Marktausblick: Unsicherheit droht, da Datensperre die Nerven der Anleger auf die Probe stellt
- Aktien stehen vor Turbulenzen, da Datenverzögerungen und Technologieverluste die Vorsicht der Anleger schüren.
- Der Nasdaq rutscht um über 3% ab, da die KI-Aktien schwächer werden, was Sorgen über eine Korrektur aufkommen lässt.
- Die Ergebnisse von Disney und Cisco in der nächsten Woche bieten angesichts der Datensperre eine begrenzte Erleichterung.
Die Wall Street geht nach einer volatilen Phase, in der die wichtigsten Indizes inmitten einer Mischung aus lauen Arbeitsmarktdaten, der Schwäche des Technologiesektors und dem Mangel an neuen Wirtschaftsberichten der Regierung aufgrund des anhaltenden Shutdowns der US-Regierung von ihren Rekordhochs abrutschten, mit einem nervösen Start in die neue Woche.
Da sich die Berichtssaison dem Ende zuneigt und nur wenige makroökonomische Katalysatoren bevorstehen, erwarten Analysten, dass sich der unruhige Handel fortsetzen wird, da die Anleger nach einer Richtung suchen.
Tech-Schwäche zieht die Märkte nach unten
Der Nasdaq Composite führte in der vergangenen Woche die Verluste an und fiel um mehr als 3%, da schwergewichtige Technologieaktien einbrachen.
Nvidia fiel um über 7 %, während Meta Platforms und Microsoft jeweils etwa 4 % verloren, was alle drei großen Indizes in die roten Zahlen zog und eine dreiwöchige Gewinnserie beendete.
Der SandP 500 liegt nun rund 2,4 % unter seinem Rekordhoch vom 28. Oktober, selbst nach einer weitgehend starken Berichtssaison für das dritte Quartal.
Ein Großteil der jüngsten Turbulenzen drehte sich um Namen, die mit künstlicher Intelligenz in Verbindung stehen.
Aktien wie Palantir, die starke Gewinne meldeten, sahen sich immer noch mit starken Ausverkäufen konfrontiert, was nach einer monatelangen Rallye die Sorge vor einer Ermüdung der Käufer schürte.
Der SandP 500 ist seit April um 35 % und seit Jahresbeginn um 14 % gestiegen, aber viele Strategen warnen davor, dass die geringe Marktbreite, die von den "Magnificent Seven"-Aktien dominiert wird, Aktien anfällig für eine Korrektur machen könnte.
"Anleger sollten vorsichtig sein, wenn sie in dieser konzentrierten Rallye einem erweiterten Aufwärtspotenzial nachjagen", sagte Craig Johnson, Chef-Markttechniker bei Piper Sandler.
Er empfahl, das Engagement in Sektoren, die wichtige Unterstützungsniveaus durchbrechen, zu reduzieren und auf eine Konsolidierung im Large-Cap-Technologiesektor zu achten.
Shutdown bremst wichtige Wirtschaftsdaten und trübt Ausblick
Der anhaltende Shutdown der US-Regierung, der mittlerweile der längste in der Geschichte ist, hat kritische Berichte über Inflation, Einzelhandelsumsätze und Verbraucherausgaben verzögert.
Das Fehlen offizieller Daten hat dazu geführt, dass Anleger und politische Entscheidungsträger bei der Beurteilung der Gesundheit der Wirtschaft mit blinden Flecken konfrontiert sind.
Aus dem privaten Sektor sind eingesprungen, um die Lücke zu füllen, obwohl die Signale gemischt sind.
Das Personalanalyseunternehmen Revelio Labs meldete im Oktober den Verlust von 9.100 Arbeitsplätzen, während Challenger, Gray und Christmas sagten, dass die geplanten Entlassungen im vergangenen Monat auf mehr als 153.000 gestiegen sind.
Die Chicago Fed schätzte, dass die Arbeitslosigkeit wahrscheinlich auf ein Vierjahreshoch gestiegen ist.
Diese Entwicklungen folgen auf den ADP-Bericht, der zeigt, dass die Beschäftigung in der Privatwirtschaft im Oktober um 42.000 Stellen gestiegen ist, was die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt unterstreicht.
Der Mangel an Regierungsdaten erschwert die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve im Dezember.
Nachdem er die Zinsen zum zweiten Mal in Folge im Oktober um einen Viertelpunkt gesenkt hatte, signalisierte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell, dass ein weiterer Schritt "keine ausgemachte Sache" sei.
Die Futures-Märkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von etwa 65 % für eine weitere Zinssenkung im nächsten Monat ein.
Geringer Ertragskalender, starke Marktvorsicht
Die Berichtssaison nähert sich dem Ende, wobei 82,5 % der SandP 500-Unternehmen, die bisher berichtet haben, die Erwartungen der Analysten übertroffen haben, die stärkste Leistung seit Mitte 2021, so LSEG IBES.
Der stetige Fluss von Berichten verlangsamt sich jedoch, so dass weniger Katalysatoren übrig bleiben, um die Dynamik aufrechtzuerhalten.
In der kommenden Woche werden die Anleger die Ergebnisse von Walt Disney, Cisco Systems und Applied Materials beobachten, während die mit Spannung erwarteten Ergebnisse von Nvidia im Laufe des Monats fällig werden.
Die wirtschaftlichen Veröffentlichungen werden spärlich ausfallen und sich hauptsächlich auf den NFIB Small Business Index vom Dienstag beschränken.
Im Moment bereiten sich die Trader auf eine anhaltende Volatilität vor. "Es gibt Leute, die hier ein wenig nervös sind", sagte Mark Malek, Chief Investment Officer bei Siebert Financial, in einem CNBC-Bericht.
"Wir befinden uns gerade in diesem Daten-Blackout – es gibt einfach nicht genug Wind, um das Boot in diesen ruhigen Zeiten vorwärts zu bringen."
Trotz kurzfristiger Turbulenzen könnten die historische Stärke der Aktien im November und der Optimismus in Bezug auf eine Lockerung der Geldpolitik immer noch ein konstruktives Umfeld bieten, wenn das Jahresende näher rückt.
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