Europabulletin: Pfund stärkt sich, FTSE nahe Rekordhochs, Ukraine-Streiks erhöhen Risiken

Europabulletin: Pfund stärkt sich, FTSE nahe Rekordhochs, Ukraine-Streiks erhöhen Risiken
Devesh Kumar
30. Dez. 2025, 18:47 PM
  • Das Pfund erhält Unterstützung durch abweichende Zinspfade der Zentralbank.
  • FTSE 100 Zoll in Richtung Rekordhochs, angeführt von Bergbauaktien.
  • Russland nimmt die ukrainische Hafeninfrastruktur ins Visier und erhöht damit die Exportrisiken.

Globale Märkte und Geopolitik lieferten zum Jahresende eine gemischte, aber aufschlussreiche Reihe von Signalen.

Das Pfund Sterling wurde durch unterschiedliche Zinserwartungen gefestigt, die Londoner Aktien näherten sich dem Rekord, und Schweden berichtete von einem seltenen Durchbruch im Kampf gegen Bandenkriminalität.

Gleichzeitig unterstrich der Krieg in der Ukraine anhaltende Risiken, wobei erneute russische Angriffe auf kritische Exportinfrastruktur die anhaltende geopolitische und wirtschaftliche Fragilität hervorhoben.

Pfund-Unternehmen im Zinsausblick

Das Pfund erreichte am Dienstag am Dienstag sein stärkstes Niveau gegenüber dem Euro seit Mitte Oktober und stabilisierte sich auf 87,03 Pence, während das Handelsvolumen durch die Feiertage reduziert wurde.

Auch das Pfund blieb gegenüber dem Dollar stabil bei 1,3518 $ und lag knapp unter dem dreimonatigen Höchststand der letzten Woche.

Da zwischen Weihnachten und Neujahr kaum aktuelle Nachrichten vorangetrieben werden, bleibt die Währung durch divergierende Erwartungen der Zentralbank gestützt.

Während die Bank of England kürzlich die Zinsen gesenkt hat, signalisierten die politischen Entscheidungsträger einen schrittweisen Ansatz für zukünftige Lockerungen, was im Gegensatz zu den Erwartungen an weitere Kürzungen der Federal Reserve steht.

Analysten von Goldman Sachs stellten jedoch am Dienstag fest, dass eine Schwächung der britischen Arbeitsdaten die BoE letztlich dazu zwingen könnte, die Zinssenkungen 2026 zu beschleunigen.

Russland greift Getreidehäfen in der Ukraine an

Russische Streitkräfte starteten am Dienstag einen gezielten Angriff auf die Region Odessa in der Ukraine, wobei ein ziviles Getreideschiff unter Panamaflagge sowie Öllagerstätten in den Häfen Pivdennyi und Chornomorsk beschädigt wurden.

Vizepremierminister Oleksiy Kuleba bestätigte, dass bei dem Angriff eine Person verletzt wurde, wies jedoch darauf hin, dass die Hafenoperationen trotz der Störungen weiterhin aktiv sind.

Kiew verurteilte den Angriff als bewussten Versuch, die Logistik- und Exportkapazitäten der Ukraine zu schwächen.

Diese jüngste Eskalation folgt auf eine verstärkte Seekriegsführung in den letzten Monaten, bei der Russland zunehmend Hafeninfrastrukturen ins Visier nimmt, während die Ukraine Seedrohnen gegen die russische Schattenflotte einsetzt, um die Blockade zu umgehen.

FTSE steht kurz vor Rekord, da die Bergleute aufsteigen

Londons Blue-Chip-FTSE 100 legte am Dienstag im durch die Feiertage ausgedünnten Handel um 0,4 % nach oben und näherte sich seinem Rekordhoch, während Bergbauaktien durch stabilisierende Metallpreise zulegten.

Auch der Mid-Cap-FTSE 250 stieg um 0,2 %, wobei die Volumina vor der Neujahrspause weiterhin gering blieb.

Edelmetall-Bergbauunternehmen führten den Aufstieg an, wobei Fresnillo um 4,6 % sprang, während Gold sich erholte, während die Schwergewichte Glencore und Rio Tinto zusammen mit großen Bankmärkten Unterstützung leisteten.

Trotz der ruhigen Sitzung bleibt der Index auf Kurs für seine stärkste Jahresentwicklung seit 16 Jahren, mit einem Plus von über 21 % im Jahr 2025. Die Märkte schließen am Mittwochmorgen früh wegen des Feiertags.

Schweden erlebt einen starken Schießrückgang

Schweden verzeichnete in diesem Jahr einen dramatischen Rückgang der Schießereien um 63 % im Vergleich zum Höchststand 2022, was einen möglichen Wendepunkt im Kampf des Landes gegen Bandenkriminalität signalisiert.

Polizeidaten bestätigen 147 Vorfälle im Jahr 2025, ein Rückgang von etwa 50 % gegenüber 2024, obwohl die Zahl der Todesopfer bei 43 konstant blieb.

Die Behörden schreiben den Rückgang aggressiven neuen Taktiken zu, darunter proaktive Geheimdienstinformationen, die Dutzende geplanter Anschläge vereitelten, sowie strengere Strafen für Bandenbeteiligung.

Die Behörden bleiben jedoch vorsichtig und weisen darauf hin, dass die Waffengewalt auf Straßenebene zwar abgeklungen ist, kriminelle Netzwerke sich jedoch anpassen, indem sie Jugendliche online rekrutieren und ihre Taktiken ändern.

Für eine Regierung, die unter Druck steht, die Ordnung wiederherzustellen, sind diese Zahlen das erste konkrete Zeichen dafür, dass das Durchgreifen wirkt.