Nvidia will nach US-Politikänderung den Verkauf von H200-Chips an China wieder aufnehmen: Bericht

Nvidia will nach US-Politikänderung den Verkauf von H200-Chips an China wieder aufnehmen: Bericht
Diya Poddar
22. Dez. 2025, 14:45 PM
  • Nvidia plant, die Auslieferung von H200-KI-Chips nach China vor dem Neujahr wieder aufzunehmen, vorbehaltlich der Zustimmung der USA und Chinas
  • Erstlieferungen können aus bestehendem Bestand stammen, wobei bei Lizenzfreigabe 5.000–10.000 Module erwartet werden.
  • Dieser Schritt folgt auf eine Umkehr in der Trump-Politik und könnte den Zugang zu KI-Chips grundlegend verändern, während China die inländischen Schutzmaßnahmen abwägt.

Nvidia bereitet sich darauf vor, die Lieferungen fortschrittlicher künstlicher Intelligenz-Chips nach China wieder aufzunehmen, was laut einem Reuters-Exklusivbericht auf einen möglichen Neustart des grenzüberschreitenden Technologiehandels nach einer Änderung der US-Politik hindeutet.

Das Unternehmen hat Berichten zufolge chinesischen Kunden mitgeteilt, dass es plant, seine H200-KI-Chips vor dem Mondneujahrsfest Mitte Februar auszuliefern.

Der Plan hängt von der behördlichen Freigabe ab und bleibt auf beiden Seiten genehmigt.

Obwohl Nvidia zunächst beabsichtigt, aus dem bestehenden Bestand zu schöpfen, könnten sich der Zeitpunkt und das Ausmaß der Lieferungen je nach Entscheidungen der chinesischen Behörden und US-Regulierungsbehörden, die Exportlizenzen prüfen, noch verschieben.

Geplante Lieferungen aus bestehendem Bestand

Nvidia hat angedeutet, dass die ersten Lieferungen aus den aktuellen Beständen geliefert werden.

Experten sagten, dass die Auslieferungen voraussichtlich zwischen 5.000 und 10.000 Chipmodulen liegen werden.

Das entspricht etwa 40.000 bis 80.000 einzelnen H200-KI-Chips.

Wenn genehmigt, wären diese Lieferungen die ersten H200-Chips nach China seit der Einführung von Beschränkungen für fortschrittliche KI-Prozessoren.

Trotz der Vorbereitungen bleibt die Unsicherheit hoch. Peking hat bisher keine Käufe der H200-Chips genehmigt, und der Zeitplan könnte sich je nach Regierungsentscheidung ändern.

Zukünftige Kapazitätspläne

Über die ersten Auslieferungen hinaus hat Nvidia chinesischen Kunden auch mitgeteilt, dass es plant, die Produktionskapazität der H200-Chips auszubauen.

Bestellungen, die mit dieser zusätzlichen Kapazität verbunden sind, sollen im zweiten Quartal 2026 eröffnet werden.

Der H200 ist Teil der Hopper-Reihe der vorherigen Generation von Nvidia. Obwohl es von den neueren Blackwell-Chips des Unternehmens überholt wurde, wird es weiterhin weit verbreitet in KI-Workloads eingesetzt.

Nvidia hat einen Großteil seines Produktionsfokus auf Blackwell und die kommende Rubin-Reihe verlagert, wodurch die H200-Versorgung sehr begrenzt ist.

US-Politikumkehr

Die geplante Wiederaufnahme der Lieferungen folgt auf eine Erklärung von US-Präsident Donald Trump Anfang dieses Monats, wonach Washington den Verkauf von H200-Chips an China erlauben werde, unter der Bedingung einer Gebühr von 25 %.

Die Trump-Regierung hat seitdem eine behördenübergreifende Überprüfung der Lizenzanträge für H200-Verkäufe eingeleitet.

Dieser Ansatz stellt einen deutlichen Bruch mit der Politik der Biden-Regierung dar, die den Export fortschrittlicher KI-Chips nach China aus Gründen der nationalen Sicherheit verboten hatte.

Der Lizenzprüfungsprozess ist nun zentral dafür, ob Nvidia die Auslieferungen wie geplant durchführen kann.

China prüft Genehmigungen

Die mögliche Rückkehr von H200-Lieferungen erfolgt, während China weiterhin bemüht ist, seine heimische KI-Chip-Industrie auszubauen.

Lokale Chiphersteller haben die Leistung des H200 bisher nicht erreicht, was Bedenken aufwirft, dass ein erneuerter Zugang zu importierten Prozessoren den Inlandsfortschritt beeinträchtigen könnte.

Chinesische Beamte hielten Berichten zufolge Anfang dieses Monats Notfalltreffen ab, um zu besprechen, ob die Lieferungen zugelassen werden sollten.

Ein aktueller Vorschlag würde verlangen, dass jeder H200-Kauf mit einem festgelegten Verhältnis von im Inland hergestellten Chips gebündelt wird.

Für chinesische Technologiegruppen wie Alibaba Group und ByteDance würde der Zugang zum H200 Prozessoren bieten, die schätzungsweise etwa sechsmal leistungsfähiger sind als der H20, ein von Nvidia für den chinesischer Markt entwickelter Chip.