Warum die Oracle-Aktie heute um über 4 % abstürzt

Warum die Oracle-Aktie heute um über 4 % abstürzt
Utkarsh Roshan
17. Dez. 2025, 16:19 PM
  • Oracle-Aktien fallen, nachdem der Bericht auf Unsicherheiten der Rechenzentrumsfinanzierung hinweist.
  • Blue Owl verlässt die Gespräche über ein Michigan-Projekt, das mit OpenAI verbunden ist.
  • Die Bedenken der Investoren über KI-Ausgaben, Schulden und Kapitalintensität wachsen.

Die Aktien von Oracle fielen am Mittwoch stark, nachdem ein Bericht neue Fragen zur Finanzierung eines der wichtigsten KI-Infrastrukturprojekte des Unternehmens aufgeworfen hatte.

Die Oracle-Aktie fiel im Vorbörsenhandel um mehr als 1 %, nachdem die Financial Times berichtet hatte, dass Blue Owl Capital einen geplanten Rechenzentrumsdeal über 10 Milliarden Dollar nicht unterstützen würde.

Die Verluste verschärften sich, nachdem das Unternehmen die Nachricht bestätigt hatte, wobei die Oracle-Aktie im frühen Handel um mehr als 4 % fiel.

Dieser Schritt trägt zu einem langanhaltenden Ausverkauf der Oracle-Aktien bei.

Die Aktie ist in den letzten drei Monaten fast 40 % gefallen und hat damit einen erheblichen Teil der zuvor erzielten Gewinne nach der Ankündigung von milliardenschweren Computerverträgen mit hochkarätigen Kunden, darunter OpenAI, ausgelöscht.

Blue Owl tritt vom Michigan-Projekt zurück

Laut der Financial Times, die mit der Angelegenheit vertraute Personen zitierte, befand sich Blue Owl in Verhandlungen mit Oracle und Kreditgebern, um in ein Rechenzentrum für OpenAI in Michigan zu investieren.

Diese Gespräche sind inzwischen ins Stocken geraten, und das Abkommen wird laut dem Bericht nicht vorankommen.

Daher ist die Finanzierung des Projekts in Michigan nun ungewiss, da Oracle laut Bericht noch keine Vereinbarung mit einem alternativen Unterstützer abgeschlossen hat.

Oracle reagierte später am Mittwoch auf den Bericht und bestätigte, dass Blue Owl nicht Teil des Deals sein wird, wehrte sich jedoch gegen Störungsvorschläge.

Oracle sagte, die letzten Verhandlungen über einen Eigenkapitaldeal für das Rechenzentrum-Projekt in Michigan verlaufen "im Zeitplan" und Blue Owl sei nicht an der Finanzierung beteiligt.

Das Unternehmen erklärte, dass sein Entwicklungspartner Related Digital "den besten Equity-Partner aus einer wettbewerbsfähigen Optionsgruppe" ausgewählt habe, und fügte hinzu, dass Blue Owl in diesem Fall nicht ausgewählt wurde.

Blue Owl hat in den letzten Monaten eine Rolle bei der Finanzierung groß angelegter Rechenzentrumsprojekte für Technologieunternehmen, darunter Oracle und Meta Platforms, gespielt, was seine Abwesenheit für Investoren bemerkenswert macht, die die Kapitalströme in die KI-Infrastruktur genau verfolgen.

KI-Ausgaben und Febt im Rampenlicht

Die jüngsten Entwicklungen haben die Beobachtung von Oracles aggressiven Ausgaben für Mega-Rechenzentren verstärkt, die künstliche Intelligenz-Workloads unterstützen.

Die rasche Expansion des Unternehmens hat es ins Zentrum einer breiteren Debatte darüber gebracht, ob der KI-Investitionsboom Überkapazitäten schaffen könnte.

Die Bedenken der Investoren sind hinsichtlich der Struktur und Beständigkeit der Partnerschaft von Oracle mit OpenAI sowie der Nachhaltigkeit des größeren KI-Investitionszyklus gewachsen.

Diese Sorgen wurden durch steigende Schuldenstände und deutlich höhere Investitionsausgaben noch verstärkt.

Infolgedessen hat sich der Druck auf die Kreditmärkte verlagert. Oracles Unternehmensanleihen stehen zunehmend unter die Lupe, da Investoren nach potenziellen Stresspunkten im KI-Finanzierungsmodell suchen.

Die Kreditanalystin von JPMorgan Chase and Co., Erica Spear, sagte, der Druck auf Oracles Anleihen werde voraussichtlich auch im neuen Jahr anhalten, was die Unsicherheit über das Ausmaß und Tempo der Investitionspläne des Unternehmens widerspiegelt.

Analysten sind optimistisch gegenüber Oracle

Trotz des starken Rückgangs des Oracle-Aktienkurses bleiben einige Analysten positiv zu der Aktie.

Mizuho bekräftigte in einer am Montag veröffentlichten Forschungsnotiz eine Outperform Bewertung von Oracle und hielt ein Preisziel von 400 US-Dollar bei.

Während Mizuho seine Schätzungen für das Haushaltsjahr 2026 unverändert ließ, erhöhte es seine Prognosen für das Haushaltsjahr 2027. Das Unternehmen argumentierte, dass die aktuelle Bewertung von Oracle – etwa das 26-fache der Gewinne der nächsten zwölf Monate und etwa das Neunfache des Geschäftsjahres 2030 – angesichts erhöhter Volatilität einen attraktiven Einstiegspunkt darstellt.

Dennoch unterstreicht der Ausverkauf am Mittwoch, wie empfindlich Oracle-Aktien gegenüber jeglichen Anzeichen von Unsicherheit bei Finanzierung und Umsetzung geworden sind, insbesondere da Investoren die Risiken im globalen Rausch zum Aufbau von KI-Infrastruktur neu bewerten.