Gold zurück nahe Zweimonatshochs: Kann der PPI einen Ausbruch über $4.500 auslösen?

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Gold konsolidiert nahe Zweimonatshochs, nachdem der CPI abgeklungen ist und die Chancen auf Zinssenkungen gestiegen sind. Sollte der PPI für Juli schwächer ausfallen, würde das bestätigen, dass die Pipeline-Inflation nachlässt, und könnte die Renditen von US-Treasuries und den Dollar nach unten drücken – ein klassischer Rückenwind für das Edelmetall. ETF-Zuflüsse nehmen fünf Handelssitzungen in Folge zu und stützen die Bewegung über das reine Short-Covering hinaus. Ziel ist ein nachhaltiger Vorstoß über $4,500 (Hürde: 200-Tage-Durchschnitt).
Kernrisiko: Der PPI für Juli fällt deutlich höher aus, treibt Renditen und Dollar nach oben und zerstört die Narrative der „Fed auf der Seitenlinie“.
Zweite Ordnung: Ein bestätigter Gold-Ausbruch zieht typischerweise die Risikobereitschaft innerhalb des Goldkomplexes nach vorne. Wenn Gold über $4,500 ausbricht, tendieren Minen (GDX) dazu, zu überperformen, weil sich die Margen mit höheren tatsächlich realisierten Goldpreisen ausweiten und Investoren von Bullion in gehebelte Aktienexposure rotieren. Dies entspricht auch dem im Artikel genannten Signal der „erneuten Anlagesnachfrage“, das sich häufig zuerst beim Gold und anschließend bei den Minen zeigt.
Kernrisiko: Gold bricht nach dem PPI ein (oder die Renditen springen an), wodurch Minen schneller abgewertet werden als Bullion.
- Gold notiert über $4,400, während Händler heute auf den US-Erzeugerpreisbericht warten.
- Abkühlende Inflation reduziert die Wahrscheinlichkeit für Fed-Zinserhöhungen, während Gold nahe einem Zweimonatshoch bleibt.
- Gold visiert $4,500 an, da ETF-Zuflüsse und geringere Zinserwartungen die Nachfrage anheben.
Gold stabilisierte sich am Donnerstag nahe einem Zweimonatshoch, nachdem Anleger nach einer vier Handelssitzungen andauernden Rallye innehielten und auf die US-Erzeugerpreisdaten warteten, um zu prüfen, ob die Inflation ausreichend abkühlt, damit die Federal Reserve im September pausieren kann.
Spot-Gold zeigte sich im frühen Handel kaum verändert bei rund $4,409 pro Unze, nachdem es kurzzeitig um etwa 1% auf den höchsten Stand seit dem 5. Juni gestiegen war.
Dezember-Futures auf US-Gold notierten nahe $4,467. Das Metall hat seit Anfang August deutlich zugelegt, gestützt von schwächeren Arbeitsmarktdaten, einer geringeren Zinsprognose und erneuter Anlagesnachfrage.
Nach der CPI-Rallye: Pause vor dem nächsten Inflations-Test
Der Verbraucherpreisbericht vom Mittwoch gab Gold-Bullen einen weiteren Grund, engagiert zu bleiben. Der US-CPI stieg im Juli um 0.1% und lag 3.4% über dem Vorjahresniveau, nach 3.5% im Juni.
Die Kerninflation stieg im Monatsvergleich um 0.2% und verringerte sich auf 2.5% im Jahresvergleich.
Die Detaildaten fielen ebenfalls relativ harmlos aus. Die Wohnkosten (shelter) stiegen nur um 0.1% und die Energiepreise sanken im Juli um 1.5%, was dazu beitrug, den monatlichen Anstieg der Gesamtrate zu begrenzen.
Das erhöhte die marktimplizierte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf etwa 40%, nach rund 54% eine Woche zuvor.
Niedrigere erwartete Zinsen stützen tendenziell das Edelmetall, da sie die Opportunitätskosten für das Halten eines zinstragungsfreien Vermögenswerts verringern.
KCM Trade-Analyst Tim Waterer sieht die Pause am Donnerstag als Konsolidierung nach dem CPI-getriebenen Anstieg, nicht als Stimmungsumschwung.
Seiner Einschätzung nach wollen Händler eine Bestätigung durch die Erzeugerpreise, bevor sie aggressiv in die Bewegung nachkaufen.
PPI könnte entscheiden, ob Gold die $4,500-Marke in Angriff nimmt
Das Bureau of Labor Statistics wird die Erzeugerpreise für Juli am Donnerstag um 8.30 am ET veröffentlichen. Der PPI für Juni fiel gegenüber dem Vormonat um 0.3%, lag aber im Jahresvergleich noch 5.5% höher.
Ein schwächerer Wert für Juli würde die Einschätzung untermauern, dass die Pipeline-Inflation nachlässt, und könnte die Erwartungen für eine Fed-Zinserhöhung im September weiter schwächen.
Ein stärkerer Wert würde den Trade erschweren, da er potenziell die Renditen von US-Treasuries und den Dollar nach oben treiben könnte.
Nach dem raschen Rebound von Gold gewinnt die technische Dynamik ebenfalls an Bedeutung.
Analysten der Saxo Bank sehen den 200-Tage-Durchschnitt nahe $4,500 als die nächste große Hürde, nachdem das Edelmetall den Bereich um $4,200 überwunden hatte.
Goldunterlegte ETF-Bestände sind zudem fünf Handelssitzungen in Folge gestiegen und erreichten ein Sechs-Wochen-Hoch, was auf erneute Anlegernachfrage und nicht nur auf eine von Short-Covering getriebene Rallye hindeutet.
Geopolitik sorgt für eine Untergrenze beim Edelmetall
Die Zinsentwicklung ist nicht die einzige Stütze für Gold. Die US‑Iran-Verhandlungen bleiben ins Stocken geraten, wodurch die Nachfrage nach defensiven Anlagen selbst nach der inflationsgetriebenen Rally hoch bleibt.
Die gleiche geopolitische Spannung kann jedoch in beide Richtungen wirken.
Sollten Unterbrechungen die Energiepreise deutlich ansteigen lassen, könnte der erneute Inflationsdruck schließlich das Argument für eine straffere Geldpolitik untermauern.
Vorerst bleibt das Kräfteverhältnis günstig. Comex-Gold schloss am Mittwoch bei $4,408.90, den vierten Anstieg in Folge und dem höchsten Schlussstand seit dem 4. Juni.
Die nächste Frage ist, ob der PPI das CPI-Signal bestätigt. Wenn dem so ist, würde ein nachhaltiger Durchbruch über $4,500 eher zu einem glaubwürdigen Ziel als zu einer bloßen technischen Möglichkeit werden.

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