Bezahlen Sie ihn oder er... : Kann Tesla Investoren davon überzeugen, eine Billionen-Dollar-Wette auf Musk abzuschließen?

Bezahlen Sie ihn oder er... : Kann Tesla Investoren davon überzeugen, eine Billionen-Dollar-Wette auf Musk abzuschließen?
Deepali Singh
06. Nov. 2025, 05:52 AM
  • Tesla-Aktionäre stimmen über ein Rekord-Gehaltspaket für Elon Musk im Wert von bis zu 878 Milliarden US-Dollar ab.
  • Der Vorstand warnt davor, dass Musk Tesla verlassen könnte, wenn der Vergütungsplan nicht genehmigt wird.
  • Großinvestoren wie CalPERS und der norwegische Staatsfonds haben sich gegen den Deal ausgesprochen.

An diesem Donnerstag stimmen die Tesla-Aktionäre über etwas ab, das weit mehr ist als ein einfacher Vergütungsplan.

Sie stehen vor einer harten und historischen Wahl, einem Referendum mit hohem Einsatz über das Wesen der Unternehmensmacht im Zeitalter des prominenten Gründers: Zahlt Elon Musk eine beispiellose Summe, die 878 Milliarden US-Dollar erreichen könnte, oder riskiert er, dass der visionäre Führer weggeht und möglicherweise den kolossalen Marktwert des Unternehmens mitnimmt.

Der Vorstand hat alles daran gesetzt, die Entscheidung als existenziell zu bezeichnen.

Für sie und für viele treue Investoren kann nur Musk die kühnen Versprechen einlösen, die der Bewertung von Tesla zugrunde liegen – eine Zukunft mit selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern.

Aber für einen wachsenden Chor von Governance-Experten und großen institutionellen Fonds stellt der Vorschlag eine gefährliche Kapitulation dar, ein Zeichen dafür, dass der reichste Mann der Welt das Unternehmen, das er aufgebaut hat, "über den Haufen wirft".

Das Ultimatum des Vorstands mit hohem Einsatz

Die Botschaft des Tesla-Vorstands unter der Leitung der Vorsitzenden Robyn Denholm ist eindeutig: Elon Musk zu verlieren ist keine Option.

Während der Verhandlungen soll Musk den Vorstandsmitgliedern mitgeteilt haben, dass er seinen anderen Unternehmungen – SpaceX, xAI, Neuralink – Vorrang einräumen könnte, wenn seine Vergütungsforderungen nicht erfüllt würden.

Der Vorstand hat sich diese Drohung zu Herzen genommen und immer wieder auf das Risiko für die Aktionäre hingewiesen.

Denholms Position wurde in einem Brief vom 27. Oktober deutlich gemacht.

Sie schrieb:

Der Vorstand versuchte, Musks langfristiges Engagement mit Bestimmungen wie verlängerten Sperrfristen für Aktien sicherzustellen, aber der Kern seiner Argumentation ist ein Glücksspiel auf eine einzelne Person.

Aus rein wirtschaftlicher Sicht sei ihre Position verständlich, sagte David Larcker, Direktor der Corporate Governance Research Initiative an der Business School der Stanford University.

"Wenn Sie glauben, dass Musk möglicherweise gehen und die Tesla-Aktie einbrechen würde, ist das nichts, was Sie unter Ihrer Aufsicht haben wollen", sagte er.

Eine noch nie dagewesene Auszahlung für noch nie dagewesene Ziele

Die Zahlen, um die es geht, sind nach jedem traditionellen Maßstab astronomisch. Wenn Musk in den nächsten zehn Jahren alle Leistungsmeilensteine erreicht, müsste der Marktwert von Tesla auf unglaubliche 8,5 Billionen US-Dollar anschwellen.

In diesem Szenario würde Musk etwa ein Viertel des Unternehmens besitzen. Selbst wenn er diese Ziele bei weitem nicht erreichen sollte, ist er immer noch in der Lage, Rekordauszahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe zu erzielen.

Für viele Anleger überwiegt die potenzielle Belohnung bei weitem den Sticker-Schock. Sie sehen in dem Vorschlag eine machtvolle Angleichung der Interessen.

Trotzdem hat der Vorschlag eine heftige Gegenreaktion von Governance-Aufsichtsbehörden und Großaktionären ausgelöst.

Sie argumentieren, dass das Paket nicht nur überdimensioniert, sondern auch eine gefährliche Abweichung von einer verantwortungsvollen Unternehmensführung darstellt und die unkontrollierte Macht eines Mannes über das Unternehmen effektiv zementiert.

Großinvestoren, darunter der größte öffentliche Pensionsfonds des Landes, das California Public Employees' Retirement System (CalPERS), und der norwegische Staatsfonds, haben sich öffentlich gegen den Plan ausgesprochen.

Norges Bank Investment Management erklärte, dass der Vorschlag den Aktionärswert verwässern könnte, und versäumte es, das tiefgreifende "Schlüsselpersonenrisiko" zu mindern, das mit dem Einsatz der gesamten Zukunft von Tesla auf Musk verbunden ist.

"Für mich ist die passende Antwort zu sagen: 'Einen schönen Tag noch'", sagte Charles Elson, Gründungsdirektor des Weinberg Center for Corporate Governance an der Universität von Delaware, und beschrieb den Vorstand gegenüber Reuters als "von einem 'Superstar-CEO' über das Fass gehalten".

Eine rechtliche Verschiebung nach Texas

Die Abstimmung wird durch ein kürzliches juristisches Manöver zusätzlich erschwert.

Musks Gehaltspaket für 2018 – ursprünglich mit 56 Milliarden US-Dollar bewertet – wurde von einem Richter in Delaware für ungültig erklärt, der es als "unfassbare Summe" bezeichnete, die von einem zerstrittenen Vorstand ausgehandelt wurde. Als Reaktion darauf hat sich Tesla in Texas wieder eingegliedert.

Der Schritt ist von Bedeutung: Das texanische Gesetz erschwert es Aktionären, zu klagen, und es könnte Musk mit seinem Anteil von 15 % ermöglichen, mit seinen eigenen Aktien über den Vorschlag abzustimmen – ein potenziell entscheidender Vorteil, den er in Delaware nicht hatte.

Die größte Bedrohung für den Vorstand ist vorerst nicht eine Klage, sondern Musk selbst.