Die Capital One-Aktie stürzt um 10 % ab, nachdem Trump die Kreditkartenobergrenze überraschend vorgestellt hat

Die Capital One-Aktie stürzt um 10 % ab, nachdem Trump die Kreditkartenobergrenze überraschend vorgestellt hat
Devesh Kumar
12. Jan. 2026, 14:35 PM
  • Bank- und Kartenaktien fielen breit aus Angst vor Margindruck und eingeschränktem Zugang zu Krediten.
  • Trump nannte keine Details darüber, wie eine 10%-Zinsobergrenze durchgesetzt oder umgesetzt werden soll.
  • Analysten sagen, der Plan würde die Zustimmung des Kongresses erfordern und stünde vor erheblichen politischen Hürden.

Die Capital One-Aktie (NYSE: COF) fiel am Montag im Vorbörsenhandel um fast 10 %, nachdem Präsident Donald Trump eine einjährige Obergrenze der Kreditkartenzinssätze von 10 % gefordert hatte.

Der Vorschlag löste Schockwellen im Bankensektor aus und sorgte sofort für Alarmbereitschaft hinsichtlich der Rentabilität von Kreditvergabe und dem Zugang zu Verbraucherkrediten.

Die Ankündigung, die ohne Umsetzungsdetails erfolgte, löste eine der volatilsten Marktreaktionen auf einen politischen Vorschlag aus.

Trumps Aussage war eindeutig:

Er fügte hinzu, dass Amerikaner nicht länger von Kartenunternehmen, die Preise zwischen 20 und 30 % verlangen, "betrogen" werden sollten.

Dennoch gab der Präsident keine Klarheit über die Durchsetzung, ob Unternehmen freiwillig, per Exekutivanordnung oder durch Gesetzgebung des Kongresses nachkommen würden.

Capital One Aktie führt zum Bankausverkauf

Der Markteinbruch war schnell und brutal. Die Aktie von Capital One fiel am Montag vor der Börse um etwa 9 bis 10 %.

Aber der Schaden reichte weit über einen Kartenaussteller hinaus.

Synchrony Financial und Bread Financial fielen zwischen 8 und 11 %, während American Express um etwa 4 % fiel.

Sogar Zahlungsabwickler spürten den Stich: Visa und Mastercard sanken jeweils um etwa 1,5 bis 2,5 %.

Breitere Bankindizes erlitten Kollateralschäden.

JPMorgan Chase fiel um 2,8 auf 3,2 %, Citigroup um 3,6 auf 4,1 % und Bank of America fiel im frühen Handel um 2,5 auf 2,6 %.

Die Dow-Jones-Futures fielen um über 300 Punkte und spiegelten damit die Angst der Anleger hinsichtlich der Kreditkarteneinnahmen wider, einem der profitabelsten Segmente im amerikanischen Bankwesen.

Händler setzten schnell einen erheblichen Verlust der Nettozinsmargen der Kartenausgebenden ein, also die Differenz zwischen dem, was Banken auf Kredit verdienen, und dem, was sie den Einlegern zahlen.

Für Unternehmen wie Capital One, das erhebliche Einnahmen durch hochmargige Verbraucherkredite an riskantere Kreditnehmer erzielt, warf der Vorschlag existenzielle Fragen zur Rentabilität auf.

Joshua Mahony, Chief Market Analyst bei Scope Markets, sagte gegenüber Invezz:

"Für US-Aktien ist dies eine weitere Erinnerung daran, dass Investitionen in Aktien unter Trump angesichts der ständigen Veränderungen in der Unternehmenslandschaft ein holpriger Weg sein werden", fügte Mahony hinzu.

Trumps Kreditkartenobergrenze: Die gesetzgeberische Realität

Entscheidend ist, dass Analysten betonten, dass Trump nicht über die einseitige Befugnis verfügt, eine Zinsobergrenze einzuführen.

Jede verbindliche Begrenzung würde die Zustimmung des Kongresses erfordern, was angesichts der Lobbymacht der Bankenbranche und der knappen republikanischen Mehrheiten in beiden Kammern eine erhebliche Hürde darstellt.

Ein Analyst bei Jefferies schrieb:

Capital One wird am 22. Januar die Ergebnisse des vierten Quartals veröffentlichen, wenn das Management voraussichtlich die Auswirkungen des Vorschlags auf die Leitlinien thematisieren wird.

Unterdessen beobachten Investoren und Branchenbeobachter den Capitol Hill auf frühe Signale von den Vorsitzenden der Bankenausschüsse im Repräsentantenhaus und Senat.

Das von Trump vorgeschlagene Inkrafttreten am 20. Januar bietet praktisch kein Umsetzungsfenster und unterstreicht, dass dieser Vorschlag vor einer langen politischen Herausforderung steht, bevor er Realität wird.