Handelsabkommen zwischen den USA und der Schweiz: Zölle auf 15% gesenkt, was Pharma und Uhren ankurbelt

Handelsabkommen zwischen den USA und der Schweiz: Zölle auf 15% gesenkt, was Pharma und Uhren ankurbelt
Devesh Kumar
14. Nov. 2025, 17:57 PM
  • Die Zölle auf Schweizer Waren sinken nach monatelangen Handelsspannungen von 39% auf 15%.
  • Die Schweizer Uhren-, Pharma- und Goldbranche profitieren stark von der Entlastung.
  • Die Schweiz investiert massiv in die US-Produktion.

Nach Monaten heftiger Handelsspannungen kündigten die USA und die Schweiz am Freitag ein bahnbrechendes Abkommen an, das die Zölle von den brutalen 39 Prozent, die im August verhängt wurden, auf 15 Prozent senken wird.

Das Abkommen markiert eine erstaunliche Wende für die Schweizer Wirtschaft, die in den drei Monaten bis September einen Einbruch der Exporte nach Amerika um 14% hinnehmen musste.

Die Vereinbarung kam zustande, nachdem sich eine hochrangige Delegation von Schweizer Wirtschaftsführern, darunter Rolex-CEO Jean-Frédéric Dufour und Richemont-Chef Johann Rupert, letzte Woche mit Präsident Trump im Weißen Haus getroffen hatte.

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer signalisierte, dass Schweizer Pharmaunternehmen, Uhrenhersteller und Goldraffinerien eine große Erleichterung erhalten werden, während die Schweiz neue US-Investitionen in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar zugesagt hat.

Schweizer Uhrmacher verschaffen sich Luft zum Atmen

Die Uhrenindustrie war am stärksten von dem Zollregime von 39 % betroffen.

Die Schweizer Exporte von Armbanduhren brachen ein, da Luxusmarken sich bemühten, entweder die Preise für amerikanische Verbraucher zu erhöhen oder die Lieferungen zu verzögern, um die Zölle zu vermeiden.

Rolex, Breitling, Patek Philippe und Omega bekamen den Druck zu spüren, wobei einige Häuser sich beeilten, Lagerbestände in die USA zu liefern, bevor die Zölle im Sommer in Kraft traten.

Auf die USA entfallen rund 20% aller Schweizer Uhrenexporte, was Amerika zum grössten Einzelmarkt für Uhren aus Genf macht.

Die Reduzierung auf 15 % wird den Schaden nicht vollständig beseitigen, aber sie signalisiert, dass die Preistreiberei und die Lieferunterbrechungen endlich nachlassen können.

Rupert von Richemont sagte gegenüber Reportern, dass die Quote von 39 Prozent "verheerend" sei und in der ganzen Schweiz erhebliche Arbeitsplatzverluste drohe.

Mit dem neuen Tarif, der an die EU-Zahlungen angepasst ist, können die Schweizer Uhrenhersteller nun fairer konkurrieren.

Die Preise für Schweizer Premium-Uhren, die in Amerika verkauft werden, dürften sich allmählich normalisieren, was die Lagerbestände abbauen und ein gewisses Wettbewerbsgleichgewicht wiederherstellen würde.

Auch der Pharma- und der Goldraffineriesektor verzeichneten große Gewinne. Die Schweiz ist der weltweit grösste Exporteur von raffiniertem Gold und ein wichtiger Akteur in den Bereichen Spezialchemikalien und Präzisionsmedizin.

Der US-Handelsbeauftragte Greer erklärte ausdrücklich, dass Schweizer Pharmaunternehmen im Rahmen des Abkommens Anreize erhalten werden, Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten zu bauen.

Das ist Musik in den Ohren von Schweizer Unternehmen wie Novartis und Roche, die ihre US-Exporte nun ohne Zollstrafe bepreisen können.

Für amerikanische Konsumenten wird ein günstigerer Zugang zu Schweizer Medikamenten und Medizinprodukten möglich.

Die politische Choreografie: Wirtschaftsdiplomatie mit hohem Einsatz

Der Durchbruch zeigt Trumps Bereitschaft, mit Verbündeten zu verhandeln und gleichzeitig seinen Einfluss zu wahren.

Schweizer Wirtschaftsführer haben verstanden, dass Trump auf direktes Engagement reagiert hat; Sie gingen nach Mar-a-Lago, brachten ihre Argumente vor, und das Team des Präsidenten kam mit einem Deal zurück.

Die Choreografie ist wichtig, weil sie signalisiert, dass die Regierung Verträge mit strategischen Partnern abschließen wird, die auftauchen und ihren Pitch machen.

Die Schweiz ist weder China noch ein geopolitischer Rivale, daher war es politisch sinnvoll, dies als bilaterales Handelsabkommen und nicht als Strafzollsystem zu betrachten.

Die Schweiz hat sich zudem zu neuen US-Investitionen in Höhe von 200 Millionen US-Dollar in den Bereichen Pharma, Fertigung und anderen Sektoren verpflichtet, eine Gegenleistung, die Washington den Deal versüßt.

Diese Investition trägt dazu bei, das Narrativ zu widerlegen, dass Amerika einfach vor dem Druck kapituliert.

Mit einer Quote von 15% ist die Schweiz im Vergleich zu einigen anderen Nationen günstig positioniert und zeigt den Verbündeten, dass Zusammenarbeit belohnt wird.

Nun stellt sich die Frage, ob andere Länder, Kanada, Mexiko und die EU-Mitglieder dem Drehbuch der Schweiz folgen und eigene Zollsenkungen aushandeln werden.

Wenn dem so ist, hat Trump effektiv ein zweistufiges System geschaffen, in dem engagierte Dealmaker bessere Bedingungen erhalten als Verweigerer.

Für die Schweizer Exporteure ist die Erleichterung unmittelbar: Bei Uhren, Pharmazeutika und raffiniertem Gold werden es ab sofort weniger Reibungsverluste auf dem amerikanischen Markt geben.