Warum wird Salesforce-Aktien als "historisch billig" bezeichnet: Ist jetzt die Zeit zum Kaufen?

Warum wird Salesforce-Aktien als "historisch billig" bezeichnet: Ist jetzt die Zeit zum Kaufen?
Devesh Kumar
03. Dez. 2025, 14:36 PM
  • Die Bewertung von Salesforce ist auf seltene Tiefstände gefallen, was Gespräche über ein mögliches Schnäppchen ausgelöst hat.
  • Der Forward KGV von nahe 20x signalisiert einen historischen Abschlag im Vergleich zu seiner wachstumsreichen Vergangenheit.
  • Die Agentforce KI-Plattform ist der wichtigste Katalysator, aber die frühe Einführung bleibt langsam.

Nach einem turbulenten Jahr für Unternehmenssoftware trägt Salesforce (NYSE: CRM) plötzlich ein neues Label: Value-Aktie.

Da die Aktien nahe dem 52-Wochen-Tiefs fallen und die Bewertungsvielfachen auf Niveaus sinken, die in ihrer zweizehnjährigen Laufzeit selten gesehen wurden, ist die Wall Street in Gespräch mit einem möglichen Schnäppchen.

Aber in einem Markt, der von sofortigen KI-Renditen besessen ist, bedeutet "billig" auf dem Papier nicht immer, dass es Zeit zum Kauf ist.

Während das Unternehmen sich darauf vorbereitet, Gewinne zu berichten, fragen sich Investoren, ob dies ein goldener Einstiegspunkt oder eine Wertfalle ist. Hier ist, was wirklich vor sich geht.

Salesforce-Aktie: Was "historisch günstig" wirklich bedeutet.

Wenn Analysten Salesforce als "billig" bezeichnen, sehen sie eine deutliche Diskrepanz zwischen seinem Preis und den Gewinnen.

Salesforce handelt derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 19,6-fach, was einen massiven Abschlag im Vergleich zum eigenen Fünfjahresdurchschnitt darstellt, der während Spitzenwachstumsphasen oft über dem 40- oder sogar 50-fachen lag.

Zum Kontext: Ein Sub-20-faches Multiplikatoren ist typischerweise für langsam wachsende Versorgungsunternehmen reserviert, nicht für Technologiegiganten, die ihren Sektor dominieren.

Der Abschlag ist noch deutlicher, wenn man ihn an den Gleichwerten verglichen.

Sogar der breitere Durchschnitt des Technologiesektors liegt näher bei 32x. Warum die Lücke? Der Markt bestraft Salesforce für ein wahrgenommenes "Wachstumsfegefeuer".

Investoren befürchten, dass das Kern-CRM-Geschäft gesättigt ist, während der neue KI-Pivot, insbesondere die "Agentforce"-Plattform, noch nicht wirklich in der Umsatzspalte aufgetaucht ist.

Der Abstieg der Aktie in den Bereich von 220–230 $ spiegelt eine "Show-me"-Haltung der Wall Street wider: Die Bewertung ist gedrückt, weil der Markt nicht überzeugt ist, dass das zweistellige Wachstum bald zurückkehren wird.

Katalysatoren vs. Risiken: Das "Agentforce"-Risiko

Das optimistische Argument für den Kauf beruht heute fast ausschließlich auf Agentforce, Salesforces neuer autonomer KI-Plattform. Wenn dieses Produkt erfolgreich ist, löst es eine massive Neubewertung aus.

Der Bullenfall: Analysten bei Oppenheimer haben kürzlich eine "Outperform"-Bewertung mit einem Preisziel von 300 US-Dollar beibehalten und argumentiert, dass Salesforce ein langfristiger KI-Gewinner mit einem "perfekten" Finanz-Gesundheitsscore ist.

Der Katalysator ist hier der Übergang von der einfachen Organisation von Kundendaten hin zum autonomen Handeln. Wenn Salesforce seine riesige Nutzerbasis auf KI-Agenten zu 2 Dollar pro Gespräch verkaufen kann, könnten Margen und Umsätze erheblich steigen.

Außerdem verfügt das Unternehmen mit einer Rendite zum freien Cashflow von 6 % über genügend Bargeld, um günstige Aktien zurückzukaufen oder strategische Schritte zu unternehmen.

Der Bärenfall: Das Risiko ist die Umsetzung. Frühe Daten zeigen, dass die Akzeptanz der Innovation hinterherhinkt; Berichte deuten darauf hin, dass bisher nur etwa 8 % der Kunden Agentforce übernommen haben.

Wenn die KI-Ausgaben weiterhin auf Hardware (Nvidia) statt auf Softwareanwendungen fließen, könnte Salesforces "billige" Bewertung als Obergrenze und nicht als Untergrenze dienen.

Darüber hinaus könnten makroökonomische Gegenwinde, wie zögerliche IT-Ausgaben in Unternehmen, kurzfristig zu schwachen Prognosen führen.

Salesforce ist nach historischen Maßstäben unbestreitbar günstig, aber es ist aus gutem Grund billig: Es ist ein Unternehmen im Übergang.