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Guyana sieht Öl-Wachstum, während die Spannungen mit Venezuela vor dem Energiegipfel nachlassen

Guyana sieht Öl-Wachstum, während die Spannungen mit Venezuela vor dem Energiegipfel nachlassen
Noris Soto
17. Feb. 2026, 15:24 PM

Da die geopolitischen Spannungen mit dem Nachbarland Venezuela nachzulassen scheinen, tritt Guyana, ein kleines erdölproduzierendes Land mit einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, in ein Zeitfenster ein, das Analysten als neue Phase für Expansion bezeichnen.

Laut Reuters fällt der Wandel mit dem fortgesetzten US-Engagement in Venezuela und der Guyana Energy Conference zusammen, die in Georgetown stattfinden soll und Regierungsvertreter sowie Wirtschaftsführer zusammenbringt.

Es wird erwartet, dass sich das viertägige Treffen, das am Dienstag beginnt, darauf konzentrieren wird, wie das Land auf seinem explosiven, vom Öl getriebenen Boom aufbauen kann.

Die Ausbildung lokaler Öl- und Gasarbeiter, die Erhöhung der Investitionsaussichten und die Schaffung eines Downstream-Sektors zur Deckung langfristiger Industrieanforderungen werden die Hauptthemen der Diskussion sein.

Obwohl Guyanas Ölpotenzial schon immer weltweites Interesse geweckt hat, haben die aktuellen Entwicklungen in Venezuela die Aufmerksamkeit für die Region weiter erhöht.

Nach dem Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch US-Kräfte im letzten Monat hat Washington neue Anstrengungen unternommen, 100 Milliarden Dollar für die Wiederbelebung der venezolanischen Ölindustrie bereitzustellen.

Geopolitischer Wandel könnte Exploration freigeben

Die politischen Verschiebungen könnten Analysten zufolge auch den langjährigen Grenzkonflikt der beiden Nationen lösen.

Die guyanische Regierung und ein von Exxon Mobil geführtes Konsortium waren aufgrund des Konflikts bereits gezwungen, die Exploration in rund 30 % des produktiven Stabroek-Blocks einzustellen.

Laut Henry Ziemer, einem Associate Fellow am Center for Strategic and International Studies, besteht derzeit nur ein sehr geringes Risiko für eine politische Eskalation zwischen den Nationen.

Guyana könnte einer der größten Gewinner von Maduros Sturz sein, sagte er und fügte hinzu, dass der Wandel eines der größten Hindernisse für ausländische Investitionen beseitige.

Letzten Monat erklärte Exxon-CEO Darren Woods, dass die Projekte des Unternehmens in Guyana infolge der Ereignisse in Venezuela von besseren Betriebsbedingungen profitieren würden.

Zusammen mit Chevron und Chinas CNOOC als Minderheitspartnern ist das US-Ölunternehmen für die Aktivitäten im Stabroek-Block verantwortlich.

Woods deutete die Möglichkeit nahtloser Entwicklungsaktivitäten in umstrittenen Gebieten an, indem er sagte, dass weniger Marinepatrouillen das Umfeld für Operationen förderlicher machen könnten.

Während der Sektor in die Zukunft blickt, geht der Gerichtsfall weiter

Der Grenzstreit zwischen Guyana und Venezuela wird derzeit vom Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen beaufsichtigt.

Sogar eine kurze Entspannung könnte dazu beitragen, eine Force Majeure (höhere Gewalt) aufzuheben, die über einem Teil des Stabroek-Blocks in umstrittenen Gewässern verhängt wurde, aber eine endgültige Entscheidung könnte Jahre dauern.

In einer der vielversprechendsten Offshore-Ölprovinzen der Welt würde eine solche Entscheidung wahrscheinlich die Fortsetzung neuer Explorationen ermöglichen und möglicherweise weitere Ressourcen freisetzen.

Exxon hat seine offiziellen Ressourcenschätzungen trotz Spekulationen über unentdeckte Reserven noch nicht revidiert.

Woods sagte gegenüber Reuters, dass es trotz kontinuierlicher Bemühungen derzeit keine Ankündigungen gebe und dass das Unternehmen eine treuhänderische Pflicht habe, Daten nur dann zu aktualisieren, wenn es über Informationen verfügt, die zur Veröffentlichung geeignet sind.

Langfristiges Wachstum wird zum Hauptfokus

Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass die Guyana Energy Conference hervorheben wird, wie das Land seinen Ölreichtum in ein breiteres Wirtschaftswachstum ummünzen kann.

Nach Angaben der Organisatoren der Veranstaltung werden Führungskräfte, Gesetzgeber und Investoren zusammenkommen, um über Lieferketten, Mitarbeiterentwicklung und neue Perspektiven in der Energiewirtschaft zu sprechen.

Es wird erwartet, dass die Konferenz Guyanas nächste Wachstumsphase prägen wird, die davon abhängen könnte, wie schnell die Exploration ausgeweitet, lokale Kapazitäten aufgebaut und die Downstream-Geschäfte gestärkt werden, während geopolitische Risiken schwinden und das Investitionsinteresse steigt.