Gold sollte von schwächerer Inflation profitieren – warum fällt es jetzt?

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Auf Ausbruch setzen: Long XAU/USD (oder GLD) nur bei einem nachhaltigen Schlusskurs über $4.425, mit Ziel einer Rückkehr in Richtung $5.000. Die Nachrichten reduzierten die Chancen für eine Erhöhung im September, und Zuflüsse in physische ETFs (3 Mrd. $ im Juli; +23 Tonnen) zeigen reale Nachfrage. Entscheidend ist die Rückeroberung der Widerstandszone $4.400–$4.425, die der Markt gerade nicht halten konnte.
Kernrisiko: Starke Einzelhandelsumsätze und Verbraucherstimmung treiben die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung wieder nach oben und vereiteln den Ausbruchsversuch.
Minen als Hebel auf den nächsten Gold-Schub kaufen: Long GDX mit demselben Auslöser (Rückeroberung von $4.400–$4.425 beim Gold). Wenn Gold wieder anzieht, übertreffen Minen typischerweise, da Margen und Stimmung sich schneller verbessern als der Metallpreis. ETF-Zuflüsse und die erneute Option als sicherer Hafen (Iran-Blockaderisiko) stützen das gesamte Segment.
Kernrisiko: Gold pendelt seitwärts oder fällt wieder unter $4.400, wodurch Minen wegen höherer Volatilität und Gewinnmitnahmen unterdurchschnittlich abschneiden.
- Gold rutscht unter $4.330, da Gewinnmitnahmen seine Erholung nach der Inflationsmeldung begrenzen.
- Schwächere US-Inflation senkt die Chancen einer Fed-Zinserhöhung im September auf etwa ein Drittel.
- Gold braucht die Rückeroberung von $4.400, um die Aussicht auf eine erneute Rallye in Richtung $5.000 wiederzubeleben.
Gold fiel am Freitag und steuerte auf einen Wochenverlust zu, da Anleger nach der schwächeren US-Inflation Gewinne mitnahmen, nachdem das Edelmetall bereits auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten gestiegen war.
Spot-Gold gab um 0,5 % nach und notierte um 3:36 Uhr GMT bei $4.326,75 je Unze, während die US-Futures für Dezember um fast 1 % auf $4.382,50 fielen.
Das Edelmetall erreichte am Donnerstag kurzzeitig den höchsten Stand seit dem 5. Juni, bevor es deutlich nachgab, was zeigt, dass allein niedrigere Fed-Zinserwartungen nicht ausreichten, um den Ausbruch über $4.400 zu halten.
Schwächere Inflation ist weitgehend eingepreist
Gold profitierte diese Woche von einer Reihe günstiger US-Daten.
Die Verbraucherpreise im Juli sanken auf 3,4 % im Jahresvergleich gegenüber 3,5 % im Juni, während die Erzeugerpreise im Monatsvergleich unverändert blieben und sich im Jahresvergleich auf 4,7 % von 5,5 % verlangsamten.
In Verbindung mit dem schwachen Beschäftigungsbericht für Juli haben diese Daten die implizite Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September auf etwa 35 % gesenkt, von rund 55 % noch eine Woche zuvor.
Niedrigere erwartete Zinsen stützen Gold in der Regel, weil sie die Opportunitätskosten für das Halten eines Anlagewerts, der keine Erträge abwirft, verringern.
Das Problem für die Bullen ist jedoch, dass ein Großteil dieser Verbesserung bereits in den Preisen eingepreist ist.
Tastylive-Makrostratege Ilya Spivak sieht den jüngsten Rückgang als Gewinnmitnahmen spekulativer Investoren nach einer schnellen Erholung und nicht als fundamentale Verschlechterung der Goldaussichten.
Ohne einen ebenso starken kurzfristigen Katalysator könnte der Markt Zeit brauchen, um den jüngsten Anstieg zu verdauen.
Die Marke von $4.400 wird zum wichtigsten technischen Hindernis
Dass Gold es nicht schaffte, sich oberhalb von $4.400 zu halten, hat diese Zone zum unmittelbaren Prüfstein für den nächsten Aufwärtsschub gemacht.
Technische Analysen sehen zuletzt Widerstand rund um $4.365–$4.425; ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone wäre nötig, um zu bestätigen, dass der Anstieg im August in eine breitere Erholung mündet und nicht nur eine weitere vorübergehende Gegenbewegung darstellt.
Spivak ist der Ansicht, dass ein deutlicher Durchbruch durch $4.400 $5.000 noch vor Jahresende wieder in Reichweite bringen könnte.
Auch die UBS ist langfristig konstruktiv und prognostiziert Gold bei $5.000 in der ersten Hälfte von 2027.
Die Investmentnachfrage bietet dem Markt zudem Unterstützung.
Global physisch gedeckte Gold-ETFs verzeichneten im Juli Zuflüsse von 3 Mrd. $, kehrten damit zwei aufeinanderfolgende Monate mit Abflüssen um, und die Bestände stiegen um 23 Tonnen auf 4.068 Tonnen.
Iran-Risiko und US-Konsumdaten lassen die nächste Bewegung offen
Die Geopolitik bleibt unterstützend, nachdem Washington erklärte, es könne seine maritime Blockade Irans unbegrenzt aufrechterhalten, da die Waffenstillstandsverhandlungen ins Stocken geraten sind. Die Nachfrage nach sicheren Häfen könnte daher schnell zurückkehren, falls die Konfrontation sich zuspitzt.
Am Freitag steht jedoch eine andere Prüfung an. Die US-Einzelhandelsumsätze und vorläufige Verbraucherstimmungsdaten der University of Michigan liefern einen neuen Hinweis darauf, ob die Haushalte sich parallel zum Arbeitsmarkt abschwächen.
Für Gold könnten schwächere Verbraucherdaten die Argumente für eine Zinspause im September untermauern. Starke Konsumausgaben könnten die Marktteilnehmer hingegen daran erinnern, dass die Fed weiterhin Gründe zur Vorsicht hat.
Das übergeordnete Bild bleibt daher konstruktiv, aber die $4.400-Marke ist zur Trennlinie zwischen Konsolidierung und einem weiteren Versuch in Richtung der Höchststände geworden.

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