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Ist Moore Threads nach dem rekordverdächtigen Börsengang nun eine echte Bedrohung für Nvidia?

Ist Moore Threads nach dem rekordverdächtigen Börsengang nun eine echte Bedrohung für Nvidia?
Devesh Kumar
05. Dez. 2025, 12:29 PM
  • Die Aktien steigen um 500 %, da Moore Threads bei einem Blockbuster-Debüt 8 Milliarden yen aufnimmt.
  • Investoren setzen groß auf Chinas Vorstoß für Selbstständigkeit von Halbleitern.
  • Die niedrigen Chip-Renditen von SMIC und die Skalierungsherausforderungen bedrohen die langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Moore Threads' Blockbuster-Debüt in Shanghai hat Gespräche über einen glaubwürdigen chinesischen Herausforderer für Nvidia ausgelöst.

Der in Peking ansässige Chiphersteller hat rund 8 Milliarden yen (1,1 Milliarden US-Dollar) gesammelt, wobei die Aktienkurse am ersten Tag um mehr als 500 % gestiegen sind.

Die massive Rallye zeigt, dass die Investoren großes Vertrauen darin haben, dass China die Technologielücke schneller überbrückt, als Skeptiker erwarten.

Doch unter den aufregenden Gewinnen verbirgt sich eine härtere Wahrheit: Um den IPO-Hype in eine anhaltende Wettbewerbsbedrohung zu verwandeln, muss enorme technische und operative Hürden überwunden werden.

Die Markteuphorie: Kapitalströme, aber werden Produkte folgen?

Der Börsengang von Moore Threads wurde um das Viertausendfache überzeichnet, als der Börsengang mit 650 Yuan pro Aktie aufgenommen wurde, gegenüber einem IPO-Preis von 114,28 Yuan.

Der Börsengang markiert den größten ersten Börsengang für eine Emission im Wert von über einer Milliarde Dollar auf dem chinesischen Festland seit den regulatorischen Reformen von 2019.

Das schiere Ausmaß des Erfolgs zeigt, dass chinesische Investoren mit Begeisterung Geld in heimische Halbleitergeschäfte drehen und auf Pekings Vorstoß zur technologischen Selbstversorgung setzen.

Die Entwicklung wird voraussichtlich einen dauerhaften Markt für heimische Alternativen eröffnen, da US-Exportbeschränkungen Nvidias China-Geschäfte ausgehungert haben.

Sinolink Securities begann die Berichterstattung mit einer "Kauf"-Bewertung und setzte ein Zielkurs von 182,25 Yuan, wobei die starke GPU-Nachfrage angesichts der raschen Expansion durch das KI-Zeitalter angegeben wurde.

Das Unternehmen erwartet, dass der Umsatz von Moore Threads im Jahr 2025 um bis zu 242 Prozent auf 1,5 Milliarden Yuan steigen wird.

Doch die eigentliche Prüfung ist nicht die Kapitalbeschaffung – sondern die Umwandlung dieser Feuerkraft in Produkte, die die Kunden tatsächlich nutzen.

Von 2022 bis 2024 verbrannte Moore Threads 4,6 Milliarden Yuan an kumulierten Verlusten bei 3,8 Milliarden Yuan an RandD-Ausgaben.

Der Nettoverlust des Unternehmens verringerte sich in den ersten drei Quartalen 2025 auf 724 Millionen Yuan, ein Rückgang von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr, doch die Rentabilität bleibt unerreichbar. Das Management erwartet, bereits 2027 konsolidierte schwarze Tinte zu erreichen.

Die Nvidia-Lücke: Kann Moore Threads sie schließen, bevor der Wettbewerb zunimmt?

Der Blockbuster-Börsengang erfolgt während Nvidias Herrschaft im globalen Technologiebereich und im sich entwickelnden Bereich der künstlichen Intelligenz.

Die Flaggschiff-GPU S4000 von Moore Threads liefert etwa 25 TFLOPS FP32-Leistung – eine solide Verbesserung gegenüber früheren Generationen, aber nur etwa ein Drittel der rohen Rechenleistung des aktuellen H100-Beschleunigers von Nvidia.

Im Vergleich zum A100 von Nvidia aus dem Jahr 2020 liegt der S4000 bei der rohen Single-Precision-Rechenleistung vorn, fehlt jedoch die ökologische Reife und die nachweisliche Erfolgsbilanz, die Nvidia in Unternehmens-Rechenzentren festhalten.

Das Unternehmen setzt darauf, dass sein MUSIFY-Tool, das darauf abzielt, CUDA-Code auf die proprietäre MUSA-Architektur von Moore Threads zu portieren, die Einführung erleichtern wird, aber diese Software-Bridge ist im großen Maßstab noch unerprobt.

Laut einer Analyse von Wccftech:

Die Produktionskapazität stellt eine noch schärfere Beschränkung dar. Moore Threads setzt auf SMIC, Chinas fortschrittlichste inländische Gießerei, die Chips mit 7-Nanometer-Prozesstechnologie herstellt – mehrere Generationen hinter TSMC.

Die eigenen Renditen von SMIC bei fortschrittlichen KI-Chips liegen bei etwa 20 Prozent, was bedeutet, dass vier von fünf Silizium-Dies als Schrott enden – ein starker Gegensatz zu TSMCs über 60 Prozent bei den neuesten Prozessen.

Diese Ertragslücke führt direkt zu höheren Kosten, eingeschränktem Angebot und einer langsameren Markteinführung, wenn Kunden ungeduldig nach Kapazitäten suchen.

Der Börsengang von Moore Threads markiert einen echten Wandel im Investorenwille und Pekings strategischen Vorstoß für Chip-Autonomie.

Doch die Euphorie des Debüts in einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil zu verwandeln, erfordert jahrelange technische Durchbrüche, verlässliche Kundengewinne und eine Fertigungsgröße, die das Unternehmen bisher noch nicht bewiesen hat.