Gold übersteigt 5.000 Dollar pro Unze, verlängert die Rallye durch geopolitische Risiken und Nachfrage

Gold übersteigt 5.000 Dollar pro Unze, verlängert die Rallye durch geopolitische Risiken und Nachfrage
Ananthu C U
26. Jan. 2026, 06:02 AM
  • Gold erreichte einen Rekord von über 5.000 US-Dollar, da geopolitische Risiken und fiskalische Bedenken die Nachfrage nach sicheren Häfen ankurbelten.
  • Der breite Investorenkauf, von ETFs bis hin zu wohlhabenden Familien, ist die Grundlage für die starke Goldrallye.
  • Die Zentralbanken bleiben starke Käufer, wobei Goldman erwartet, dass makroökonomische Risikoabsicherungen bis 2026 anhalten.

Gold erreichte am Montag ein neues Allzeithoch, überschritt die Marke von 5.000 Dollar pro Unze und setzte eine starke Rallye fort, die durch erhöhte geopolitische Spannungen und wachsende Bedenken hinsichtlich der globalen fiskalischen Stabilität angetrieben wurde.

Dieser Schritt unterstreicht die anhaltende Rolle von Gold als sicherer Hafen in unsicheren Phasen, da Investoren weiterhin Schutz vor einem volatilen makroökonomischen und politischen Hintergrund suchen.

Die Spot-Goldpreise stiegen um 1,7 % auf etwa 5.072 US-Dollar pro Unze, während die US-Gold-Futures für Februar auf etwa 5.070 US-Dollar pro Unze stiegen.

Der Anstieg markierte einen weiteren Meilenstein in einem Rekordlauf für das Edelmetall, der eine anhaltende Nachfrage bei einer breiten Investorengruppe widerspiegelt.

Geopolitische Spannungen befeuern die Nachfrage nach sicheren Hafen

Der jüngste Anstieg der Goldpreise erfolgt vor dem Hintergrund einer Reihe geopolitischer Brennpunkte, die die globalen Märkte verunsichert haben.

Jüngste Entwicklungen in Grönland, Venezuela und dem Nahen Osten haben zu einem Anstieg des wahrgenommenen geopolitischen Risikos beigetragen und die Anziehungskraft von Gold als Absicherung gegen Unsicherheit verstärkt.

Marktteilnehmer verweisen zunehmend auf geoökonomische Faktoren als Katalysator für den jüngsten Anstieg bei Edelmetallen.

"Der jüngste weitere Anstieg der Gold- und Silberpreise ist auf geoökonomische Probleme im Zusammenhang mit Grönland zurückzuführen", schrieb HSBC letzte Woche in einer Notiz.

Solche Bedenken haben zu einem ohnehin schon unterstützenden Umfeld für Gold beigetragen, in dem Risikoscheu und defensive Positionierung weiterhin zentrale Themen sind.

Auch Silber profitierte von der Risiko-Off-Stimmung, wobei die Spotpreise am Montag um 3 % auf 106,1 US-Dollar pro Unze sprangen.

Im Gegensatz zu Gold wurde die Rallye des Silbers nicht nur durch Safe-Haven-Strömungen, sondern auch durch solide industrielle Nachfrage gestützt, was die Gewinne während der Sitzung verstärkte.

Eine breit angelegte Beteiligung der Anleger stützt die Preise

Analysten sagen, die aktuelle Rallye sei bemerkenswert wegen der Breite der Nachfrage, die ihr zugrunde liegt.

Laut Union Bancaire Privée waren sowohl institutionelle als auch Privatanleger während des jüngsten Aufschwungs aktive Käufer.

"Wir erwarten, dass Gold ein weiteres starkes Jahr erleben wird, das die anhaltende Nachfrage nach Zentralbanken und Privatinvestitionen widerspiegelt, mit einem Jahresendkurs von 5.200 USD pro Unze", teilte UBP am Freitag mit.

Goldman Sachs hat zudem auf einen strukturellen Wandel im Goldmarkt hingewiesen und argumentiert, dass die Nachfrage über traditionelle Kanäle hinaus ausgeweitet ist.

Die Bestände westlicher Börsengehandelte Fonds sind seit Anfang 2025 um rund 500 Tonnen gestiegen, während neuere Instrumente zur Absicherung makropolitischer Risiken an Bedeutung gewonnen haben.

Dazu gehören physische Anschaffungen von vermögenden Familien, die die Bank als eine zunehmend wichtige Nachfragequelle bezeichnete.

In Anlehnung an diese Dynamik hat Goldman kürzlich seine Goldpreisprognose für Dezember 2026 auf 5.400 US-Dollar pro Unze erhöht, gegenüber zuvor 4.900 US-Dollar.

Die Bank erklärte, dass Absicherungen gegen globale makroökonomische und politische Risiken "klebrig" geworden seien und damit effektiv den Ausgangspunkt für die Goldpreise in diesem Jahr gehoben hätten.

Zentralbanken bleiben eine wichtige Säule der Nachfrage

Der Einkauf von Zentralbanken bildet weiterhin eine solide Grundlage für den Markt.

Goldman schätzt, dass die Käufe der Zentralbanken im Durchschnitt etwa 60 Tonnen pro Monat betragen, was deutlich höher ist als der Durchschnitt von 17 Tonnen vor 2022. Insbesondere Zentralbanken in Schwellenländern verlagern weiterhin einen größeren Anteil ihrer Reserven in Gold.

Entscheidend ist, dass Goldman davon ausgeht, dass Absicherungen gegen globale makropolitische Risiken, einschließlich Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Nachhaltigkeit, bis 2026 bestehen bleiben – im Gegensatz zu wahlbezogenen Absicherungen, die schnell nach der US-Wahl Ende 2024 aufgelöst wurden.

"Wir gehen davon aus, dass Absicherungen globaler makroökonomischer Risiken stabil bleiben, da diese wahrgenommenen Risiken (z. B. fiskalische Nachhaltigkeit) sich 2026 möglicherweise nicht vollständig lösen", sagte Goldman letzte Woche.