Ein EU-Konflikt zeichnet sich ab, während Italien die Goldreserven zum Staatseigentum erklärt

Ein EU-Konflikt zeichnet sich ab, während Italien die Goldreserven zum Staatseigentum erklärt
Sayantan Sarkar
27. Nov. 2025, 11:45 AM
  • Italienische Gesetzgeber schlagen vor, die Goldreserven der Zentralbank in Höhe von 300 Milliarden Dollar als Staatseigentum zu erklären.
  • Die EZB warnt, dass dieser Schritt gegen EU-Verträge verstoßen könnte, indem er die Autonomie der Zentralbanken einschränkt.
  • Die italienische Regierung wird sich vor dem Verfahren mit der Bank of Italy und der EZB beraten.

Italienische Gesetzgeber setzen eine umstrittene Behauptung voran, dass die 300 Milliarden Dollar an Goldreserven der Zentralbank als Staatseigentum eingestuft werden sollten – ein Schritt, den ein Senator am Donnerstag bestätigte, obwohl Befürchtungen befürchteten, dass dies gegen die Vorschriften der Europäischen Union verstoßen könnte.

Lucio Malan, ein Senator der Partei Brüder Italiens unter Premierminister Giorgia Meloni, erklärte laut einem Reuters-Bericht auf Radio 24, dass das Ziel der Initiative darin bestehe, sicherzustellen, dass die Goldreserven in Zukunft nicht missbraucht werden.

Malan sagte:

Drittgrößter Vorrat

Die Bank of Italy hält eine der weltweit größten nationalen Goldreserven und ist damit der drittgrößte Bestand weltweit, nur übertroffen von den USA und Deutschland.

Diese beeindruckende Reserve beträgt 2.452 Tonnen Gold.

Um dies in Bezug auf seine wirtschaftliche Bedeutung zu verdeutlichen: Diese Goldmenge entspricht etwa 13 % der italienischen Landesproduktion, was ihre Bedeutung für die finanzielle Lage und die wahrgenommene Stabilität des Landes unterstreicht.

Allerdings ist der rechtliche Besitz und die Kontrolle über diese riesigen Goldvorkommen in letzter Zeit zu einem Thema politischer Debatten innerhalb der italienischen Regierung geworden.

Ein bedeutender legislativer Vorstoß ist im Gange, der darauf abzielt, den Besitz des Goldes formell zu klären.

Konkret hat Senator Guido Quintino Malan zusammen mit einer Gruppe von vier weiteren Parteimitgliedern einen Änderungsantrag zum vorgeschlagenen Haushalt für 2026 eingebracht.

Diese Änderung stellt eine grundlegende Änderung des Rechtsstatus der Reserven fest und stellt ausdrücklich fest, dass "die Goldreserven, die von der Bank von Italien verwaltet und gehalten werden, dem Staat im Namen des italienischen Volkes gehören."

Diese vorgeschlagene Änderung zielt darauf ab, endgültig festzustellen, dass das Gold ein nationales Vermögen ist, das von der Zentralbank treuhänderisch zum Wohle der Nation gehalten wird.

Bevor eine Gesetzgebung zu diesem umstrittenen Thema vorangenommen wird, hat die italienische Regierung einen bedachten und vorsichtigen Ansatz signalisiert.

Ein Regierungsbeamter bestätigte im Gespräch mit Reuters, dass Italien beabsichtigt, formelle Meinungen von zwei wichtigen Finanzinstituten einzuholen: der Bank von Italien selbst, die derzeit das Gold hält und verwaltet, und der Europäischen Zentralbank (EZB), angesichts Italiens Position als Mitglied der Eurozone.

Dieser Konsultationsprozess ist ein entscheidender Schritt, der sicherstellt, dass die Regierung die potenziellen finanziellen, rechtlichen und operativen Folgen einer formellen Eigentumsübertragung berücksichtigt hat, bevor sie ein neues Gesetz erlässt.

Inkompatibilität

Der Besitz der italienischen Goldreserven ist seit zwei Jahrzehnten ein umstrittenes politisches Thema, wobei verschiedene Parteien einen möglichen Verkauf zur Reduzierung der öffentlichen Schulden oder zur Finanzierung von Ausgaben und Steuersenkungen vorschlagen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat jedoch zuvor gewarnt, dass jede Einschränkung der Autonomie einer Zentralbank, insbesondere bei der Verwaltung ihrer Goldreserven, gegen EU-Verträge verstoßen würde.

Das Statut des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESCB) verbietet Zentralbankern ausdrücklich, Anweisungen von EU-Institutionen oder Mitgliedstaaten entgegenzunehmen.

Trotzdem bestritt Malan, dass die aktuelle Koalition plant, das Gold zu verkaufen.

Stattdessen argumentierte er, das Ziel seiner Partei sei lediglich, das Risiko eines Verkaufs der Reserven zu entschärfen, obwohl er keine weiteren Details nannte.

Laut der Website der Bank von Italien erfüllt die Goldreserve zwei mögliche Zwecke: Sie kann als Sicherheit zur Kreditsicherung verwendet werden oder, im Fall der letzten Option, auf dem Markt verkauft werden, um Euro zu erwerben und so den Wert der Währung zu steigern.