Warum Analysten bei Nike Geduld empfehlen, obwohl die Aktie bei China-Verkäufen stark einbricht

Warum Analysten bei Nike Geduld empfehlen, obwohl die Aktie bei China-Verkäufen stark einbricht
Vatsala Gaur
19. Dez. 2025, 13:13 PM
  • Nike übertraf die Umsatz- und Gewinnprognosen, meldete jedoch einen Rückgang des Quartalsgewinns um 32 %.
  • China-Verkäufe sanken um 17 %, was die Bedenken der Investoren über die Wende verstärkt.
  • Höhere Zölle und schwächere Direktverkäufe an den Verbraucher drückten die Margen aus.

Der Sportbekleidungsriese Nike meldete am Freitag einen starken Rückgang des Gewinns im zweiten Quartal, der bessere als erwartete Umsätze und Gewinne überschattet und seine Aktien im Vorbörsenhandel um mehr als 10 % fallen ließ, während sich die Anleger auf zunehmenden Druck aus China und höhere Kosten konzentrierten.

Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 12,43 Milliarden US-Dollar für das Quartal bis zum 30. November, ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr und über den Erwartungen der Analysten von 12,21 Milliarden US-Dollar, so FactSet.

Nike meldete einen Nettogewinn von 792 Millionen US-Dollar bzw. 53 Cent pro Aktie und übertraf damit die Prognosen von 39 Cent deutlich.

Der Gewinn ging jedoch um 32 % zurück gegenüber 1,16 Milliarden US-Dollar bzw. 78 Cent pro Aktie im Vorjahr.

Die starke Marktreaktion spiegelte die Sorge wider, dass Nikes operative Herausforderungen, insbesondere in China, anhaltender sind als die Investoren erhofft hatten, obwohl die Ergebnisse die Erwartungen übertrafen.

Chinas Schwäche belastet die Stimmung

Die Verkäufe in China sanken im Quartal um 17 % und beschleunigten sich von einem Rückgang von 9 % im ersten Quartal.

Die Region, die etwa 15 % des Nike-Umsatzes ausmacht, bleibt die dringendste Herausforderung des Unternehmens.

Geschäftsführer Elliott Hill sagte im Gespräch nach den Ergebnissen, dass Nike unseren Ansatz für den chinesischen Markt "neu anstellen müsse" und räumte ein, dass die Wende länger dauert als erwartet.

Hill sagte, das Unternehmen habe zu wenig in die Erneuerung seines Filialnetzes in China investiert, was den Fußgängerverkehr begrenzt.

Er verwies außerdem auf strukturelle Einschränkungen im Monobrand-Einzelhandelsmodell des Landes, die Nikes Fähigkeit verringern, die Multi-Channel-Dominanz in den Vereinigten Staaten zu replizieren.

Die digitale Performance in China war besonders schwach, mit einem Einbruch des Online-Umsatzes um 36 % angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch heimische Marken wie Anta und Li-Ning.

Margen durch Zölle und Lagerbereinigung eingeschränkt

Auch die Profitabilität von Nike wurde durch den Margendruck beeinträchtigt. Die Bruttomarge sank um drei Prozentpunkte, was vor allem auf höhere Zölle in Nordamerika zurückzuführen ist.

Der Direktvertrieb an den Verbraucher, der typischerweise höhere Margen aufweist, ging um 8 % zurück, da der Traffic sowohl online als auch im Geschäft nachließ.

Das Unternehmen unternahm außerdem Maßnahmen, um ältere Lagerbestände zu räumen und sein Produktsortiment zu aktualisieren, wodurch die Margen kurzfristig weiter verkürzt wurden.

Zacks-Analyst David Bartosiak bezeichnete das Direkt-zu-Verbraucher-Segment als ein "Problemkind" und hob die laufenden Umsetzungsrisiken hervor.

Trotz des Drucks sagte Hill, dass Nikes Erholung ungleichmäßig sein werde.

"Unser Comeback verläuft weiterhin mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten", sagte er den Investoren.

"Es wird keine gerade Linie sein, aber wir handeln entschlossen, um die rückständigen Gebiete zu beschleunigen, wobei China ganz oben auf dieser Liste steht."

Analystenkonsens: konstruktiv bullisch, mit Geduld

Nike verzeichnete in anderen Regionen eine gesündere Nachfrage.

Der Umsatz in Nordamerika stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9 %, während Europa, der Nahe Osten und Afrika ein Wachstum von 3 % verzeichneten, was die Schwäche in Asien ausgleicht.

Analysten sind sich über die Aussichten weiterhin uneinig.

Jefferies, das die Aktie mit einem Kaufpreis von 110 Dollar bewertet, erklärte, dass Nikes Bemühungen, den Markt zu optimieren und das Produktportfolio neu zu gestalten, dazu beitragen, das Vertrauen der Partner wiederherzustellen und die Grundlage für langfristiges Wachstum zu legen.

KeyBanc, das eine Übergewichtungsbewertung und ein Preisziel von 90 US-Dollar hat, erklärte, dass die "Win Now"-Initiativen des Unternehmens eine nachhaltigere Umsatzerholung und eine schrittweise Verbesserung der Margen unterstützen sollten.

Morningstar, das einen fairen Wert von 104 US-Dollar zuweist, erwartet, dass Nike im Laufe der Zeit wieder zum Wachstum zurückkehrt, und verweist auf seine starke Position in den Bereichen Sport, Produktinnovation, Marketingfähigkeiten und Einzelhandelspartnerschaften.

BTIG, das die Aktie mit einem Kursziel von 100 US-Dollar kauft, erklärte, der Rückgang der Bruttomargen entspreche den Erwartungen und solle als Schritt zur Wiederherstellung der Rentabilität und zum nachhaltigeren Wachstum betrachtet werden.