Invezz

Davos-Showdown: China wehrt sich gegen Trumps Kommentar zu Windmühlenkäufern

Davos-Showdown: China wehrt sich gegen Trumps Kommentar zu Windmühlenkäufern
Sayantan Sarkar
22. Jan. 2026, 12:08 PM
  • China wies Donald Trumps Kritik an seiner Windenergiebilanz auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zurück.
  • Weltweit installierte Windkapazitäten und Chinas Rolle bei grünen Exporten senkten 4,1 Milliarden Tonnen globalen CO₂.
  • Das Land sieht sich zudem einer EU-Untersuchung wegen angeblicher Subventionen für Windkraftanlagenexporte gegenüber.

China wehrte sich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, gegen die Kritik von US-Präsident Donald Trump an seiner Windenergiebilanz und bekräftigte sein Bekenntnis, den globalen Wandel hin zu kohlenstoffarmen Energien voranzutreiben.

Guo Jiakun, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, sagte auf einer regelmäßigen Pressekonferenz am Donnerstag, dass Chinas Bemühungen, den Klimawandel zu bekämpfen und die Entwicklung und Nutzung erneuerbarer Energien weltweit zu fördern, für alle offensichtlich seien, so ein Reuters-Bericht.

Trumps Kritik und Chinas Gegenreaktion

Während seiner Ansprache vor der einflussreichen Versammlung der Delegierten auf dem Davos-Treffen, zu dem eine vielfältige und einflussreiche Gruppe globaler politischer und wirtschaftlicher Führungspersönlichkeiten gehörten, äußerte Trump eine gezielte Kritik an Chinas Rolle im globalen Windenergiesektor.

Trump behauptete, China sei für die Herstellung der überwiegenden Mehrheit der weltweiten kommerziellen Windmühlen verantwortlich.

Er folgte dieser Tatsachenbehauptung jedoch mit einer rhetorischen Frage und Beobachtung, wobei er feststellte, dass er trotz dieser enormen Produktionskapazität "keine Windparks in China finden konnte".

Diese Gegenüberstellung – Chinas massive Produktion versus den scheinbar niedrigen Inlandskonsum – bildete die Grundlage für seine umstrittene Charakterisierung jener Nationen und Unternehmen, die aktiv chinesische Windmühlen kaufen.

In einer direkten und charakteristisch provokativen Aussage bezeichnete Trump Chinas Käufer als "dumm".

Dieser Kommentar deutete auf seine Überzeugung hin, dass diese Käufer schlechte wirtschaftliche oder strategische Entscheidungen trafen, indem sie stark auf einen wichtigen Konkurrenten für ihre Energieinfrastruktur angewiesen sind, was auf ein Versäumnis hindeutet, das Handelsungleichgewicht oder die geopolitischen Auswirkungen der Transaktion zu erkennen.

Die Äußerungen waren Teil seines übergeordneten "America First"-Themas, das bestehende globale Handelspraktiken herausfordern und die heimische Produktion sowie Energieunabhängigkeit fördern sollte, wobei sie die ökologischen und wirtschaftlichen Motive der aktuellen globalen Energietransitionsstrategie infrage stellen sollten.

Chinas dominierende Rolle und globale Wirkung

Unterdessen hob Guo Chinas dominante Position im globalen Sektor der erneuerbaren Energien hervor und stellte fest, dass das Land seit 15 aufeinanderfolgenden Jahren die weltweit größte installierte Windkraftkapazität aufrechterhalten hat.

Dieses bemerkenswerte, nachhaltige Wachstum zeigt Chinas bedeutende Investitionen und sein Engagement für die Nutzung von Windenergie.

Darüber hinaus betonte Guo die globalen Auswirkungen von Chinas Exporten von grüner Technologie, insbesondere Windenergie und Photovoltaikprodukte.

Diese Exporte haben eine entscheidende Rolle bei internationalen Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels gespielt und eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um etwa 4,1 Milliarden Tonnen für andere Nationen ermöglicht.

US-Missbilligung und EU-Untersuchung

Offshore-Windentwickler haben unter Trumps Regierung immer wieder Rückschläge erlebt, da er wiederholt seine Ablehnung der Windenergie geäußert und Windkraftanlagen als teuer, ineffizient und ästhetisch unansprechend bezeichnet hat.

Als weltweit führender Windkraftproduzent steht China unter Beobachtung durch die Europäische Union.

Im Jahr 2024 leitete die EU eine Untersuchung zu Subventionen ein, die von chinesischen Windkraftanlagenanbietern erhalten wurden, deren Produkte für den europäischen Markt bestimmt sind.

Diese Maßnahme soll europäische Unternehmen vor günstigen chinesischen Importen schützen, ein Schritt, den Peking als "Protektionismus" verurteilt hat.

Zum ersten Mal im vergangenen Jahr überholten Wind- und Solarenergie fossile Brennstoffe in der Stromerzeugung innerhalb der EU.

Dieser bahnbrechende Erfolg signalisiert den fortlaufenden Übergang des Blocks hin zu kohlenstoffarmer Energie, auch wenn einige Regierungen sich weiterhin gegen den Wandel wehren.