Die EU wird Metas Integration von KI-Funktionen in WhatsApp untersuchen: Bericht

Die EU wird Metas Integration von KI-Funktionen in WhatsApp untersuchen: Bericht
Utkarsh Roshan
04. Dez. 2025, 07:27 AM
  • Die EU plant eine Kartelluntersuchung zur Einführung von Metas KI bei WhatsApp.
  • Italien untersucht bereits Meta wegen angeblicher Dominanz bei der Einführung von WhatsApp-KI.
  • Die Untersuchung erfolgt zu einer Zeit, in der die Spannungen zwischen den USA und der EU wegen der Regulierung der Big Tech eskalieren.

Die Europäische Union bereitet eine Untersuchung darauf vor, wie Meta Platforms Inc. künstliche Intelligenzfunktionen in WhatsApp integriert hat, was die jüngste Eskalation der Beobachtung großer US-Technologieunternehmen durch den Block markiert.

Laut einem Bericht der Financial Times wird erwartet, dass die Europäische Kommission die Untersuchung in den kommenden Tagen eröffnet, wobei der Fokus auf die Einführung des Meta-Systems "Meta AI" liegt, der im März begonnen hat.

Obwohl die Details der Untersuchung unklar sind, berichtete die FT, dass die Untersuchung nach traditionellen Kartellregeln stattfinden wird und nicht nach dem Digital Markets Act (DMA), dem umfassenden regulatorischen Rahmen, der darauf abzielt, die Marktmacht der größten digitalen Plattformen einzuschränken.

Der Bericht stellte fest, dass die Trump-Regierung das DMA als Versuch der EU betrachtet, den Einfluss der USA auf der Technologie in ganz Europa einzuschränken.

Italien untersucht bereits Meta wegen der Einführung von WhatsApp AI

Die bevorstehende EU-Untersuchung erfolgt, während Italiens Kartellbehörde ihre laufende Untersuchung von Meta fortsetzt.

Italienische Regulierungsbehörden untersuchen Vorwürfe, dass Meta seine dominante Position genutzt hat, um KI-Funktionen ohne vorherige Zustimmung des Nutzers in WhatsApp zu integrieren.

Im vergangenen Monat erweiterten die italienischen Behörden die Untersuchung um Änderungen der WhatsApp Business-Bedingungen und neu hinzugefügte KI-Tools und argumentierten, dass die aktualisierten Richtlinien "die Produktion, den Marktzugang oder technische Entwicklungen im Markt für KI-Chatbot-Dienste einschränken könnten."

Die erweiterte Untersuchung unterstreicht in Europa größere Bedenken hinsichtlich der Wettbewerbsimplikationen, KI-Tools in weit verbreitete Kommunikationsplattformen einzubetten.

Wachsender europäischer Druck auf Big Tech

Die EU hat in den letzten Jahren die Maßnahmen gegen große Technologieunternehmen verstärkt und konzentriert sich zunehmend darauf, potenziellen Marktmissbrauch zu verhindern, da der digitale Fußabdruck US-Technologieunternehmen in der Region wächst.

Die bevorstehende Meta-Untersuchung folgt auf neue, DMA-bezogene Untersuchungen, die Alphabets Ranking von Nachrichtenmedien in Suchergebnissen sowie die Cloud-Computing-Praktiken von Amazon und Microsoft untersucht haben.

Europäische Regulierungsbehörden haben betont, dass sie digitale Regeln trotz Kritik aus Washington und Warnungen vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen weiterhin durchsetzen werden.

Die jüngste Untersuchung könnte die transatlantischen Spannungen verschärfen, insbesondere da US-Beamte sich immer lauter gegen EU-Maßnahmen gegen Big Tech aussprechen.

Zunehmende Spannungen zwischen den USA und der EU bezüglich der Technologieregulierung

Meta-Geschäftsführer Mark Zuckerberg hat sich bei der Trump-Regierung gegen EU-Digitalregulierungen eingesetzt und argumentiert, dass zu restriktive Regeln Europa im globalen KI-Rennen hinter den USA und China zurückbleiben würden.

Präsident Donald Trump hat wiederholt die Kartell- und Technologiepolitik der EU kritisiert, die seiner Meinung nach amerikanische Unternehmen benachteiligt.

Im August drohte Trump mit Zöllen und Exportbeschränkungen für fortschrittliche Technologien und Halbleiter als Reaktion auf digitale Dienstleistungssteuern, die von anderen Ländern erhoben wurden.

Sowohl Trump als auch Vizepräsident JD Vance haben nach Treffen mit Zuckerberg und seinem Lobbyteam öffentlich EU-Vorschriften abgelehnt.

Letzten Monat forderte der US-Handelsminister Howard Lutnick Brüssel auf, sein digitales Regulierungsregime während eines Besuchs in der EU-Hauptstadt zu lockern.

Meta, frisch vom US-Kartellrechtserfolg

Die bevorstehende Maßnahme der EU erfolgt nur wenige Wochen, nachdem Meta in einem hochkarätigen Kartellverfahren in den Vereinigten Staaten gewonnen hat.

Die Federal Trade Commission hatte versucht, das Unternehmen – das inzwischen auf etwa 1,6 Billionen US-Dollar bewertet wird – dazu zu zwingen, seine Übernahmen von WhatsApp und Instagram zurückzuziehen, doch ein Gericht entschied zugunsten von Meta.

Die neue europäische Untersuchung signalisiert, dass trotz Metas rechtlicher Sieg im eigenen Land der regulatorische Druck im Ausland weiter zunimmt, insbesondere da KI immer tiefer in Verbraucherdienstleistungen integriert wird.