Warum die Nvidia-Aktie trotz Trumps China-Chip-Pivot nicht erholt

Warum die Nvidia-Aktie trotz Trumps China-Chip-Pivot nicht erholt
Utkarsh Roshan
10. Dez. 2025, 18:08 PM
  • Die Nvidia-Aktie fällt, da die Exportaussichten Chinas weiterhin unsicher bleiben.
  • Trumps Vorschlag und chinesische Beschränkungen schaffen Hindernisse für Nvidia-Lieferungen.
  • Analysten heben auf Lieferengpässe und den zunehmenden inländischen Wettbewerb um chinesische Chips hin.

Die Nvidia-Aktien fielen am Mittwoch um 1,4 % auf 182,36 US-Dollar, nachdem sie in der vorherigen Sitzung um 0,3 % gefallen waren, während der SandP 500 unverändert blieb und der Dow Jones Industrial Average um 0,2 % stieg.

Die Aktie kämpft weiterhin unter der Last von politischer Unsicherheit und steigendem Wettbewerbsdruck in China, einem Markt, der einst einen erheblichen Teil der Nachfrage nach KI-Chips ausmachte.

Investoren hatten zunächst auf eine Steigerung durch Präsident Donald Trumps Ankündigung gehofft, dass er Lieferungen von Nvidias H200-künstlichen Intelligenzprozessoren nach China erlauben würde, jedoch nur, wenn das Unternehmen der US-Regierung einen 25%igen Umsatzanteil gewährt.

Die chinesischen Behörden haben noch nicht bestätigt, ob inländische Käufer die Verarbeiter kaufen dürfen, sodass die Aussichten ungeklärt bleiben.

Die China-Komplikationen

Laut Berichten aus dem Wall Street Journal sollten H200-Chips, die für China bestimmt sind, in Taiwan hergestellt, aber durch die Vereinigten Staaten für eine nationale Sicherheitsprüfung geleitet werden, bevor sie exportiert werden.

Eine solche Anforderung könnte die Lieferungen verlangsamen und neue Compliance-Belastungen verursachen.

Die Situation wird zusätzlich durch einen Bericht von The Information erschwert, dass das chinesische KI-Startup DeepSeek angeblich mehrere tausend Nvidias aktuelle Blackwell-Chips verwendet, um sein nächstes Modell zu trainieren.

Die Veröffentlichung berichtete, dass die Hardware nach China geschmuggelt wurde, indem Server demontiert wurden, die in Rechtsgebieten gekauft wurden, in denen die Chips noch legal verkauft werden dürfen.

Die Behauptungen fügen Nvidias China-Erzählung eine neue Spannungsebene hinzu und unterstreichen sowohl die starke chinesische Nachfrage als auch die regulatorischen Risiken im Zusammenhang mit hochwertigen Halbleiterverkäufen.

Analysten zur Nvidia-Aktie

UBS-Analyst Timothy Arcuri bekräftigte ein Kauf-Rating und ein Zielpreis von 235 US-Dollar und schätzte, dass die wieder aufgenommenen Lieferungen in China bei Genehmigung zusätzliche Quartalsumsätze von 5 bis 10 Milliarden US-Dollar generieren könnten.

Er wies außerdem darauf hin, dass solche Verkäufe auf einen bestehenden Auftragsrückstau von etwa 500 Milliarden US-Dollar stoßen würden.

Andere warnen jedoch, dass der eigentliche Vorteil begrenzt sein könnte. Der BNP-Paribas-Analyst David O'Connor schrieb in einem neuen Kundenbericht, dass Nvidia und Advanced Micro Devices von einer Lockerung der Exportregeln profitieren könnten, aber branchenweite Lieferbeschränkungen weiterhin ein Hindernis darstellen.

Er wies auf Engpässe bei Speicher, Verpackungskapazität und Wafern bei den fortschrittlichsten Produktionslinien der Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. hin.

Diese Linien sind bereits von führenden Kunden, darunter Nvidia, stark ausgebucht, was die Verfügbarkeit bis 2026 einschränkt.

BNP stellte außerdem fest, dass die Nachfrage aus China möglicherweise nicht so stark ist, wie Investoren annehmen.

Inländische Chiphersteller wie Huawei, Biren und Moore Threads entwickeln weiterhin ihre eigenen Hochleistungsprozessoren.

Die chinesischen Behörden könnten auch Beschränkungen für bestimmte Arten ausländischer Chips festlegen oder Käufer dazu ermutigen, Lieferanten zu diversifizieren, anstatt sich auf einen einzelnen US-Anbieter zu verlassen, was die potenziellen Gewinne für Nvidia und AMD verwässern würde.

Nvidia-Aktie: kaufen, verkaufen oder halten?

Trotz der breiteren Bedenken bleiben einige Marktstimmen fest.

CNBC-Moderator Jim Cramer forderte die Anleger auf, die Aktie nicht um kurzfristige Schlagzeilen herum zu handeln, und argumentierte: "Besitze sie, handel sie nicht."

Er charakterisierte die jüngste Schwäche eher als Reaktion auf Angst als auf Fundamentaldaten und verwies auf Nvidias langfristiges Nachfrageprofil.

Dennoch sind die Nvidia-Aktien im vergangenen Monat um 1,7 % gefallen – ein kleiner Rückgang prozentual, aber einer, der für ein Unternehmen seiner Größe einen Marktwert von etwa 80 bis 100 Milliarden Dollar entspricht.