Die Renditen japanischer Anleihen steigen, da Takaichis Umsatzsteuersenkungsplan die fiskalischen Ängste verstärkt

Die Renditen japanischer Anleihen steigen, da Takaichis Umsatzsteuersenkungsplan die fiskalischen Ängste verstärkt
Ananthu C U
20. Jan. 2026, 06:17 AM
  • Japans 40-jährige Anleiherende erreichte 4 %, als die Märkte auf Takaichis vorgeschlagene Senkung der Lebensmittelumsatzsteuer reagierten.
  • Analysten hinterfragen, wie die Steuersenkung in Höhe von 5 Billionen yen ohne neue Staatsanleihen finanziert werden soll.
  • Investoren rechnen mit einer Umstellung auf eine expansivere Fiskalpolitik vor der Wahl in Japan am 8. Februar.

Der Vorschlag der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi, die Umsatzsteuer auf Lebensmittel auszusetzen, hat die Anleihemärkte beunruhigt und die Befürchtung hervorgehoben, dass ihr ein klarer Finanzierungsplan fehlt und die Fiskalpolitik in eine expansivere Richtung vorangetrieben werden könnte.

Die Senkung der Umsatzsteuer wirft Fragen zur Finanzierung auf

Takaichi hat eine zweijährige Aussetzung der Umsatzsteuer auf Lebensmittel und Getränke vorgeschlagen, eine Maßnahme, die laut Finanzministerium laut Finanzministerium etwa 5 Billionen Yen (31,6 Milliarden US-Dollar) pro Jahr kosten wird.

Diese Zahl ist nur geringfügig geringer als Japans Gesamtausgaben für Bildung, Wissenschaft und Kultur zusammen.

Während Takaichi erklärt hat, die Kürzung werde ohne die Emission zusätzlicher Defizitdeckungsstaatsanleihen umgesetzt, sagen Analysten, es sei unklar, wie das Defizit finanziert werden soll.

"Es bleibt äußerst ungewiss, ob die Senkung der Konsumsteuer ohne Abhängigkeit von Staatsanleihen umgesetzt werden kann", sagte Ataru Okumura, leitender Zinsstratege bei SMBC Nikko Securities, in einem Bloomberg-Bericht.

Analysten stellen außerdem infrage, ob die Maßnahme wirklich vorübergehend wäre.

Da 2028 eine Parlamentswahl ansteht, glauben viele, dass die Wiederherstellung der Steuer politisch schwierig wäre.

Der Vorschlag wurde am Montag bekannt gegeben, während Takaichi versucht, die Wählerunterstützung vor der Unterhauswahl am 8. Februar zu stärken, bei der die Inflation voraussichtlich ein zentrales Thema sein wird.

Der Anleihemarkt reagiert heftig

Die Bedenken der Anleger spiegeln sich bereits in den Staatsanleihemärkten wider.

Die Rendite japanischer 40-jähriger Staatsanleihen erreichte am Dienstag 4 % – das höchste Niveau seit Einführung der Fälligkeit im Jahr 2007 und das erste Mal seit mehr als drei Jahrzehnten, dass eine japanische Staatsrendite dieses Niveau erreicht hat.

Die Renditen entlang der Kurve stiegen stark, wobei die 10-Jahres-Rendite über 2,3 % stieg – der höchste Wert seit 1999 – und die 20-Jahres-Rendite auf etwa 3,35 %.

"Die Märkte werden sich der fiskalischen Expansion immer bewusster", sagte Takuya Hoshino, Chefökonom am Dai-ichi Life Research Institute.

"Sie haben es immer schwerer zu kaufen, wenn sie sich Sorgen um eine mögliche Beschleunigung der expansiven Fiskalpolitik in der Zukunft machen."

Masahiko Loo, leitender Fixed-Income-Stratege bei State Street Investment Management, sagte in einem CNBC-Bericht: "Ultra-Long-JGB-Renditen werden nicht nur durch das strukturelle Angebot-Nachfrage-Ungleichgewicht, sondern auch durch eine neue Neubewertung von Laufzeit- und Risikoprämien nach oben getrieben, da die Märkte eine expansivere fiskalische Haltung und anhaltende Inflation absorbieren."

Er fügte hinzu: "Dies hat die klassische 'Takaichi-Trade'-Dynamik mit stärkeren Nikkei, schwächeren JGBs und Yen wiederbelebt."

Finanzraum, der während der Wahlen debattiert wird

Befürworter von Takaichis Agenda argumentieren, Japan habe mehr fiskalischen Spielraum als zuvor, da die Inflation das nominale Wachstum gesteigert und das Verhältnis von Schulden zu BIP gesenkt hat.

Takaichi hat erklärt, dass sie die Steuereinnahmen erhöhen möchte, ohne die Steuersätze zu erhöhen, indem sie das Wirtschaftswachstum fördert.

Die Inflation hat bereits die Steuereinnahmen erhöht, wobei Okumura einen jährlichen Anstieg von mehr als 2 Billionen yen schätzt.

Höhere Zinssätze würden jedoch auch die Schuldenbetreuungskosten der Regierung um etwa 2 Billionen yen erhöhen, sodass nur noch ein begrenzter Nettogewinn bleibt.

"Neue Finanzierungsquellen müssen gesichert werden, sonst muss der Großteil der Finanzierung von neuen Staatsanleihen ausgeben", sagte Okumura.

Japans Minister für Wachstumsstrategie, Minoru Kiuchi, versuchte am Dienstag, die Märkte zu beruhigen, und sagte, die Regierung werde die fiskalische Disziplin im Blick behalten.

"Wir werden die Marktbewegungen weiterhin mit hoher Dringlichkeit beobachten", sagte er. "Wir werden weiterhin versuchen, das Marktvertrauen zu wahren."

Unterdessen drängen Oppositionsparteien auf noch lockerere Politiken.

Japans größter Oppositionsblock fordert eine dauerhafte Abschaffung der Lebensmittelverkaufssteuer, während die Centrist Reform Alliance die Finanzierung der Kürzung über einen Staatsfonds angekündigt hat, wobei die Details jedoch unklar bleiben.

Da Takaichi das Parlament auflösen und wirtschaftspolitische Kampagnen führen wird, bereiten sich Investoren auf anhaltende Volatilität vor, während die Märkte prüfen, ob Japan in eine aggressivere fiskalische Phase eintritt.