Invezz

Russland schlägt eine jahrzehntelange Verlängerung der Öllieferungen an China vor

  • Russland strebt an, seine Energiepartnerschaft mit China auszubauen und konzentriert sich auf die Steigerung der Ölexporte und der LNG-Versorgung.
  • Chinas tägliche russische Ölimporte belaufen sich auf etwa 2,3 Millionen Barrel über das Meer und die Pipeline-Route.
  • US-Sanktionen gegen Rosneft, Lukoil und das Arctic LNG 2-Projekt stellen die Partnerschaft in Frage.

Russland strebt an, seine Energiepartnerschaft mit China auszubauen, wobei Vizepremierminister Alexander Novak am Dienstag in Peking ankündigte, dass Moskau Chancen sieht, die Ölexporte zu erhöhen und die Zusammenarbeit bei der Versorgung von verflüssigtem Erdgas (LNG) zu verstärken.

Seit Russland im Februar 2022 seine militärischen Aktionen in der Ukraine eingeleitet hat, sind China und Indien zu den Hauptabnehmern von russischem Öl geworden.

Konkret sind Chinas tägliche russische Ölimporte erheblich und belaufen sich laut einem Reuters-Bericht auf etwa 1,4 Millionen Barrel per See, zusätzlich 900.000 Barrel pro Tag, die per Pipeline transportiert werden.

US-Sanktionen richten sich gegen russische Unternehmen

In einer erheblichen Eskalation des internationalen wirtschaftlichen Drucks verhängten die USA letzten Monat umfassende Sanktionen gegen zwei der prominentesten und größten russischen Energieunternehmen: Rosneft und Lukoil.

Diese Maßnahmen wurden speziell vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen eingeführt und sollen Russlands Fähigkeit, seine Operationen zu finanzieren, durch das Angriff auf den wichtigen Öl- und Gassektor stark einschränken.

Die Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil zielen darauf ab, ihren Zugang zu internationaler Finanz, Technologie und Dienstleistungen zu behindern und ihre Produktions- und Exportkapazitäten zu beeinträchtigen.

Diese US-Maßnahme, die wirtschaftliche Instrumente als Reaktion auf geopolitische Ereignisse einsetzt, wird voraussichtlich die globalen Energiemärkte beeinflussen und potenziell zu Schwankungen bei Ölpreisen und Lieferketten führen, da die Geschäfte dieser wichtigsten Produzenten eingeschränkt sind.

Der russische Präsident Wladimir Putin verurteilte die Sanktionen als unfreundliche Handlung und wies ihr Potenzial ab, die russische Wirtschaft erheblich zu beeinflussen, während er gleichzeitig Russlands entscheidende Rolle auf dem Weltmarkt betonte.

Trotz widersprüchlicher Informationen über die Zukunft der russischen Öllieferungen nach China und Indien sind die gesamten Rohölexporte Russlands bisher relativ stabil geblieben.

Langfristige strategische Verpflichtungen

Während eines sino-russischen Wirtschaftsforums in Peking kündigte Novak an, dass Russland und seine chinesischen Partner das Potenzial für eine Erhöhung der russischen Ölexporte nach China diskutieren.

Die Bedingungen für die Öllieferung an China über Kasachstan, wie in zwischenstaatlichen Abkommen festgelegt, könnten laut Novak um ein Jahrzehnt verlängert werden und bis 2033 fortgesetzt werden.

Diese potenzielle Erweiterung unterstreicht die strategische Energiepartnerschaft zwischen Russland und China, wobei die Transitinfrastruktur über einen wichtigen zentralasiatischen Verbündeten genutzt wird.

Die langfristige Natur dieses Engagements unterstreicht die Stabilität zukünftiger Ölströme.

Laut russischer Regierung traf er sich anschließend mit dem chinesischen Vizepremier Ding Xuexiang.

Novak wurde bei der Sitzung mit den Worten zitiert:

Russland und China arbeiten zunehmend bei der Produktion und dem Export von seegetragenem verflüssigtem Erdgas (LNG) zusammen.

China investiert erheblich in russische LNG-Projekte, wobei der staatliche Energieriese CNPC einen Anteil von 20 % an der Yamal-LNG-Anlage hält und der Silk Fund 9,9 % des von Novatek geführten Projekts besitzt.

Die russischen LNG-Exporte wurden jedoch durch US-Sanktionen wegen der Lage in der Ukraine behindert, insbesondere durch die neuen Arctic LNG 2-Anlage, die die Verfügbarkeit der Tankerflotte für den Treibstofftransport stark eingeschränkt haben.

China erhielt Ende August seine erste LNG-Lieferung aus dem sanktionierten russischen Projekt, nur wenige Tage vor einem geplanten Treffen zwischen Präsident Putin und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

Novak betonte die entscheidende Bedeutung, trotz äußerer Herausforderungen weiterhin die notwendigen Bedingungen für die Durchführung gemeinsamer Projekte zu schaffen.