Die Nvidia-Aktie ist um etwa 2 % gefallen, da die Unsicherheit in China weiterhin die Stimmung dämpft
- Nvidia fällt, da China gemischte Signale zu H200-Chip-Importen sendet.
- Export-Optimismus, gedämpft durch Berichte über Bestellpausen und regulatorische Überprüfungen.
- Investoren warten auf Klarheit zu den Genehmigungen Chinas und den US-Lizenzmechanismen.
Die Nvidia-Aktie fiel am frühen Donnerstag, als Investoren mit gemischten und manchmal widersprüchlichen Signalen darüber zu kämpfen hatten, wie nah der Chiphersteller an der Wiederaufnahme der Exporte seiner künstlichen Intelligenz-Hardware nach China ist.
Die Aktien des Halbleiterriesen fielen am Mittagstag um etwa 2 % bei 185,05 US-Dollar.
Nvidias Aktie ist zunehmend sensibel gegenüber den Entwicklungen rund um China geworden, wo eine Wiederaufnahme der Verkäufe einen der bedeutendsten kurzfristigen Katalysatoren für das Unternehmen darstellt.
Chinas Exporthoffnungen stehen vor neuer Unsicherheit
Der Optimismus bezüglich eines Neustarts der chinesischen Verkäufe hatte sich seit dem letzten Monat gesteigert, als Präsident Donald Trump ankündigte, seine Regierung werde die Lieferung von Nvidias H200-Chip nach China erlauben, vorausgesetzt, das Unternehmen gewährt der US-Regierung einen 25%igen Umsatzanteil.
Die Ankündigung weckte Erwartungen, dass eine längere Einnahmedürre aus China bald nachlassen könnte.
Diese Hoffnungen wurden diese Woche jedoch erschüttert, nachdem The Information berichtete, dass die chinesischen Behörden einige inländische Technologieunternehmen aufgefordert hatten, keine neuen Bestellungen für Nvidias H200-Chips mehr aufzugeben.
Laut dem Bericht prüfen die Regulierungsbehörden, ob die Chips letztlich und unter welchen Bedingungen ins Land zugelassen werden sollten, was auf eine Pause statt auf eine vollständige Ablehnung hindeutet.
Der Bericht fügte hinzu, dass Peking bestrebt ist, chinesische Unternehmen daran zu hindern, US-amerikanische Chips zu horten, bevor eine endgültige regulatorische Entscheidung getroffen wird.
Selektive Genehmigungen in Betracht gezogen
Um die Lage weiter zu verkomplizieren, berichtete Bloomberg am Donnerstag, dass die chinesischen Behörden bereits in diesem Quartal einige Importe von Nvidias H200-Chips genehmigen wollen.
Nach dem Vorschlag sollen Beamte erwägen, Käufe für ausgewählte kommerzielle Zwecke zu erlauben, während sie strenge Verbote für sensible Bereiche beibehalten.
Laut dem Bericht wären die Chips vom Militär, kritischer Infrastruktur, sensiblen Regierungsbehörden und staatlichen Unternehmen untersagt, was auf anhaltende Sicherheitsbedenken zurückzuführen ist.
Ähnliche Beschränkungen wurden bereits auf andere ausländische Technologieprodukte angewendet, darunter Geräte von Apple und Speicherchips von Micron Technology.
Anfragen von eingeschränkten Organisationen könnten weiterhin von Fall zu Fall geprüft werden, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen.
Huang schlägt einen optimistischen Ton an
Trotz der gemischten Berichte setzte Nvidias CEO Jensen Huang diese Woche auf der CES-Messe in Las Vegas einen optimistischen Ton an.
Huang sagte, die Nachfrage nach dem H200-Chip sei "sehr hoch" und er erwarte keine größeren Probleme von der chinesischen Regierung.
Nvidia hat bereits Bestellungen für mehr als zwei Millionen H200-Chips zu einem Listenpreis von etwa 27.000 US-Dollar pro Stück, was laut Reuters bereits etwa 54 Milliarden US-Dollar potenziellen Umsatz bedeutet.
Angesichts der regulatorischen Unsicherheit haben chinesische Behörden Berichten zufolge einige Technologieunternehmen gebeten, Bestellungen auszusetzen, während sie entscheiden, wie viele im Inland produzierte Chips Unternehmen kaufen sollen.
Nvidia hingegen verlangt Berichten zufolge eine vollständige Vorauszahlung bei Bestellungen während dieser unsicheren Zeit.
Huang räumte ein, dass der Prozess nun auf administrativen Details statt auf hochrangigen politischen Entscheidungen basiert.
"Präsident Trump hat bereits gesagt, dass die H200 zum Export lizenziert sind, und jetzt müssen wir die Mechanismen dessen durchgehen", sagte Huang.
"Sobald wir das erledigt haben, erwarte ich die Bestellungen."
Er fügte hinzu, dass Nvidia keine formelle öffentliche Stellungnahme aus Peking erwarte, was darauf hindeutete, dass die Zustimmung durch den Fluss der Bestellungen und nicht durch offizielle Ankündigungen signalisiert werde.
"Wir erfahren alles durch Bestellungen. Wir erwarten keine Pressemitteilungen oder große Erklärungen", sagte Huang.
Hohe Einsätze nach vergangenen politischen Schocks
Die Unsicherheit unterstreicht, wie sehr Nvidia weiterhin abrupten politischen Umstellungen ausgesetzt ist.
Im vergangenen Jahr nahm das Unternehmen eine Lagerabschreibung in Höhe von 5,5 Milliarden US-Dollar, nachdem ein plötzliches US-Verbot den Verkauf seines H20-Chips an China blockierte, was zeigt, wie schnell regulatorische Veränderungen zu finanziellen Problemen führen können.
Der H200, Nvidias zweitfortschrittlichster Chip, ist deutlich leistungsfähiger als der H20 und bietet etwa das Sechsfache der Leistung.
Für chinesische Technologieunternehmen, die um den Bau groß angelegter KI-Systeme kämpfen, würde der Zugang zum H200 einen bedeutenden Sprung in der Rechenleistung darstellen.
Derzeit scheinen die Anleger auf klarere Signale sowohl von Washington als auch von Peking zu warten.
Solange die Lizenzierungsmechanismen und der Umfang der chinesischen Genehmigungen nicht geklärt sind, wird Nvidias Aktienkurs voraussichtlich volatil bleiben, was das enorme Umsatzpotenzial – und ebenso große politische Risiken – widerspiegelt, die mit dem China-Geschäft verbunden sind.
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