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Brent nähert sich $100, Hormuz-Daten deuten auf engere Rohölflüsse hin

Brent nähert sich $100, Hormuz-Daten deuten auf engere Rohölflüsse hin
Devesh Kumar
07. Sept. 2026, 07:55 AM

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Brent kaufen (BCO)

Auf Brent‑Rohölexposure setzen (z. B. Brent‑Futures oder BCO). Der Artikel zeigt, dass der Verkehr durch Hormuz auf dem niedrigsten Stand seit Mai liegt (etwa 10 Schiffe/Tag; nur 2 am Samstag, 6 am Sonntag). Das ist eine Verknappung des physischen Marktes, nicht nur Schlagzeilen, und OPEC+ wird kurzfristig nicht zusätzliches Angebot bereitstellen. Erwarten Sie, dass Brent weiterhin einen geopolitischen Risikoaufschlag trägt und sich in Richtung/über $100 bewegt.

Kernrisiko: Der Schiffsverkehr durch Hormuz erholt sich schnell (Schiffsanzahlen normalisieren sich), was beweist, dass die Störung nur vorübergehend war und den Brent‑Risikoaufschlag abbaut.

WTI gegenüber Brent verkaufen (WTI/Brent-Spread)

Den WTI‑Brent‑Spread verkaufen (short auf WTI vs. long auf Brent, z. B. über einen Brent‑WTI‑Spread‑Trade). WTI wird zwar vom gleichen Aufschlag nach oben gezogen, doch der Artikel stellt fest, dass WTI weniger direkt exponiert ist, weil die US‑Versorgungsbasis stärker ins Gewicht fällt. Bleibt Hormuz eingeschränkt, dürfte Brent den Aufschlag länger halten als WTI, wodurch sich der Spread zu Gunsten von Brent ausweitet.

Kernrisiko: WTI holt auf, weil sich die US‑Nachfrage‑/Angebotsdynamik so verengt, dass WTI ebenso stark steigt wie Brent und die Expositionsdifferenz verschwindet.

  • Brent nähert sich $97, da Tankerangriffe die Befürchtungen über zentrale Hormuz‑Ölströme vertiefen.
  • WTI notiert über $92, da US‑Iran‑Konflikte die Lieferunsicherheiten heute erhöht halten.
  • OPEC+ hält die Produktion im Oktober stabil, während Störungen im physischen Markt anhalten.

Die Ölpreise stiegen am Montag, da erneute US‑Iran‑Angriffe auf Tanker und Kriegsschiffe die Lieferunsicherheit wieder in den Mittelpunkt des Marktes rückten, wobei sowohl Brent als auch WTI ihre jüngsten Zugewinne ausbauten.

Brent notierte während der asiatischen Handelszeit bei rund $97 pro Barrel, während West Texas Intermediate über $92 blieb.

Die Bewegung folgte auf US‑Schläge gegen drei iranische Öltanker am Wochenende, nachdem Iran ballistische Raketen auf zwei Kriegsschiffe der US‑Marine abgefeuert hatte.

Teheran erklärte anschließend, eine neue Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus einzurichten, was eine weitere Unsicherheitsebene für einen der wichtigsten Energiekorridore der Welt hinzufügt.

Der Schiffsverkehr durch Hormuz wird zum entscheidenden Test für den physischen Markt

Die Kursreaktion wird weniger allein von geopolitischen Schlagzeilen getrieben als vielmehr von der Erkenntnis, dass der Schiffsverkehr durch Hormuz weiterhin eingeschränkt ist.

Kpler‑Daten zeigten, dass in den vergangenen 10 Tagen durchschnittlich etwa 10 Handelsschiffe pro Tag die Meerenge passierten, der niedrigste Wert seit Mai. Am Samstag passierten nur zwei Schiffe, am Sonntag sechs.

Das ist wichtig, weil Hormuz normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen abwickelt.

Selbst ohne vollständige Sperrung können geringerer Verkehr, höhere Versicherungskosten und gestörte Ladepläne den physischen Markt verknappen und einen geopolitischen Aufschlag in Brent und WTI verankern.

Analysten von ANZ Research erklärten, die jüngsten Angriffe hätten die Wahrscheinlichkeit weiter verringert, dass die Öllieferungen aus dem Nahen Osten schnell zur Normalität zurückkehren. Ihre Einschätzung deutet eher auf eine anhaltende US‑Iran‑Konfrontation als auf eine baldige Lösung hin.

US‑Energieminister Chris Wright deutete am Sonntag ebenfalls an, dass Washington seine Militärpräsenz in der Region aufrechterhalten werde.

Die Washington Post berichtete, Wright halte die US‑Marine für entscheidend zum Schutz des Handelsschiffsverkehrs, solange die Spannungen um die Wasserstraße anhalten.

Der Risikoaufschlag von Brent lässt sich nur schwer abbauen

Brent ist zum klareren Indikator für den Aufschlag bei Lieferungen aus dem Nahen Osten geworden, da es stärker den globalen seegestützten Rohölströmen ausgesetzt ist.

Das Rohstoffteam der Commerzbank unter der Leitung von Barbara Lambrecht schrieb in einem von TMGM wiedergegebenen Kommentar, der Ausblick bleibe ungewöhnlich schwer zu beurteilen, da die Schätzungen darüber, wie viel Rohöl durch Hormuz fließt, stark auseinandergehen.

Die Analysten erwarten, dass die bevorstehenden Berichte von EIA, IEA und OPEC zusammen mit den chinesischen Handelsdaten ein klareres Bild sowohl der tatsächlichen Angebotsstörungen als auch der globalen Nachfrage liefern werden.

Sie sehen auch Potenzial für eine Entspannung der Ölpreise, falls die Hinweise zeigen, dass die Meerenge besser passierbar wird.

WTI wird durch denselben geopolitischen Aufschlag mit nach oben gezogen, obwohl seine inländische US‑Versorgungsbasis es etwas weniger direkt der Golf‑Schifffahrt aussetzt als Brent.

OPEC+-Pause lenkt den Fokus auf gestörte Versorgung

OPEC+ fügte dem Angebotsbild am Sonntag ein weiteres Element hinzu, indem es seine Produktionspolitik für Oktober unverändert ließ.

Saudi‑Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman einigten sich darauf, ihre für September geforderten Produktionsniveaus bis einschließlich Oktober beizubehalten. Die Gruppe wird die Marktbedingungen am 4. Oktober erneut prüfen.

Das bedeutet, Händler können nicht auf eine kurzfristige Produktionssteigerung bauen, um die Störungen rund um Iran und Hormuz auszugleichen.

Für die Ölpreise sind Schifffahrtsdaten inzwischen ebenso wichtig wie militärische Entwicklungen. Eine anhaltende Verbesserung des Verkehrs durch Hormuz könnte einen Teil des Risikoaufschlags aus Brent und WTI nehmen.

Weitere Angriffe oder ein erneuter Rückgang der Schiffsbewegungen würden hingegen Brent nahe der $100‑Marke halten und WTI fest über $90.