Baidu dringt tiefer in KI-Chips vor, während China um die Ablösung von Nvidia eilt

Baidu dringt tiefer in KI-Chips vor, während China um die Ablösung von Nvidia eilt
Diya Poddar
28. Nov. 2025, 09:54 AM
  • Baidu erweitert die KI-Chip-Strategie, während China sich von Nvidia entfernt und die inländische Hardware stärkt.
  • Kunlunxin plant M100- und M300-Chips, erhält Aufträge und treibt Baidus Full-Stack-KI-Push voran.
  • Chipknappheit und US-Beschränkungen beschleunigen Chinas Umstellung auf interne KI-Prozessoren und -Lieferanten.

Baidu erweitert seine Strategie für künstliche Intelligenz-Chips, während China die Bemühungen beschleunigt, seine Abhängigkeit von Nvidia-Technologie zu verringern.

Die Tech-Giganten des Landes berichten weiterhin von einer starken Nachfrage nach KI-Computing, doch der Zugang zu fortschrittlichen Chips hat sich aufgrund von Exportbeschränkungen und weltweiten Engpässen verschärft.

Dieses Umfeld hat chinesische Plattformen dazu veranlasst, inländische Hardware-Pipelines aufzubauen, die das Training und die Einführung großer KI-Modelle im großen Maßstab unterstützen können.

Obwohl Baidu weithin für seine Suchmaschine bekannt ist, hat das Unternehmen sein Geschäft stetig im Bereich autonomes Fahren, Cloud-Computing und KI-Systeme neu positioniert.

Sein Halbleiterarm Kunlunxin ist nun einer der Schlüsselstücke in Chinas Versuch, mehr Kontrolle über seine KI-Infrastruktur aufzubauen.

Das Unternehmen erhöht die Investitionen, erweitert Produktpläne und sichert sich weitere Bestellungen, da KI-Hardware zu einer der wettbewerbsfähigsten Technologiefronten Chinas wird.

Kunlun-Fahrplan legt eine langfristige Strategie fest

Baidu hat eine detaillierte Fünfjahres-Roadmap für Kunlunxin vorgestellt, beginnend mit dem M100-Chip, der 2026 erwartet wird, und dem M300, der 2027 erwartet wird.

Diese Prozessoren sollen Trainings- und Inferenzaufgaben für Baidus ERNIE-Modelle unterstützen, die derzeit auf einer Mischung aus selbstentwickelten Chips und Nvidia-Hardware in den Rechenzentren des Unternehmens laufen.

Die Halbleitereinheit gewinnt zunehmend an kommerzieller Bedeutung. Kunlunxin hat Bestellungen von Lieferanten erhalten, die China Mobile bedienen, einen der größten Mobilfunkanbieter des Landes.

Baidu verkauft seine Chips auch an Unternehmen, die Rechenzentren bauen, und bietet Rechenleistungen über seine Cloud-Dienste an.

Experten haben festgestellt, dass sich Baidu zunehmend als Full-Stack-KI-Technologieunternehmen positioniert, mit einer Infrastruktur, die Chips, Server, Rechenzentren, Modelle und Anwendungen kombiniert.

Prognosen deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach heimischer Hardware weiter steigen wird, da immer mehr chinesische Hyperscaler zu lokalen Lieferanten wechseln.

Dieser Wandel spiegelt einen breiteren Trend im chinesischen Technologiesektor wider, wo Unternehmen ihre langfristigen Strategien an sichere, konforme und lokal bezogene Komponenten anpassen.

Der Druck steigt, wenn die Chipversorgung knapper wird

Chinas KI-Sektor sieht sich anhaltenden Engpässen bei fortschrittlichen Chips gegenüber. Alibaba erklärte in diesem Monat, dass Komponenten für den Bau von Rechenzentren in den nächsten Jahren ein großer Engpass bleiben werden.

Tencent berichtete, dass die Investitionsausgaben für das nächste Jahr niedriger ausfallen werden als erwartet, nicht wegen schwächerer Nachfrage, sondern weil Chips in dem erforderlichen Umfang nicht verfügbar sind.

Der Mangel wird sowohl durch globale als auch durch nationale Faktoren beeinflusst. Die hohe internationale Nachfrage hat Engpässe in der gesamten Halbleiterlieferkette geschaffen, während US-Regeln Nvidia daran hindern, seine hochwertigen KI-Prozessoren nach China zu verkaufen.

Peking hat Unternehmen außerdem geraten, sich nicht auf den H20 zu verlassen, einen niedrigstufigen Nvidia-Chip, der für den chinesischen Markt entwickelt wurde, aber für den Export freigegeben ist.

Chinesische Unternehmen haben darauf reagiert, indem sie auf gelagerte Komponenten setzen und ihre KI-Modelle effizienter gestalten, damit sie mit weniger Chips arbeiten können.

Dennoch bestehen die Herausforderungen in der Fertigung weiterhin. Chinas größter Chiphersteller, SMIC, kann nicht mit dem Umfang oder der Technologie der Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. mithalten, was die Fähigkeit des Landes einschränkt, fortschrittliche Prozessoren im eigenen Land herzustellen.

Der Wettbewerb nimmt zu, da Technologieunternehmen ihre eigenen Chips bauen

Baidu ist nicht allein bei der Entwicklung eigener Halbleiter.

Alibaba arbeitet an seinem KI-Chip der nächsten Generation, während andere Unternehmen ihre Infrastrukturpläne anpassen, um Lieferbeschränkungen zu bewältigen.

Analystenschätzungen deuten darauf hin, dass Kunlunxin ein signifikantes Bewertungswachstum erzielen könnte, unterstützt durch starke Umsatzprognosen für die kommenden Jahre.

Die Kombination aus eingeschränkten Importen, starker inländischer Nachfrage und langfristigen Zielen zur Selbstständigkeit hat einen größeren Markt für Unternehmen geschaffen, die in der Lage sind, wettbewerbsfähige KI-Chips zu bauen.

Baidus Strategie versetzt das Unternehmen in eine starke Position, um ein kritischer Anbieter im Bereich Cloud Computing, Telekommunikationsnetze und Enterprise-KI-Workloads zu werden.