HSBC-Aktienkursanalyse und Ergebnisvorschau: Kaufen oder Verkaufen?

HSBC-Aktienkursanalyse und Ergebnisvorschau: Kaufen oder Verkaufen?
Crispus Nyaga
18. Feb. 2026, 10:28 AM

Der Aktienkurs von HSBC hat sich in den letzten Jahren stabil gehalten und spiegelt die Performance anderer europäischer Top-Banken wider. Er notierte am Mittwoch bei 1.282p und damit deutlich über dem Vorjahrestief von 683p. Dieser Anstieg hat die Marktkapitalisierung auf über 297 Milliarden US-Dollar gebracht, was sie zur größten europäischen Bank macht.

HSBC-Aktienkurs im Fokus vor den Quartalszahlen 

HSBC, eine der größten Banken weltweit, hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt, da das Management eine umfassende Turnaround-Strategie umgesetzt hat.

Ein wesentlicher Teil dieses Turnarounds besteht darin, dass man sich aus wichtigen internationalen Märkten zurückgezogen hat, um den Fokus verstärkt auf den chinesischen Markt zu richten, wo man eine führende Rolle in der Vermögensverwaltung anstrebt.

Das Unternehmen hat sich aus Schlüsselmärkten wie den Vereinigten Staaten, Kanada, Frankreich, Argentinien und Südafrika zurückgezogen. Durch den Rückzug aus diesen Märkten hat das Unternehmen seinen Fokus auf seine profitabelsten Märkte verstärkt, insbesondere in China, einem Land, das weiterhin viele Millionäre und Milliardäre hervorbringt.

Im Zuge dieses Wachstums kündigte HSBC sein Gebot für die Hang Seng Bank an, ein bedeutendes Unternehmen mit einem großen Marktanteil in Hongkong.

Das Unternehmen hat außerdem einen Kostensparprozess eingeleitet, mit dem Ziel, im vergangenen Jahr zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden US-Dollar einzusparen. Ziel ist es, sowohl ein wachstumsstarkes als auch ein gewinnorientiertes Unternehmen zu werden.

Mit Blick auf die Zukunft wird der nächste große Katalysator für den HSBC-Aktienkurs das Finanzergebnis am 25. Februar sein. 

Die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass der Gewinn vor Steuern im dritten Quartal 7,3 Milliarden US-Dollar betrug, was einem Rückgang von 1,2 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Diese Verlangsamung war vor allem auf betriebliche Aufwendungen zurückzuführen, einschließlich einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar. Die Rückstellung stand im Zusammenhang mit dem Madoff-Wertpapierbetrug.

Die Ergebnisse zeigten, dass der Umsatz des Unternehmens um 5 % auf 17,8 Milliarden US-Dollar stieg, wobei das interne Vermögensverwaltungs- und Premier-Banking-Geschäft seinen starken Kurs fortsetzte.

Analysten gehen davon aus, dass die kommenden Ergebnisse zeigen werden, dass der Jahresumsatz von HSBC auf 68,75 bis 69,13 Milliarden US-Dollar gestiegen ist, wobei der Gewinn pro Aktie (EPS) um 6,9 % auf 6,66 bis 7,12 US-Dollar gewachsen ist. Das Unternehmen wird voraussichtlich über den Erwartungen liegende Finanzergebnisse veröffentlichen.

HSBC hat sich auch aufgrund seiner Dividenden gut entwickelt. Die Dividendenrendite liegt bei 3,81 % und die Ausschüttungsquote bei 50 %.

Technische Analyse des HSBC-Aktienkurses 

HSBC-Aktienchart | Quelle: TradingView 

Der Wochen-Chart zeigt, dass sich der HSBC-Aktienkurs in den letzten Jahren in einem starken Aufwärtstrend befunden hat und von einem Tiefstand von 206p im September 2020 auf die aktuellen 1.290p gestiegen ist.

Die Aktie ist deutlich über den exponentiellen gleitenden Durchschnitten (EMA) der 50-Wochen- und 100-Wochen-Linie geblieben, ein Zeichen dafür, dass die Bullen weiterhin die Kontrolle behalten. 

Dies ist zwar positiv, birgt jedoch auch das Risiko einer Mean Reversion, einer Situation, in der ein Vermögenswert zu seinem historischen Durchschnitt zurückkehrt.

Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist weiter gestiegen und bewegt sich nun im überkauften Bereich. Auch der Percentage Price Oscillator (PPO) ist seit Januar 2023 über der Nulllinie geblieben.

Das wahrscheinlichste Szenario ist daher, dass der HSBC-Aktienkurs weiter steigt, potenziell bis zur wichtigen Widerstandsmarke bei 1.500p. 

Das Risiko besteht jedoch darin, dass die Aktie zurückfällt und die psychologische Marke bei 1.000p erneut testet.