Vodafone und AST SpaceMobile bauen Europas erstes direktes Satelliten-zu-Smartphone-Netz auf

Vodafone und AST SpaceMobile bauen Europas erstes direktes Satelliten-zu-Smartphone-Netz auf
Diya Poddar
07. Nov. 2025, 10:14 AM
  • Betreiber in 21 EU-Mitgliedstaaten haben Interesse bekundet.
  • Der Dienst wird Breitband, Sicherheit und Katastrophenhilfe unterstützen.
  • Das Projekt stärkt die digitale Souveränität und Konnektivitätsresilienz Europas.

Vodafone und AST SpaceMobile arbeiten zusammen, um eine Satellitenkonstellation zu schaffen, die mobiles Breitband direkt auf Smartphones in ganz Europa liefern wird.

Das Projekt zielt darauf ab, Konnektivitätslücken sowohl für kommerzielle als auch für staatliche Nutzer zu schließen und eine ununterbrochene Kommunikation in abgelegenen Regionen zu ermöglichen.

Das europäische Operations Center wird sich in Deutschland befinden, mit potenziellen Standorten in der Nähe von München oder Hannover.

Diese Initiative ist ein entscheidender Schritt zur Stärkung der unabhängigen europäischen Satellitenkommunikationskapazitäten in einer Zeit, in der sichere Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen für die wirtschaftliche und strategische Resilienz von entscheidender Bedeutung werden.

Stärkung der digitalen Souveränität Europas

Die Konstellation wird von einem Joint Venture zwischen Vodafone (VOD. L) und AST SpaceMobile (ASTS. O).

Das deutsche Zentrum wird die Satellitendienste für Mobilfunknetzbetreiber und Behörden koordinieren und so eine kontinuierliche Konnektivität für kommerzielle Breitband-, Sicherheits- und Notfalleinsätze gewährleisten.

Dieser Schritt spiegelt einen breiteren europäischen Wandel hin zu technologischer Autonomie wider.

Da die Breitbandnachfrage in unterversorgten Regionen steigt, hat Europa zunehmend versucht, seine Abhängigkeit von außereuropäischen Satellitensystemen zu verringern.

Durch die Kombination der kontinentalen Netzwerkinfrastruktur von Vodafone mit der Satelliteninnovation von AST könnte die Partnerschaft Europa als wettbewerbsfähige Kraft in der weltraumgestützten Kommunikation etablieren.

AST, das bereits sechs Satelliten im Orbit hat, plant, bis 2026 bis zu 60 Satelliten einzusetzen.

Seine Technologie ist so konzipiert, dass sie eine direkte Kommunikation mit dem Gerät ermöglicht, so dass Standard-Smartphones ohne zusätzliche Hardware eine Verbindung zu Satelliten herstellen können.

Dieser Ansatz könnte den Kommunikationszugang in abgelegenen oder von Katastrophen betroffenen Gebieten verbessern, in denen die terrestrische Infrastruktur begrenzt oder gar nicht vorhanden ist.

Wachsende Nachfrage von EU-Betreibern

Vodafone hat bestätigt, dass Betreiber in 21 Mitgliedstaaten der Europäischen Union Interesse an der Einführung des Dienstes bekundet haben.

Das System überträgt Sprach- und Datensignale aus dem Orbit direkt an mobile Geräte am Boden, wodurch die Abhängigkeit von herkömmlichen Mobilfunkmasten beseitigt wird.

Der kommerzielle Einsatz wird voraussichtlich im Jahr 2026 beginnen. Vodafone beschrieb die Initiative als "souveräne Satellitenlösung", die sichere, belastbare Kommunikationskanäle bereitstellen und terrestrische Netzwerke ergänzen und nicht ersetzen wird.

Es wird erwartet, dass der Dienst eine Reihe von Anwendungsfällen unterstützen wird, von mobilem Breitband für Verbraucher bis hin zur Kommunikation im Bereich der öffentlichen Sicherheit in Krisenzeiten.

Wettbewerb um die Grenzen des satellitengestützten Breitbands

Die Zusammenarbeit zwischen Vodafone und AST wird in ein Feld vorstoßen, das bereits von einem intensiven Wettbewerb geprägt ist.

Das Direct-to-Device-System von AST steht in direkter Konkurrenz zu Elon Musks Starlink, das sein Breitbandnetz in der erdnahen Umlaufbahn schnell ausgebaut hat.

Der Fokus von AST auf eine nahtlose Integration in die bestehende Mobilfunkinfrastruktur könnte dem Unternehmen jedoch einen Vorteil bei der Zusammenarbeit mit Telekommunikationsbetreibern verschaffen.

Die Position von Vodafone sowohl als strategischer Investor als auch als operativer Partner stärkt die langfristige Stabilität des Joint Ventures.

Das Projekt wird es Europa ermöglichen, seine digitale Infrastruktur durch eine ausgewogene Integration von terrestrischen und orbitalen Systemen voranzutreiben und so die Ausfallsicherheit der Kommunikation sowohl unter kommerziellen als auch unter Notfallbedingungen zu gewährleisten.

Die Wahl Deutschlands als operativer Drehkreuz ist von großer Bedeutung.

Neben seinen industriellen Kapazitäten bietet das Land die Nähe zu den führenden europäischen Luft- und Raumfahrtclustern und ist damit ein idealer Ausgangspunkt für das Management der Konstellation und die Koordination mit den EU-Mitgliedstaaten.