschieben?

Wie könnte die KI-Wette von Foxconn in Höhe von 1,37 Mrd. $ das Gleichgewicht zwischen den USA, China und Taiwan verschieben?
Devesh Kumar
28. Okt. 2025, 07:46 AM
  • Foxconn schwenkt von der iPhone-Montage auf den Besitz einer zentralen KI-Computing-Infrastruktur um.
  • Der Cluster im Wert von 1,37 Mrd. US-Dollar baut seinen Vorsprung vom KI-Serverhersteller zum KI-Dienstleister aus.
  • Dieser Schritt stärkt Taiwans unersetzliche Rolle in der globalen KI-Lieferkette.

Der Vorstand von Foxconn hat eine Investition in Höhe von 1,37 Milliarden US-Dollar in einen KI-Computing-Cluster und ein Supercomputing-Zentrum genehmigt, die zwischen Dezember 2025 und Dezember 2026 geplant ist.

Die Entwicklung ist ein transformativer Wandel von der Auftragsfertigung hin zum Besitz kritischer KI-Infrastrukturen.

Dieser Schritt markiert die jüngste Phase in der Abkehr des taiwanesischen Auftragselektronikriesen von der Montage (iPhones, Verbrauchergeräte) hin zum Aufbau des rechnerischen Rückgrats der industriellen KI-Revolution.

Die Investition wirft eine zentrale Frage auf: Kann Foxconn die Produktionsgröße in einen KI-Dienstleister umsetzen, und was bedeutet die Vertiefung des KI-Fußabdrucks für den geopolitischen Wettstreit zwischen US-Cloud-Giganten, Chinas KI-Ambitionen und Taiwans strategischem Einfluss?

Der Business Case: Warum Foxconn Computing entwickelt

Foxconn betritt kein unerprobtes Terrain.

Das Unternehmen hält im Jahr 2025 bereits einen Marktanteil von rund 40 % am weltweiten Marktanteil bei der Herstellung von KI-Servern, wobei KI-Server nun zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte mehr Umsatz als Smartphones generieren.

Die Cluster-Investition in Höhe von 1,37 Milliarden US-Dollar erweitert diesen Vorteil: Sie wechselt von der Produktion von KI-Hardware für andere hin zum direkten Angebot von KI-Computing-Diensten als NVIDIA Cloud Partner.

Das strategische Kalkül ist klar. Cloud-Giganten wie AWS, Google und Microsoft stehen vor einem GPU-Engpass: Allein im ersten Quartal 2025 beliefen sich die Investitionen in Hyperscaler-Rechenzentren auf 134 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 53 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Durch den Aufbau dedizierter Kapazitäten erzielt Foxconn höhere Margen, diversifiziert den Umsatz über die Produktion hinaus und bindet langfristige Kundenbeziehungen.

Die Cloud- und Netzwerksparte des Unternehmens verzeichnete bereits im 3. Quartal 2025 das stärkste Wachstum und erzielte einen Rekordquartalsumsatz von 67,8 Milliarden US-Dollar.

Darüber hinaus adressiert die Investition die Regierungspolitik: Taiwans Initiative "Ten Major AI Infrastructure Projects" zielt darauf ab, bis 2040 einen wirtschaftlichen Wert von 510 Milliarden US-Dollar zu schaffen.

Die lokale Investition von Foxconn steht im Einklang mit Taipehs Bestreben, Taiwan als KI-Hub unabhängig von der US-amerikanischen oder chinesischen Infrastruktur zu etablieren.

Geopolitische Einsätze: Triangulation der USA, Chinas und Taiwans

Foxconns Schachzug verändert drei sich überschneidende Machtspiele.

Erstens stärkt es Taiwans KI-Schild.

Taiwan kontrolliert bereits 90 % der weltweiten Produktionskapazität für KI-Server; Das Hinzufügen einer eigenen Recheninfrastruktur macht die Unverzichtbarkeit der Insel für alle großen KI-Akteure, US-Hyperscaler, chinesischen Konkurrenten und Start-ups weltweit deutlich.

Taiwan kann nicht einfach von der KI-Lieferkette abgekoppelt werden, ohne den Fortschritt weltweit zu lähmen.

Zweitens verkompliziert es das Abhängigkeitskalkül der USA.

Die USA haben sich lange Zeit auf Taiwan bei Halbleitern und Hardware verlassen, versuchen aber gleichzeitig, Onshore-Kapazitäten (wie die TSMC-Fabrik in Arizona) zu nutzen, um das Risiko zu verringern.

Der Verkauf des Werks in Ohio durch Foxconn im August für 375 Millionen US-Dollar an SoftBank, das nun für die Herstellung von Stargate-Rechenzentren mit OpenAI und Oracle umfunktioniert wurde, zeigt, dass taiwanesische Unternehmen geopolitische Risiken absichern, indem sie kritische KI-Infrastrukturen in Amerika verankern.

Der Kern des geistigen Eigentums und der Fertigungskompetenz bleibt jedoch taiwanesisch.

Drittens signalisiert es einen Wettbewerb mit Chinas KI-Ambitionen. China kann Taiwans Design-Manufacturing-Integration oder NVIDIA-Partnerschaften aufgrund der US-Exportkontrollen nicht ohne weiteres replizieren.

Das Infrastrukturspiel von Foxconn unterstreicht Pekings strukturellen Nachteil im Wettrüsten um die Datenverarbeitung.