Was kann man von Oracles Q2-Ergebnissen erwarten?

Was kann man von Oracles Q2-Ergebnissen erwarten?
Ananthu C U
10. Dez. 2025, 12:21 PM
  • Oracles Gewinne stehen bevor, während Investoren sich Sorgen um Schulden, Ausgaben und KI-Risiken machen.
  • Aktie ist seit September um 33 % gefallen, da Cloud-Rückstände und Hebeldruckstimmung besorgt sind.
  • Analysten erwarten solide Ergebnisse, aber Fragen zu Finanzierung und Margin halten die Investoren vorsichtig.

Oracle Corp. geht in seinen Geschäftsbericht für das zweite Quartal und sieht sich zunehmender Beobachtung durch Investoren ausgesetzt, die zunehmend beunruhigt über die steigende Verschuldung, hohe Investitionsausgaben und die konzentrierte Nachfrage nach künstlicher Intelligenz des Softwareriesen sind.

Die Stimmung markiert eine deutliche Kehrtwende gegenüber vor drei Monaten, als der Optimismus um Oracles Cloud-Pipeline die Aktie zu ihrer stärksten Einzeltagsperformance seit drei Jahrzehnten führte.

Der Aktienrückgang folgt auf einen anfänglichen KI-gesteuerten Anstieg

Die Aktien von Oracle sind seit dem 10. September um 33 % gefallen, als die Begeisterung für das rasante Wachstum der Cloud-Infrastruktur das Unternehmen auf einen Allzeithöchststand trieb.

Die Rallye wurde vor allem durch einen Anstieg von mehr als 300 Milliarden Dollar an Backstau ausgelöst – eine Summe, die später hauptsächlich auf einen einzigen riesigen Vertrag mit OpenAI zurückzuführen ist.

Die Marktreaktion nahm schnell nach, als Investoren angesichts der Verluste von OpenAI und unsicherer Finanzierungsaussichten die Nachhaltigkeit dieser Buchung infrage stellten.

Der Ausverkauf bringt Oracle nahe am unteren Ende der diesjährigen Megacap-Tech-Größen und hat die Bedenken der Investoren bezüglich des umfassenderen KI-Handels verstärkt.

Obwohl Optionshändler mit einer starken Bewegung nach dem Gewinn rechnen – mit einer Verschiebung von 10 % in beide Richtungen – bleibt die Bewertung der Aktie etwas erhöht und wird mit etwa dem 30-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt, deutlich über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 17.

Investitionsausgaben und Hebelwirkung im Fokus

Oracles rasche Expansion in die Cloud-Infrastruktur hat das finanzielle Profil des Unternehmens grundlegend verändert.

Früher bekannt für margenreiche Legacy-Software, befindet sich Oracle nun mitten in einem mehrjährigen Rechenzentrumsbau, der teilweise durch den Cloud-Deal mit OpenAI und die umfassendere Project Stargate-Initiative angetrieben wird.

Die Investitionsausgaben werden voraussichtlich 8,2 Milliarden US-Dollar im Quartal erreichen, mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Der freie Cashflow wird voraussichtlich bei minus 5,9 Milliarden Dollar liegen, deutlich weniger als ein Überschuss von 2,7 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Dieser Wandel hat die Bilanz von Oracle erheblich belastet.

Das Unternehmen hat in diesem Jahr 18 Milliarden US-Dollar Schulden hinzugefügt, und die Kreditmärkte sind darauf aufmerksam geworden.

Die Kosten für die Versicherung von Oracles Schulden gegen Zahlungsausfall stiegen letzte Woche auf den höchsten Stand seit 2009, was die gestiegene Unsicherheit bezüglich des Finanzierungsbedarfs widerspiegelt.

Einige Analysten warnen, dass selbst ein starker Gewinnbericht von Fragen darüber überschattet werden könnte, wie Oracle plant, die weitere Cloud-Expansion zu finanzieren.

Cloud-Momentum trifft auf Investorenvorsicht

Trotz dieses Drucks erwarten Analysten, dass Oracle solide Ergebnisse im zweiten Quartal liefern wird.

Die Wall Street prognostiziert einen Anstieg des bereinigten Gewinns um 11 % und ein Umsatzwachstum von 15 %.

Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen des Unternehmens sollen etwa 520 Milliarden US-Dollar erreichen – ein Anstieg von mehr als 400 % im Jahresvergleich – und im nächsten Quartal weiter steigen.

Die Cloud-Infrastruktur bleibt der wichtigste Treiber, mit einem Umsatzanstieg von 55 % im Vorquartal.

Dennoch wünschen sich Investoren mehr Klarheit über Umsatzdiversifikation und Margeentwicklung.

Oracle-Führungskräfte werden voraussichtlich mit gezielten Fragen zur Beständigkeit der OpenAI-Beziehung, zum Tempo neuer Kundengewinne und zu Plänen zur Sicherung externer Finanzierung zur Verringerung der Kapitalbelastung konfrontiert.

Da Oracles Aktie im Dezember stark gefallen, aber stabil ist, bietet der bevorstehende Börsenaufruf dem Management die Möglichkeit, die Erzählung neu zu gestalten.

Aber vorerst bleiben viele Investoren vorsichtig.

Die Oracle-Aktie legte am Mittwoch im Vorbörsenhandel um 0,89 % zu.